Entscheidungsträger

Maria Flachsbarth

Maria Flachsbarth Fotoquelle: Biogastour 2013/ flickr.com/ CC BY-NC 2.0 (Ausschnitt)
Partei
Christlich Demokratische Union (CDU)
Ergebnis
Wohnort
Geburtstag
02.06.1963

Stellen Sie hier Ihre Frage

Hilfe & Information


Um eine Frage an den Entscheidungsträger zu stellen, geben Sie bitte Ihren Namen und eine gültige Emailadresse an. Es wird Ihnen nach Absendung der Frage eine Email mit einem Link zur Freischaltung zugeschickt.

Die Fragesteller sind angehalten, ihre Fragen sachbezogen, höflich und prägnant zu formulieren und sich im Rahmen der gegebenen Rechtsordnung zu halten.

Alle auf Abgeordneten-Check.de gestellten Fragen werden von einer Redaktion gegengelesen und erst danach freigeschaltet. Die Redaktion behält sich vor, sachfremde oder der Netiquette nicht entsprechende Fragen nicht freizuschalten.

Leitfaden zur Freischaltung

Fragen & Antworten

Betreff: Bargelderhalt

Wirtschaft | | Verfasst von

Frage an Frau Flachsbarth

Ein Bargeldverbot ist aus meiner Sicht ein völlig undemokratischer Akt, der dem Bürger viele Nachteile aufzwingt. Bei Stromausfällen wird dann tatsächlich nichts mehr möglich sein, weder läßt sich die Ladenkasse öffnen, noch irgendwie bezahlen. Die Internetkriminalität wird spätestens dann exponentiell anwachsen. Das elektronische Geld ist ja auch überhaupt nicht sicher. Deswegen habe ich Internet-Banking immer abgelehnt. Wer übernimmt die Haftung, wenn Geldabhebungen vom Konto durch Dritte mißbräuchlich erfolgen und ich durch die Abschaffung des Bargeldes gezwungen werde, immer mit der Karte zu zahlen? (Gewiß nicht die Politik!) Der Bürger wird völlig transparent werden, und sein informationelles Selbstbestimmungsrecht wird zerstört. Es werden die Verbrecher nicht weniger Verbrechen begehen, sondern wahrscheinlich werden die Verbrechen dann nur brutaler. Ein gestohlenes Portemonnaie ist verschmerzlich, aber eine Geiselnahme mit Zwangsabbuchung ins Ausland? Die Politik verschleiert die wahren Gründe für das geplante Bargeldverbot. Es geht um die 500er Scheine in den Banksafes und unter der Matratze der Bürgersleute, weil zu viele begriffen haben, wohin der Haase laufen soll…(Es geht doch immer wieder nur darum, Kontrolle über die Macht und das Geld zu erhalten.) Wir Menschen wollen über unser Tun selbst bestimmen. Wir wollen die Freiheit des Bargeldes. Es ist lächerlich, uns weismachen zu wollen, daß es um Verbrechensbekämpfung ginge. Verbrechensbekämpfung muß direkt erfolgen. Aber da steht die Politik, die Polizei und die Justiz auch immer schlechter da. Viele Delikte sind ungebremst im Aufschwung. Schwarzarbeit ist ein Symptom eines nicht mehr angemessen funktionierenden Sozialstaates und einer zu hohen Steuerlast. Als Steuerbürger ist man es leid, immer noch mehr geschröpft zu werden. (Wir wollten nicht die Abschaffung der D-Mark, wir wünschen nicht ungebremste Flüchtlingsströme und die Zerstörung der deutschen Kultur. Als Frau möchte ich auch keine Kopftuchträgerin werden müssen. Wir wollen keine Geheimgerichte, die unsere demokratischen, sozialen und umweltlichen Errungenschaften zunichte machen. Wir wollen keine Enteignungen zugunsten von Drittstaaten. Wir wollen keine Griechenlandrettung, weil nicht nur Griechenland, sondern auch Italien und Frankreich nicht mehr zu retten sind.) Die Politikverdrossenheit wird durch das Ansinnen der Bargeldabschaffung und all der anderen negativen und ungewünschten Entwicklungen gefährliche Maße annehmen, und weil das Machtvakuum durch andere Kräfte geschlossen werden wird, geht es dann zukünftig immer unkontrollierbarer und anarchischer zu. (In diesem Zusammenhang sehe ich auch die Wiedereinführung der Todesstrafe durch den Lissabonner Vertrag. Bemerkenswert, daß diese für Revolten gilt. Die Politik muß viel Angst vor dem Souverän haben.) Deutschland wird als Demokratie und als soziales Gefüge mit christlich-abendländischer Prägung letztlich durch die Politik abgeschafft. Ist das wirklich Ihr Wille?

Vielen Dank für Ihre Antwort.

Dr. Susanne Hilken

Betreff: Beihilfe zum Suizid

Wirtschaft | | Verfasst von

Frage an Frau Flachsbarth

Menschliches Leben ist unantastbar. Das Leben von Tieren sollte es auch sein. Sie sind geistig-körperliche Wesen von ähnlicher Verfaßtheit wie wir Menschen.
Ich bin Ärztin. Suizidbeihilfe sollte niemals zu meinen Aufgaben gehören dürfen. Dies ergibt sich nicht nur aus einer klaren Position gegenüber der Tötung von „unwerten“ Leben in der Nazizeit. Würde ich dem Patienten beistehen beim Suizid, würde mich das in meiner Menschlichkeit beschädigen. Ich würde einerseits kommerziell handeln, weil ich nach der Gebührenordnung für Ärzte abrechnen muß, wenn ich ärztlich handele. Sollte ein entsprechendes Gesetz mir die Beihilfe zum Suizid gestatten, müßte die Gebührenordnung entsprechend angepaßt werden. Eine kommerzielle Tötung ist aber immer unstatthaft, selbst bei den Befürwortern der Suizidbeihilfe sollte dies das Paradigma sein, gesetzlich verankert ist das ohnehin. Andererseits würde ich in der Gefahr stehen, mit jeder Suizidbeihilfe das Töten zu meinem Beruf zu machen. Ich habe mich aber entschieden, daß ich das Leben solange unterstütze, bis der Tod ein unabwendbares Geschehen wird. Dann gehört es zur Würde des Sterbenden, gehen zu dürfen. Tötung auf Verlangen ist für mich eine schauderhafte Grenzüberschreitung, die mit ärztlichem Handeln unvereinbar ist. Suizidbeihilfe ist es auch.
Die Weltreligionen lehnen derartiges Tun ab. Aus der philosophischen Position tue ich mir selbst an, was ich anderen antue. Ich töte meine eigene Lebendigkeit und spiele mich zu demjenigen auf, der über Tod oder Leben entscheiden dürfe. Nein!
Mir wäre es unerträglich, wenn andere Ärzte oder ich selbst in den Geruch kämen, sie würden töten. Beim Patienten kann das leichthin auch Druck entstehen lassen, sich umbringen zu müssen, weil zu kostenintensiv, eine Last für die Angehörigen zu sein etc.
Wenn jemand sich töten will, dann kann er allein die Entscheidung dafür treffen. Mein Großvater etwa hat für sich die Entscheidung getroffen, ab der Erkenntnis, an einer Demenz zu leiden, nur noch eine Scheibe Schwarzbrot täglich zu essen. Dieser Akt stünde jedem frei, ohne daß er sich an anderen vergehen müßte. Wobei ich selbst wünschte, ich hätte die Kraft, mich jeder Krankheit zum Tode so zu stellen, wie dann erforderlich, unter Wahrung meiner eigenen Würde und unter dem Akzeptieren der Krankheit und der Dauer bis zum Tode.
Schlecht gemachte Gesetze haben wir zuhauf. Wollen Sie wieder eines machen, das der Überprüfung nicht standhält?
Unterstützen Sie im Parlament die gesetzgeberische Forderung, das menschliche Leben umfassend zu schützen und ein verfassungsrechtlich nicht zu beanstandendes Gesetz zur
Suizidmitwirkung zu verabschieden?

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Susanne Hilken