23.11.2011

Vernichtendes Urteil über italienische Staatsschuldenkrise

CNN-Report: EU-Einheitswährung vor dem Zusammenbruch

Vernichtendes Urteil über italienische Staatsschuldenkrise

Costas Lapavitsas, Professor für Volkswirtschaft an der Universtiy of London, analysiert für CCN, die Auswirkungen der italienischen Staatsschulden-Krise auf den Euro und kommt zu einem vernichtenden Urteil. Zurzeit kämpfe die Einheitswährung gegen ihre inneren Widersprüche und bewege sich wahrscheinlich auf ihren Zusammenbruch zu. Die Mischung aus einer defizitären Wirtschaft und der offenen Missachtung nationaler Souveränitäten berge einigen Zündstoff. Kleinere Nationen wie Griechenland bekämen dadurch zunehmend Probleme, sich im Euro zu halten.

Ein Ausstieg dieser Staaten ist für Costas der einzige Ausweg aus der Falle, zu der sich die Einheitswährung entwickelt hat. Im Zuge dessen könnten sie ihre Souveränität zurückgewinnen und ihre Demokratien wiederbeleben.

Um die Entwicklung Italiens während der Zeit der Einheitswährung richtig zu beschreiben, käme nur ein Wort in Frage: Stagnation. Die Märkte hätten erkannt, dass Italien im gleichen Schulden-Dilemma stecke wie die kleineren Volkswirtschaften der EU-Peripherie und die Krise sich ihrem Höhepunkt nähere. Um die Märkte zu besänftigen habe die EU Italien einen harten Sparkurs auferlegt. Dieser macht jedoch wenig Sinn. Die italienischen Probleme, so die Einschätzung des RMF-Mitglieds (Research on Money and Finance), seien vor allem  einer stagnierenden Wirtschaft geschuldet und nicht zu hohen Staatsaugaben. Haushaltskürzungen würden die Lage verschlimmern. Darüberhinaus verletze der von außen verordnete Sparkurs die Souveränität des Landes und greife in dessen demokratischen Prozess ein. Die EU erwecke den Anschein, sie würde zunehmend von einer kleinen Clique von Kernstaaten geführt, die anderen Ländern Entscheidungen aufzwinge und  nationale Institutionen und Praktiken ignoriere. 

Weitere Infos unter: edition.cnn.com

 

 (Bildquelle: pixelio/CNN)

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