27.10.2011
Der massive Reformdruck aus Brüssel belastet das Verhältnis Italiens zu den anderen EU-Staaten. Beim EU-Gipfeltreffen kam es zum Eklat zwischen Nicolas Sarkozy und Silvio Berlusconi. Hintergrund ist das „Geschacher“ um Posten im Führungsgremium der EZB. Berlusconi konnte Bini Smaghi, den italienischen Repräsentanten in der EZB, nicht dazu bringen seinen Platz für einen Franzosen zu räumen, was wiederum Sarkozy verärgerte.
Dabei hat Italien wichtigere Probleme: Die Pro-Kopf-Verschuldung des Mittelmeerstaates ist die zweithöchste in der Eurozone. Die Schere zwischen Nord und Süditalien wird immer größer. Bislang tut sich die italienische Regierung schwer, die von der EU geforderten Reformen durchzusetzen.
Die römische Tageszeitung „La Repubblica“ meldet nun, Silvio Berlusconi, Gründer und Besitzer dieses Blattes, werde als Ministerpräsident Italiens zurücktreten. Demzufolge soll es zwischen Berlusconi und seinem Koalitionspartner Umberto Bossi eine geheime Vereinbarung geben. Bossi wolle der Erhöhung des Rentenalters auf 67 zustimmen, wenn Berlusconi im Gegenzug seinen Rücktritt erklärt und es im Frühjahr zu Neuwahlen kommt. Nach der slowakischen könnte demnach nun auch die italienische Regierung an der „Eurorettung“ zerbrechen.
Bossis Partei die Lega Nord hat sich bislang gegen eine Rentenreform gestemmt. Man könne nicht das Rentenalter anheben, „nur um den Deutschen einen Gefallen zu tun“, so Bossi.
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(Bildquelle: pixelio)
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