5.12.2011
Britischer Wirtschaftsjournalist verteidigt die Deutschen vor ausländischer Kritik – aber verurteilt ihre politische Klasse.
Ambrose Evans-Pritchard ist der für internationale Wirtschaft zuständige Redakteur des Londoner „Daily Telegraph“. Obwohl ein langjähriger Gegner der Währungsunion, spricht er sich dieser Tage für eine Kreditexpansion durch die EZB aus – was ihn für Anhänger der Österreichischen Schule der Ökonomie suspekt macht. Heute jedoch brach Evans-Pritchard eine Lanze für die Deutschen. Diese sehen sich in der Euro-Krise zunehmend teilweiser hochemotionalen Anfeindungen im europäischen Ausland ausgesetzt, insbesondere im Süden des Kontinents.
Die Deutschen seien aus „ehrenhaften Motiven“, wenn auch „widerstrebend“, dem Euro beigetreten, weil sie glaubten, gute Europäer sein zu müssen, und weil dies der Preis für die Wiedervereinigung war, erklärt der Brite. Sie erwarten nun, dass andere Länder sich ebenso geduldig aus einer Rezession herausarbeiten, wie sie es nach der Wiedervereinigung taten. Dass Deutschland sich derzeit in einem „merkantilistischen Aufschwung“ befindet, sei jedoch Zufall. „Der Euro ist die Ursache all dieser Probleme, nicht deutsche Ambitionen oder Motive“. Deutschland werde heute mehr gehasst als jemals seit dem Zweiten Weltkrieg, weil es sich zur Beteiligung an einem „ruinösen Währungsexperiment“ habe verleiten lassen, und aus keinem anderen Grund.
Ambrose-Pritchard hat aber auch harte Worte für die Deutschen übrig: „Deutschland kann die Uhr nicht zurückdrehen. Es hat den schicksalshaften Schritt in die Währungsunion vollzogen, und aus diesem schrecklichen Fehler folgt eine Reihe strategischer Notwendigkeiten.“ Wie die „weisen Professoren“ damals warnten, erinnert der britische Journalist, würde eine europäische Währungsunion „unvermeidlich zu einer Fiskalunion führen“, doch diese werde „keinem gegenüber rechenschaftspflichtig sein, weil es keine europäische Demokratie gibt, und keine geben kann.“
Die souveränen Befugnisse des Bundestages, über Steuern und Ausgaben zu befinden, werde an EU-Funktionäre verlorengehen. Die „beispielhafte Nachriegsdemokratie Deutschlands“ werde „entmannt“, der Nationalstaat Deutschland „im wesentlichen abgeschafft“, alles andere sei „Illusion und Wunschdenken.“
Das sei die Situation, vor der Deutschland jetzt steht: „Entweder muss es sich für die Währungsunion selbst opfern und den Bismarckschen Staat demontieren, oder zusammen mit den Finnen, den Niederländern und den Österreichern die Finanzierung eines geordneten Rückzugs aus der Währungsunion vorbereiten, so dass der Süden wieder atmen und Hoffnung auf eine Erholung schöpfen kann.“
Das sei eine „furchtbare Wahl“. Evans-Pritchard bringt sein Mitgefühl für das deutsche Volk zum Ausdruck, „dem bei der Umschlingung und Feudalisierung ihres friedlichen Landes keine Wahl gegeben wurde, das von seinen eigenen Führern ungeheuer getäuscht wurde, und das jetzt nicht im Ansatz verstehen kann, warum es plötzlich das Ziel solch wütender und giftiger weltweiter Kritik geworden ist.“
Die Deutschen seien „die größten Opfer dieses ruinösen Projekts“, meint Evans-Pritchard, der seinen heutigen Beitrag im Blog des „Telegraph“ mit dem Satz schließt: „Ihre Eliten haben sie in ein diplomatisches und wirtschaftliches Stalingrad geführt.“
Der Beitrag erschien zuerst auf: ef-magazin.de
(Bildquelle: wikipedia)
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Kommentare
5.12. 20:48
Horatio Nelson
Solche Worte sind in Deutschland nur an Stellen zu lesen, an denen die Bevölkerung selbst zu Wort kommen darf. Und WENN diese Worte von der Bevölkerung kommen, DANN kommen sie RICHTIG. Im Bundestag hört man solche Aussagen nur von den "Linken". Auf die sonstigen eigenkarriere-bedachten ja-sagenden MdB ist kein Verlaß mehr. Sie sind für einen Großteil der Bevölkerung längst abgeschrieben und dürfen nur deswegen weiter MdB bleiben, weil immer noch zu viele Wähler dem Trugschluß verfallen bleiben, man dürfe sie nicht abwählen, da "das Land irgendjemanden haben muß"! Es gibt hierzuland jedoch sehr viele gute und fähige Ersatzpersonen.
In seinen hervorragenden Ausführungen, könnte Evans-Pritchard einen Aspekt möglicherweise jedoch (geflissentlich diplomatisch?) übersehen haben: der Verdacht ist nämlich nicht von der Hand zu weisen, daß die BRD-Führung doch eben eine gefährliche Führungsrolle anvisiert, um die europäischen Konkurrenten in die Ruine zu führen und sie somit wirtschaftlich zu neutralisieren.
Grüße,
Horatio Nelson.
5.12. 19:09
Bernhard.Olbertz
Der britische Wirtschaftsjournalist Ambrose Evans Pritchard bringt es auf den Punkt.
Alle unsere unfähigen Politiker Helmut Schmidt, Genscher, Kohl, Waigel, Stoiber, Brandt, Merkel, Schröder, Eichel, Asmussen, Schäuble, Steinbrück, Steinmeier, Gabriel, Nahles, Westerwelle, Brüderle usw. haben das deutsche Volk, das zu 80% dagegen war, ohne es zu fragen in diese Tutti-Frutti Währung Euro und in diese jetzige EU getrieben.
Seitdem wird das deutsche Volk massiv seiner Souveränitätsrechte entraubt, seiner nationalen Identität entzogen, womit die deutsche Nation seinen Untergang geweiht ist.
Die üble Aussage von Herrn Schäuble, dass Deutschland seit 1945 kein eigenständiger
Staat ist, tut sein Übriges.
Die einzelnen Völker und auch das Deutsche
Volk hat der Herrgott geschaffen und kein Deutscher Politiker hat das Recht an die
Existenz des Deutschen Volkes Hand anzulegen. Der Grundrechtsartikel 20 Abs. 4 des
Deutschen Grundgesetzes ist eindeutig:
"Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist".
Dieser Euro und dieses Wasserkopf-Gebilde EU mit einer undemokratischen Kommission sind nicht zu retten.
Kehren wir zurück, so wie es Präsident de
Gaulle einst formulierte, zu einem Europa der souveränen Vaterländer.
An alle Deutschen vom Einjährigen bis zum über Hundertjährigen gehen wir für unsere eigenen Rechte auf die Straßen, denn wir sind das deutsche Volk und nicht unsere Politiker und Volkstreter und Regierenden.
Wir werden belogen, betrogen, verraten und
verkauft.
Wir sind das deutsche Volk. Treffen wir uns vor und in den Kirchen jeden Montag, um 18.00 Uhr und jeden Freitag, um 16.00 Uhr.
Vertrauen wir uns, dem Gekreuzigten und Auferstandenen an, er sieht, was mit uns
geschieht, wenn wir uns wieder zu Ihm hinwenden, dann wird es uns beistehen.
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