Antwort

Serpil Midyatli
Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)
Schleswig-Holstein


Initiative
Betreuungsgeld als Landesleistung jetzt

Blockierer

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

die SPD will, dass freiwerdende Mittel, die bisher für Betreuungsgelder vorgesehen waren, Familien zugutekommen - zum Beispiel durch eine verbesserte Kinderbetreuung. Sie dürfen nicht im Haushalt eingespart werden.

 

Allerdings: Das von der SPD stets kritisierte Betreuungsgeld hält diejenigen Kinder von frühkindlicher Bildung fern, die besonders darauf angewiesen sind. Eine aktuelle Studie zeigt, dass bildungsferne Eltern sich wegen des Betreuungsgeldes gegen die Kita entscheiden. Wir haben das Betreuungsgeld bereits in der Vergangenheit für bildungspolitisch kontraproduktiv und familienpolitisch rückwärtsgewandt gehalten. Die SPD habe von Anfang an gesagt: „Das ist nichts Gutes und daraus erwächst nichts Gutes.“ Diese Einschätzung werde in einer von dem Deutschen Jugendinstitut und durch die Universität Dortmund veröffentlichten Studie eindrucksvoll bestätigt.

 

„Das Betreuungsgeld erweist sich für Familien besonders attraktiv, die eine geringe Erwerbsbeteiligung aufweisen, eher als bildungsfern beschrieben werden können und einen Migrationshintergrund haben“, so die Autorinnen und Autoren der Studie. Zu prüfen sei, inwiefern das Betreuungsgeld eher zu einer „Verfestigung von Prozessen und Mechanismen der Bildungsungleichheit beiträgt“.

 

Der Umfrage zufolge gaben 31 Prozent der Eltern ohne Bildungsabschluss und knapp 23 Prozent der Eltern mit Hauptschulabschluss das Betreuungsgeld als Grund dafür an, dass sie ihre Kleinkinder nicht in eine Kita schicken. Bei Familien mit mittlerer Reife reduziert sich dieser Anteil auf 14 Prozent, bei Akademikern gar auf 8 Prozent. Familien mit Migrationshintergrund führten zu 25 Prozent das Betreuungsgeld als Begründung an, deutschstämmige Familien nur zu 13 Prozent.
(Vgl. www.dji.de/fileadmin/user_upload/dasdji/news/2014/2014-07_news_Betreuungsgeld.pdf )

 

Bereits aus diesen grundsätzlichen Erwägungen und Ergebnissen wollen wir die freiwerdenden Mittel aus dem Betreuungsgeld in die Qualität und Kostenfreiheit der Kitas investieren. Mit den von der Küstenkoalition im Juli diesen Jahres beschlossenen Pfad in die Kostenfreiheit gehen wir diesen Weg konsequent. Wissenschaftlich eindeutig belegt ist, dass wenn Kinder nicht an der Kitabetreuung partizipieren, dürften benachteiligte Gruppen ein deutlich höheres Risiko haben, in ihrem Leben nicht so erfolgreich zu sein wie die entsprechende Vergleichsgruppe. eacea.ec.europa.eu/Education/eurydice/documents/thematic_reports/098DE.pdf

 

Die SPD sieht die kostenfreie Kita und Krippe als Beitrag zu Herstellung gleicher Lebenschancen unabhängig der Herkunft. Ziel ist ein auseinanderdriften einzelner Gruppen in der Gesellschaft zu vermeiden und jedem Menschen in Deutschland vergleichbare Chancen zu ermöglichen.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Serpil Midyatli