Scharfe Kritik am Tarabella-Bericht

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Bundesverband Lebensrecht ist entsetzt

Das EU-Parlament hat den "Tarabella-Bericht" verabschiedet, der unter anderem ein "Recht" auf Abtreibung behauptet. Der Bundesverband Lebensrecht nennt den Entscheid eine "Bankrotterklärung".

Die Annahme des so genannten Tarabella-Berichts durch das Europäische Parlament ist vom Bundesverband Lebensrecht scharf kritisiert worden. Sein Vorsitzender Martin Lohmann nannte die Annahme "eine gefährliche Bankrotterklärung zulasten des Lebens". Die Abgeordneten hätten die Tötung noch nicht geborener Kinder "perfiderweise zum Menschenrecht" erklärt, sagte er. Doch damit habe sich das Parlament "zur Abrissbirne für Humanität und Rechtsordnung degradiert."

Gegen die Annahme des Berichts hatte die Abgeordnete Beatrix von Storch (AfD) ein flammendes Plädoyer gehalten (Video).

Der Bericht fordert neben einer besseren Beteiligung von Frauen auf dem Arbeitsmarkt und einem europaweit koordinierten Kampf gegen Gewalt gegen Frauen eine Kampagne gegen "Gender-Stereotypen" und das "Recht der Frauen, alleine über ihren Körper zu verfügen."

Lohmann sagte außerdem: "Wer die Tötung von Menschen zum Menschenrecht erhebt, zerstört alle anderen Menschenrechte und macht diese zur Makulatur. Dies ist ein Rückfall in gottlose Barbarei und der Einstieg in das Ende von Kultur, Zivilsation und Freiheit. Nichts, aber auch gar nichts hat mehr Bestand, wenn man das Recht auf Leben und Unversehrtheit abschießt. Entweder haben die Abgeordneten, die vor einigen Monaten noch ganz anders votierten, diesmal nicht sorgfältig gelesen, wozu sie ihre Zustimmung geben, was geradezu sträflich wäre. Oder aber es stellt sich die Frage, inwieweit das EU-Parlament sich selbst zu einem Unrechts-Parlament deformiert hat. Wer die Tötung ganz kleiner und völlig wehrloser Menschen für rechtens hält, hat schließlich vor nichts und niemandem mehr Respekt. Und wer das Menschenrecht auf Leben in ein vermeintliches Menschenrecht auf Töten pervertiert, hat jede Rechtsgrundlage verlassen."