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Fragen & Antworten

Betreff: Lebenswert?

Lebensrecht | | Verfasst von

Frage an Frau Maag

Sehr geehrte Frau Maag,

ich bin 19 Jahre und seit heuer Studentin der Sozialen Arbeit in München. Das Thema/die Debatte über eine eventuel legalisierte Mitwirkung zum Suizid beschäftigt mich sehr. Ich fände es schrecklich, wenn Menschen als "Hilfe/Ausweg" der Tod angeboten werden kann. Welchen Wert nimmt dann das Leben ein?

Sobald Schwierigkeiten auftreten sollen Sie durch den Tod gelöst werdn können? Wer befindet sich nicht in Schwierigkeiten? Aber ist nicht genau das LEBENS WERT, diese zu überwinden und durch sie wachsen zu können (sowohl der Betroffenen selbst als auch sein Umfeld und seine Mitmenschen). Klar scheinen Sie in manchen Situationen unerträglich und es gibt keine Aussicht auf Besserung, aber in wie vielen Fällen lernen die meisten leidenden Menschen nach einiger Zeit, wenn sie ihr Leid angenommen/akzeptiert haben, neue Perspektiven des Lebens kennen und lernen das Leben neu kennen und zu schätzen. (beispielsweise Samuel Koch)

Mit der einfachen/schnellen Lösung des Suizides wird zwar schnell dem "Problem" abhilfe geschaffen, das heißt aber auch das dem Menschen (entschuldigen Sie der Ausdrucksweise) abhilfe geschaffen wird. Er wird dem Problem gleichgestellt und der Wert einer Person durch die Schwierigkeit definiert. Es geht hier zwar um Suizitmithilfe, also dass die Betroffenen Person sich selbst nicht mehr wertschätzen kann und aus freiem Willen sich für den Tod entscheidet (es also zunächst nur eine subjektive/freie/eigenverantwortliche) Entscheidung des Betroffenen selbst ist. Hierbei kann aber die Freiheit ziemlich schnell in Frage gestellt werden. Durch die Verharmlosung des Suizits, indem dieser als gesellschaftlich Anerkannte Lösung bei schwerden Problemen angenommen wird, wird dieser langsam Normalisiert. Menschen mit schweren Krankheiten werden auf diese reduziert und mit der Möglichkeit der Abhilfe konfrontiert. Auch wenn Ausenstehende (Angehörige/Arzt,...) aus Mitgefühl handeln und eigentlich eine gute Absicht haben, rauben sie dem Betroffenen seinen Wert, was diesen Wiederum nur darin bestätigt, dass sein Leben keinen Sinn mehr hat. ein Teufelskreislauf
Ich bitte Sie inständig sich wehement gegen die Suizitmitwirkung und für ein ausdrückliches Verbot dessen einzusetzen!!

Denn ich bin der Meinung dass jedes Leben - egal in welchem Stadium/in welcher Lebenslage - sehr wohl lebenswert ist! Es kommt lediglich darauf an ob mir dies auch von meiner Umwelt vermittelt wird und ich mir dessen Bewusst bin.
Ich bitte Sie darüber nachzudenken, wer über den Wert eines Menschen und die "lebenswertigkeit" eines Lebens entscheiden und urteilen kann bzw. wer entscheidet welche Kriterien erfüllt werden müssen um den Wert zu steigern/zu mindern. Kann sich der Wert eines Menschen/eines Lebens überhaupt verändern?

Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie auch noch ihre Kollegen und andere Entscheidungträger ermutigen, sich für das Leben einzusetzten, dass ja unser aller höchstes Gut ist und das jedem von uns einmalig zur Verfügung steht.
Danke für ihren Einsatz!

Mit freundlichen Grüßen

Anna Grammetbauer

Betreff: Beihilfe zum Suizid

Wirtschaft | | Verfasst von

Frage an Frau Maag

Menschliches Leben ist unantastbar. (Das Leben von Tieren sollte es auch sein. Sie sind geistig-körperliche Wesen von ähnlicher Verfaßtheit wie wir Menschen.) Es kann nicht sein, daß ein Gesetz zur erlaubten Suizidmitwirkung von Ärzten verabschiedet wird. Bitte unterstützen Sie meine Haltung dadurch, daß Sie Suizidmitwirkung unter Verbot stellen!
Ich bin Ärztin. Suizidbeihilfe sollte niemals zu meinen Aufgaben gehören dürfen. Dies ergibt sich nicht nur aus einer klaren geschichtlich begründeten Position gegenüber der Tötung von „unwerten“ Leben in der Nazizeit. Würde ich dem Patienten beistehen beim Suizid, würde mich das in meiner eigenen Menschlichkeit beschädigen. Ich würde einerseits kommerziell handeln, weil ich nach der Gebührenordnung für Ärzte abrechnen muß, wenn ich ärztlich tätig bin. Sollte ein entsprechendes Gesetz mir oder anderen Ärzten die Beihilfe zum Suizid gestatten, müßte die Gebührenordnung entsprechend angepaßt werden.
Eine kommerzielle Tötung ist aber immer unstatthaft, selbst bei den Befürwortern der Suizidbeihilfe sollte dies das unumstößliche Paradigma sein, gesetzlich verankert ist das ohnehin. Andererseits würde ich in der Gefahr stehen, mit jeder Suizidbeihilfe oder Mitwirkung zum Suizid das Töten zu meinem Beruf zu machen oder zumindest in dessen Nähe tätig zu werden. Ich habe mich aber entschieden, und das entspricht auch der Haltung, zunächst nicht schädigen zu dürfen als Arzt, daß ich das Leben solange unterstütze, bis der Tod ein unabwendbares Geschehen wird. Dann gehört es zur Würde des Sterbenden, gehen zu dürfen. Tötung auf Verlangen oder Mitwirkung zum Suizid ist für mich eine schauderhafte Grenzüberschreitung, die mit ärztlichem Handeln unvereinbar ist.
Die Weltreligionen lehnen derartiges Tun ab. Aus der philosophischen Position tue ich mir selbst an, was ich anderen antue. Ich töte meine eigene Lebendigkeit und spiele mich zu demjenigen auf, der über Tod oder Leben entscheiden dürfe. Nein! Das dürfen Sie bitte nicht unterstützen.
Mir wäre es unerträglich, wenn andere Ärzte oder ich selbst in den Geruch kämen, sie würden töten oder dazu ermutigen. Beim Patienten kann das leichthin auch Druck entstehen lassen, sich umbringen zu müssen, weil zu kostenintensiv, eine Last für die Angehörigen zu sein etc.
Wenn Sie die Stellungnahmen der Ärzte anhören, die unmittelbar mit Sterbenden zu tun haben, etwa den Palliativmedizinern, lehnen diese alle Suizidmitwirkung ab. Warum? Weil Suizidalität nicht durchgängig ist, weil diese Menschen einfach oft nur Angst haben vor der Unbekannten Tod. Weil sie Angst haben, qualvoll sterben zu müssen. Meist ist es eine Frage der Unterstützung, daß Suizidalität auch wieder abklingt. Als Psychiaterin helfe ich Menschen mit Depressionen und Suizidalität, auch hier ist die Suizidalität oft nur ein Wunsch nach Ruhe vor Qualen. Wenn man diese Menschen anhört und stützt, so läßt die Suizidalität wieder nach. Wir alle müssen einmal Sterben. Die Bewältigung dessen gehört zu unserer menschlichen Verfaßtheit. Jeder Mensch muß den Weg des Sterbens als Entmächtigung akzeptieren. Wir sollten diesen Weg bewußt und irgendwie auch bejahend gehen, solange unser Lebenswille noch vorhanden ist. Denn ohne diesen würden wir sowieso sterben. Dazu braucht es auch keine Giftgaben.
Wenn jemand sich töten will, dann kann er allein die Entscheidung dafür treffen. Mein Großvater etwa hat für sich die Entscheidung getroffen, ab der Erkenntnis, an einer Demenz zu leiden, nur noch eine Scheibe Schwarzbrot täglich zu essen. Dieser Akt stünde jedem frei, ohne daß er sich an anderen vergehen müßte. Wobei ich selbst wünschte, ich hätte die Kraft, mich jeder Krankheit zum Tode so zu stellen, wie dann erforderlich, unter Wahrung meiner eigenen Würde und unter dem Akzeptieren der Krankheit und der Dauer bis zum Tode. Palliativmedizin und andere Hilfen müßten dabei optimiert werden.
Schlecht gemachte Gesetze haben wir zuhauf. Wollen Sie wieder eines verabschieden, das der Überprüfung nicht standhält?
Unterstützen Sie im Parlament die gesetzgeberische Forderung, das menschliche Leben umfassend zu schützen und ein verfassungsrechtlich nicht zu beanstandendes Gesetz zur
Suizidmitwirkung zu verabschieden?

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Susanne Hilken

Betreff: Verbot der Suizidmitwirkung

Wirtschaft | | Verfasst von

Frage an Frau Maag

Für welche Gesetzesvorlage werden Sie stimmen? Bitte nich für eine, die eine Suizidmitwirkung ermöglicht!