MdB-Profil: Patrick Kurth

Patrick Kurth

    FDP

    Wahlkreis:
    Kyffhäuserkreis - Sömmerda - Weimarer Land I
    Ergebnis:
    7,8%
    Wohnort:
    Sondershausen
    Beruf:
    Politikwissenschaftler
    Geburtstag:
    06.10.1976
    Portrait Patrick Kurth
    Ausschuß-Mitgliedschaften:
    Auswärtiger Ausschuß (Ordentliches Mitglied) / Ausschuß für Kultur und Medien (Ordentliches Mitglied) / Ausschuß für Inneres (Stellvertretendes Mitglied) / Unterausschuß Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik (Stellvertretendes Mitglied)
    Nebentätigkeiten:
    Mitarbeiter, FDP Thüringen, Landesgeschäftsstelle, Erfurt / Mitarbeiter, Uwe Barth, MdB, Erfurt
    Funktionen in Vereinen, Verbänden und Stiftungen:
    BAG Integrationsfirmen e.V., Hamburg, Mitglied des Beirates, ehrenamtlich
    Portrait Patrick Kurth
    EU-Referendum jetzt!, Keine Antwort
    Helft LEBEN - nicht TÖTEN!, Keine Antwort
    JA zum Betreuungsgeld - Mütter fordern Wahlfreiheit!, Befürworter, Antwort lesen
    Schluß mit Schuldenunion. Raus aus dem ESM. Zurück zu Demokratie, Blockierer, Antwort lesen
    PID stoppen - Selektion verhindern, Blockierer, Antwort lesen
    Subventionsabbau jetzt!, Befürworter
    Männerfeindlichkeit stoppen !, Keine Antwort
    Familienfaire Sozialreform anpacken, Keine Antwort
    Kein Steuergeld für Griechenlands Schulden!, Keine Antwort
    Familienlasten gerecht ausgleichen. Gute Scheine statt Gutschein, Keine Antwort
    Unseren Kindern das volle Existenzminimum, Keine Antwort

Stellen Sie hier Ihre Frage

Hilfe & Information

Um eine Frage an den Abgeordneten zu stellen, geben Sie bitte Ihren Namen und eine gültige Emailadresse an. Es wird Ihnen nach Absendung der Frage eine Email mit einem Link zur Freischaltung zugeschickt.

Die Fragesteller sind angehalten, ihre Fragen sachbezogen, höflich und prägnant zu formulieren und sich im Rahmen der gegebenen Rechtsordnung zu halten.

Alle auf AbgeordnetenCheck.de gestellten Fragen werden von einer Redaktion gegengelesen und erst danach freigeschaltet. Die Redaktion behält sich vor, sachfremde oder der Netiquette nicht entsprechende Fragen nicht freizuschalten. Leitfaden zur Freischaltung

Fragen & Antworten

Betreff: Frage zu Ihren Argumenten gegen das Betreuungsgeld
Familie: | 05.07.2012 | Verfasst von: Hedwig von Beverfoerde

haben Sie vielen Dank für Ihre Antwort auf unsere Befragung zum Betreuungsgeld, die wir so auch von anderen Abgeordneten Ihrer Fraktion erhalten haben.

Ich begrüße es, daß Sie zu dem im Koalitionsvertrag vereinbarten Betreuungsgeld stehen, bedaure jedoch, daß Sie dies lediglich aus Gründen der Koalitionsdisziplin tun, das Betreuungsgeld im Übrigen aber „für kein geeignetes familienpolitisches Instrument“ halten.

Die Argumente, mit denen Sie die Harmlosigkeit bzw. sogar Überlegenheit von Krippenbetreuung gegenüber der Erziehung durch die eigenen Eltern zu belegen versuchen, enthält entscheidende Irrtümer.

Sie führen die NICHD-Studie an, um die negativen Auswirkungen von Krippenbetreuung zu relativieren. Ihre Behauptung, die Studie belege, daß nur bei untereinjährigen Kindern und nur bei über 10 Stunden Fremdbetreuung Probleme auftreten können, ist schlichtweg falsch. Die NICHD-Studie hat vielmehr in der ersten Phase 0-3jährige Kinder untersucht, die mehr als 10 Stunden in der Woche (nicht am Tag, wie von Ihnen behauptet) in der Kinderkrippe verbracht haben.

Diese Kinder zeigten im Vergleich zu Kindern, die in den ersten 3 Lebensjahren daheim betreut wurden, mit 12 Jahren signifikant häufiger Aggressionen und schwieriges Verhalten. Die Verhaltensauffälligkeiten waren zudem weitgehend unabhängig von der Qualität der Betreuung. Diese Studienergebnisse wurden auch von der Streßforschung bestätigt. Drei Viertel aller Krippenkinder sind demnach mit der Gruppensituation überfordert und stehen unter abnormem Streß, meßbar anhand der anormal dauererhöhten Ausschüttung des Streßhormons Cortisol, die vergleichbar ist mit der eines Managers unter Höchstbelastung. Überdies waren die besseren sprachlichen Fähigkeiten der ehemals in der Krippe betreuten Kinder, die sie noch in den ersten Schuljahren zeigten, bei den 12jährigen nicht mehr nachweisbar. Bitte lesen Sie dazu unbedingt den FAZ-Aufsatz des Neuropädiaters Dr. Rainer Böhm „Die dunkle Seite der Kindheit“ vom 04. April 12 (siehe Link in der Anlage).

Zum Beleg einer möglichen positiven Auswirkung von Krippenerziehung auf Kinder sozial benachteiligter Familien zitieren Sie das Perry Preschool Project. Dies habe gezeigt, daß solche Kinder langfristig von Krippenerziehung profitierten, u.a. durch bessere Schulnoten und höheres Einkommen. Das Perry Preschool Project hat aber gerade nicht den Einfluß frühkindlicher „Bildung“ von Krippenkindern (also außerfamiliärer Gruppenbetreuung 0-3-Jähriger) auf den Bildungserfolg untersucht, sondern den Einfluß vorschulischer Erziehung, konkret von Kindern ab dem 3. und 4. Lebensjahr. Beim Betreuungsgeld geht es aber um ein- und zweijährige Kinder, die familiennah betreut werden. Das genaue Alter der Kinder ist jedoch eben der Unterschied, auf den es ankommt: Unterdreijährige Kinder (Krippe) haben wesentlich andere Bedürfnisse als Überdreijährige (Kindergarten). In keiner Weise bestreite ich den pädagogischen Wert von Kindergarten und Vorschule. Damit ein Kind aber von den Fördermöglichkeiten des Kindergartens und den folgenden Bildungseinrichtungen überhaupt profitieren kann, braucht es eine stabile und intensive Bindung an Vater und Mutter, die im Alter von 0 bis 2 Jahren durch intensiven und ungestörten elterlichen Kontakt ausgebildet werden muß.

Angesichts dieser Fakten bitte ich Sie, Ihre ablehnende Haltung gegenüber dem Betreuungsgeld noch einmal zu überdenken. Über eine Stellungnahme dazu würde ich mich sehr freuen.

In einer aktuellen Umfrage zum Betreuungsgeld hat sich die Mehrheit der Unter-30jährigen für die Einführung des Betreuungsgeldes ausgesprochen. Ich kann mir nicht vorstellen, daß Ihnen die Meinung dieser jungen Menschen egal ist.

Mit freundlichen Grüßen
Hedwig Freifrau von Beverfoerde
(Sprecherin von „JA zum Betreuungsgeld!“)

Weitere Informationen finden Sie u.a. hier:

NCHD-Study: http://www.nichd.nih.gov/publications/pubs/upload/seccyd_051206.pdf
Perry Preschool Project: https://www.ncjrs.gov/pdffiles1/ojjdp/181725.pdf
Artikel von Dr. Rainer Böhm „Die dunkle Seite der Kindheit“ in FAZ, 04.04.2012: http://www.fachportal-bildung-und-seelische-gesundheit.de/FAZ-2012-04-04-Die-dunkle-Seite-der-Kindheit_Essay-Boehm.PDF

Patrick Kurth antwortete am 23.07.2012

Sehr geehrte Frau von Beverfoerde,

haben Sie vielen Dank für Ihre erneute Mail zum Thema Betreuungsgeld. Ich möchte Ihre Aussagen zu den Studien nicht unwidersprochen lassen, auch wenn ich der Auffassung bin, die Interpretation von Studien ist Aufgabe der akademischen Fachwelt.

Die NICHD-Studie hat den unschätzbaren Vorteil, eine Längsschnitterhebung von der Geburt bis zum sechsten Schuljahr durchgeführt zu haben. Die Ergebnisse sind in der Tat vielfältig und natürlich auch immer von den gegebenen Rahmenbedingungen abhängig. Während der ersten 15 Lebensmonate ergab sich, dass die Kinder weniger sicher gebunden waren, wenn sie in Fremdbetreuung waren. Allerdings variieren die Werte, je nachdem, ob die Fremdbetreuung qualitativ gut oder schlecht war, ob die Sensibilität und Responsivität der Mütter mehr oder weniger ausgeprägt war, wie das familiäre Umfeld ausgeprägt war etc. Kinder, die in den ersten drei Lebensjahren ausschließlich bei der Mutter waren, erzielten bei den kognitiven und Sprachtests im Durchschnitt ähnliche Ergebnisse wie fremdbetreute Kinder – aber bessere, wenn die Qualität der Fremdbetreuung niedrig, und schlechtere, wenn diese hoch war. Die Qualität der mütterlichen Betreuung erwies sich als starker Faktor für die kognitiven und sozialen Kompetenzen. Eine Fremdbetreuung wirkte sich in diesen Bereichen eher positiv aus, wenn die Fachkräfte besser qualifiziert waren und/oder das familiäre Umfeld wenig Anregungen für die Kinder bot.

Die NICHD-Studie hat zu einer umfangreichen wissenschaftlichen Diskussion geführt, die wir hier nicht austragen können.

Die FDP ist durchaus der Ansicht, dass Kinder in einem von Liebe, Aufmerksamkeit und Zuwendung geprägten Elternhaus eine wundervolle Kindheit erleben können. Die Bindung von Mutter und Kind hat dabei eine zentrale Funktion. Es geht also überhaupt nicht darum, eine ideologische Diskussion zu führen und die Rolle von Müttern in irgendeiner Form herabzuwürdigen.

Sie wissen aber auch, dass es Elternhäuser gibt, in denen diese Liebe, Zuwendung und Aufmerksamkeit für die Kinder eben nicht bestehen. Das reicht von krassen Fällen der Verwahrlosung bis zur Überforderung der Eltern durch Mehrfachbelastungen, problematische Partner- oder Umfeldbedingungen oder schwierige Arbeitssituationen. Deshalb ist es nach unserer Auffassung falsch, wenn Sie eine generelle Überlegenheit der Erziehung durch die eigenen Eltern vor der Krippenerziehung behaupten.

Eine andere Studie, die Ihnen sicher auch bekannt ist, die „Nationale Untersuchung zur Bildung, Betreuung und Erziehung in der Frühen Kindheit (NUBBEK)“ kommt u.a. zu dem Schluss: (Zitat): „Unabhängig von der pädagogischen Qualität in Familie und außerfamiliären Betreuung sowie von weiteren Kontrollfaktoren geht ein früherer Eintritt in die außerfamiliäre Betreuung bei den zweijährigen Kindern mit besseren Entwicklungskennwerten in den Bereichen Kommunikationsverhalten und Alltagsfertigkeiten einher“.

Fazit: Es gibt aus unserer Sicht durchaus unterschiedliche wissenschaftliche Ergebnisse zum Verhältnis von Krippenbetreuung und Elternbetreuung. Weitere Forschungsergebnisse sind notwendig, eine der NICHD-Studie vergleichbare Längsschnittuntersuchung gibt es m.W. in Deutschland nicht.

Die FDP wird nicht zu einem begeisterten Anhänger des Betreuungsgeldes werden, nicht nur aus familienpolitischen Gründen, sondern auch aus frauen-, oder finanzpolitischen Gründen. Die Umfrage, die Sie nennen, nehmen wir ebenso ernst wie Umfragen, die eine Ablehnung des Betreuungsgeldes von 65 – 75 Prozent dokumentieren.

Wir werden uns aber an den Koalitionsvertrag halten und das Betreuungsgeld mittragen.

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr Patrick Kurth

28 Bürger haben die Antwort empfohlen

Betreff: geplanter ESM-Vertrag
EU: | 13.03.2012 | Verfasst von: Matthias Radkowski

Sehr geehrter Herr Kurth,

als interessierter Bürger habe ich mich eingehend über den Entwurf des ESM-Vertrags informiert. Ich muss gestehen, dass trotz betriebswirtschaftlichen Studiums und meiner Tätigkeit im Finanzdienstleistungssektor, diese Thema nur schwer zu überblicken ist. Bewusst habe ich mich nicht an der standardisierten Petition beteiligt, da ich nicht in allen Punkten zustimmen kann. Die EU und vor allem die europäische Währungsunion finde ich eine gute und erhaltenswerte Sache. Deutschland, aber auch andere Länder, haben dadurch nachweislich profitiert. Auch wenn die Rettungsmaßnahmen eher das Geld der privaten Investoren, als Staaten retten, kann diese Vorgehensweise bis zu einem gewissen Maß sinnvoll sein.

Nun zum ESM-Vertrag. Nach allem was ich bisher herausfinden konnte, deutet sich an, dass durch die Einrichtung des Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) grundlegende demokratische Prinzipien außer Kraft gesetzt werden. Auch wenn in dem Videobeitrag auf der Internetseite von Abgeordneten-Check.de die Sache etwas populistisch und sehr vereinfacht dargestellt wird, konnte ich auch nach längerer Recherche im Internet nichts finden, was den Kernaussagen widersprechen würde. Hier nun meine Fragen: Ist es richtig oder auch nur denkbar, dass durch den ESM-Vertrag und seiner Möglichkeit des unbegrenzten Zugriffs auf Finanzmittel des Deutschen Staates, die haushaltspolitische Selbstbestimmung des Bundestages gefährdet ist? Ist es richtig, dass auch später gewählte Regierungen an den Beschlüssen zum ESM-Vertrag nichts mehr ändern können, der ESM und seine Organe vollkommene Immunität genießen und von keiner Regierung verklagt werden kann?

Wenn dies auch nur teilweise zutrifft, sehe ich die Demokratie in Europa, durch die Schaffung imperialer Machtstrukturen in Form einer bankähnlichen Behörde, gefährdet. Sollten Sie nicht alle Zweifel ausräumen können, bitte ich Sie dem ESM-Vertrag nicht zuzustimmen. Ich hoffe Sie finden die Zeit, um zu meinen Fragen Stellung nehmen zu können.

Mit freundlichen Grüßen
Matthias Radkowski

kein Bürger hat sich der Frage angeschlossen     40 Bürger haben die Frage empfohlen

Medienspiegel

Selbstentmachtung des Bundestags? Die Zweifel bleiben
16.04.2013, Abgeordneten Check

Helga Daub: Zypernhilfe unproblematisch
15.04.2013, Abgeordneten Check

Die Chancen von Kleinparteien
26.03.2013, Abgeordneten Check

Schweickerts schwache Argumente
30.01.2013, Abgeordneten Check

Die FDP legt sich fest
24.01.2013, Abgeordneten Check

mehr Meldungen

Kommentare

Bleiben Sie informiert! Bestellen Sie hier den Newsletter

Demokratie fördern! Unterstützen Sie den mdbeordneten Check.de mit einer Spende