15.02.2012

Selbst Großindustrie wird immer EU-kritischer

Bosch-Boss: Athen muss raus aus EU und Euro

Selbst Großindustrie wird immer EU-kritischer

Der Bosch-Chef und Vertrauter der Kanzlerin Franz Fehrenbach fordert den Ausschluss Griechenlands aus dem Euro und auch aus der EU.  Dies erklärte der Leiter des Traditionsunternehmens in einem Interview mit dem Manager Magazin, das am Freitag erscheinen wird. Damit meldet nach Hans-Olaf Henkel und Linde-Chef Wolfgang Reitzle ein weiterer Vertreter der Großindustrie Bedenken gegen die Euro-„Rettung“ an.

Fehrenbach zufolge, sei Griechenland  ein „Staat mit Phantomrentnern und reichen Nichtsteuerzahlern“. Wenn Athen den  Euro und die EU nicht freiwillig verlassen will, müsse die Brüsseler EU-Bürokratie ihre Gesetze ändern und das insolvente Land ausschließen.

Außerdem greift Fehrenbach Henkels Idee des Nordeuros auf: „Wir kommen um ein Europa der zwei Geschwindigkeiten nicht herum.“ Ohne  eine gemeinsame Steuer-, Haushalts-, und Wirtschaftspolitik könne eine Gemeinschaftswährung nicht funktionieren. Wirtschaftlich schwächere Länder sollten außen vor bleiben.

Mit der im schwäbischen Gerlingen  ansässigen Robert Bosch GmbH leitet Fehrenbach  einen internationalen Großkonzern mit über 300 000 Angestellten und 51 Mrd. Euro Jahresumsatz. Er ist der bisher gewichtigste Wirtschaftsvertreter, der sich im Bezug auf die Eurorettung aus der Deckung wagt. Sogar die Kanzlerin lässt sich von dem öffentlichkeitsscheuen Manager beraten.

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(Bildquelle: bosch.de)

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Kommentare

  • 15.02. 18:17

    Cornelia M Sanders

    Es ist jetzt Zeit, dass alle mal das Buch von Eric Berne lesen sollten: Spiele der Erwachsenen ....... und was sage ich,nachdem ich `Guten Tag´gesagt habe.....

  • 15.02. 16:58

    Dr. G. Teska

    Reichlich spät hat Herr Fehrenbach die Tatsachen in Sachen Griechenland zur Kenntnis genommen. Aber besser spät als gar nicht.
    Wir erleben hier ein gutes Beispiel für die Hybris der Politiker, trotz Fakten, Zahlen und lange bekannten Erkenntnissen einfach ihre politischen Spielchen zu weiter zu treiben, auf Kosten der Bürger in Europa, incl. Griechenlands.

  • 15.02. 16:09

    MARKT

    zu spätHerr Fehrenbach. Zu dieser Ansicht hätten Sie vor mindestens 20 Monaten kommen müssen. Jetzt müßten sie den Auschluß von Portugal Irland, Spanien und Italien fordern. Oder viel einfacher, Deutschland tritt freiwillig aus dem € aus, und niemand muss zu irgend etwas gezwungen werden. Ja es würde etwas Kosten aber die Kosten wären im Gegensatz zum Wahn der Euro-Retter endlich.

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