Frage an das Mitglied des Deutschen Bundestages "Rudolf Henke"

Sehr geehrter Herr Henke,

ich bin erstaunt über diese Frage von Ihnen:

„Nur stelle ich mir und Ihnen die Frage: Was ist denn die Alternative?“,

denn sie wurde Ihnen schon vor längerer Zeit beantwortet.

Das Problem der angeblichen „Alternativlosigkeit“ zum ESM liegt darin, dass sich unsere Politiker ein Leben ohne Euro einfach nicht vorstellen können. Es erscheint mir seltsam, wie man an einer Währung, die es erst seit 10 Jahren gibt und die Deutschland bisher nur für andere EU-Länder zahlen ließ, derartig verbissen festhalten kann und keine andere Alternative in Betracht zieht. Heute müssen wir armen EU-Ländern sogar bezahlen, damit diese bei uns einkaufen können und die Not in Afrika und in der Dritten Welt beruht auf dem europäischen Wohlstand. Darauf sollten wir keinesfalls stolz sein! Gegenüber diesen Dritte Welt-Länder, die gerade am verhungern sind, ist es Hohn zu behaupten, der Euro sei eine einzige Erfolgsgeschichte und dass er „alternativlos“ ist, denn das bedeutet so viel wie: „Wir müssen Euch zugunsten der EU und des Euros leider verhungern lassen“.

Mit der DM haben wir auch schon exportiert. Die DM war weltweit bekannt und geachtet. Den Euro will weltweit keiner mehr so recht haben. Der Euro brachte auch eine Inflation, wie wir sie davor nicht hatten (etwa 10% jährlich, wenn nicht mehr; s. Lebensmittel- und Strompreise), er brachte uns eine höhere Arbeitslosigkeit, Dumpinglöhne, Zeitarbeitsfirmen, Armut, unsere Produktion ging ins Ausland, es ist kein Geld mehr für Bildung und Soziales da, wir haben keinen Frieden mehr in Europa, denn wir sind der Sündenbock der armen Südländer der EU, etc. etc. Weshalb können Sie sich nicht ein Leben ohne Euro vorstellen?

Die Antwort auf Ihre Frage lautet:

„Raus aus dem Euro und Aufkündigung aller Verträge von Maastricht bis Lissabon“,

die wir ja sowieso nicht einhalten.

Das ist sicher keine einfache Aufgabe, vor allem wenn nichts mehr da ist. Erarbeiten Sie einen vernünftigen Plan B, damit es keine ungeordnete Insolvenz gibt, und befreien Sie uns von der Finanzoligarchie, auch wenn es erst einmal weh tut. So wie es Island und Argentinien machten. Erst danach sind wir ein freies Land und müssen keinen Weisungen und keiner vorgegebenen Politik folgen.

Im übrigen empfinde ich es als traurig, dass ich einem Abgeordneten erklären muss, wie er aus der Misere, die er sich selbst eingebrockt hat, rauskommt.


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