7.12.2009

Betreuungsgelddebatte: Familienministerin für Bargeldleistung

Kristina Köhler: "Ich will nicht bevormunden"

Betreuungsgelddebatte: Familienministerin für Bargeldleistung

In einem Interview mit der “Welt am Sonntag” verteidigte die neue Familienministerin Kristina Köhler (CDU) das für 2013 geplante Betreuungsgeld. Anders als ihre Vorgängerin Ursula von der Leyen (CDU), die der Einführung eines Betreuungsgeldes eher skeptisch gegenübergestanden hatte, sei dies für Köhler “ein sehr wichtiges Anliegen”.

Ihr gehe es darum junge Eltern zu stärken, “die sich in den ersten Jahren nach der Geburt eines Kindes zu Hause Vollzeit der Erziehung widmen“ wollen.

Auch wenn es Kinder gäbe, die von einem Krippenbesuch, beispielsweise wegen mangelnder Sprachentwicklung profitieren würden, dürfe daraus nicht der Schluß gezogen werden, alle Kinder müßten möglichst frühzeitig in eine Kindertagesstätte gegeben werden. Es falle nicht in den Zuständigkeitsbereich des Staates“, Familien vorzuschreiben, wie sie die Betreuung ihrer Kinder organisieren sollen“. „Auch ich würde mich beleidigt fühlen, wenn der Staat mich in irgendeiner Weise versucht zu drängen.“

Zudem dürften Eltern nicht unter Generalverdacht gestellt werden, mit den ihnen vom Staat zugedachten finanziellen Mitteln nicht verantwortungsbewußt umgehen zu können. „Das gilt auch für Hartz-IV-Empfänger.“

Damit stellt sie sich auch gegen den von verschiedenen Verbänden innitiierten offenen Brief, in dem die Bundesregierung aufgefordert wird, das Betreuungsgeld nicht einzuführen und das Geld statt dessen in den Ausbau von Krippenplätze zu investieren.
 

Quelle: welt-online.de

Foto: Kristina Köhler

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Kommentare

  • 20.12. 20:17

    Dr. med C. Ruda

    Ich halte das Betreuungsgeld für erforderlich.Es mag Eltern geben, die - aus welchen Gründen auch immer - ihre Kinder staatlichen Erziehungsinstitutionen übergeben.Für Kinder aus einem kinderfeindlichen Elternhaus kann das durchaus dienlich sein. Falsch ist es jedoch, zu verallgemeinern, denn die schädlichen Folgen einer zu frühen Kollektiverziehung sind bekannt.
    Ich habe sie in meinem Buch beschrieben. Viele Eltern auf dem Selbstverwirklichungs- und Egotrip kennen sie nicht. Es muß daher daran erinnert werden,daß sich jemand, der eine Familie gründet, darüber im klaren sein muß, daß er die Verantwortung für sich und seine Kinder übernehmen muß.Es ist keine Aufgabe des Staates, Leute zu subventionieren, die nicht bereit sind, die Einschränkungen durch Kinder voll auf sich zu nehmen. Wenn der Staat Familien steuerlich entlasten will, was an sich sinnvoll ist,dann darf er nicht zwischen Krippeneltern und Familien, die ihre Kinder selber erziehen, unterscheiden.

  • 13.12. 23:18

    Niels Clausen

    Ein solches Betreuungsgeld ist politisch verschenktes Geld:
    1. Es wäre ein Rückschritt für die Integration von Migrantenkindern, wenn deren Eltern aus finanziellen Gründen lieber das Betréuungsgeld in Anspruch nähmen anstatt ihre Kinder in einen Kndergarten zu schicken, wo sie am leichtesten Deutsch lernen könnten.
    2. Auch Kindern aus finanziell schlecht gestellten Familien, in denen beide Eltern arbeiten müssen, wäre nicht gedient, wenn sie nun zu Hause bleiben würden.
    3. Diejenigen Familien, die es sich leisten können ihre Kinder zu Hause oder privat zu betreuen, brauchen das Betreuungsgeld nicht und freuen sich über das Geschenk ohne Wirkung.
    4. Missbrauch wäre nahe liegend, wenn das Betreuungsbeld für andere Ausgaben verwendet wird.

    Viel sinnvoller wäre es statt dessen Kindergartenplätze günstiger oder fast kostenfrei anzubieten. Das würde viel bringen:

    1. einfachere Integration von Migranten
    2. bessere Unterstützung sozial schwacher Familien
    3. bessere Nutzung der Kindergartenplatzinvestitionen
    4. soziale Gerechtigkeit, wenn besser Verdienende nicht ohne Not beschenkt werden
    5. Die Wahlfreiheit wäre damit nicht eingeschränkt
    6. Missbrauch von staatliuchen Geldern wäre nicht möglich

    Das sollte man dringend bedenken!!!

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