13.10.2011
Der luxemburgische Premierminister und Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker deutet in einem Interview mit dem Handelsblatt an, es könne zu einem Schnitt der griechischen Staatsschulden kommen. Dabei meidet er in auffallender Weise, das Wort „Schuldenschnitt“ auszusprechen. Er konstatiert lediglich: es müsse die Schuldentragfähigkeit Griechenlands geklärt werden. Wenn diese nicht gegeben sei, müsse man über andere Schritte nachdenken.
Am Montagabend fand Junker aber bereits deutlichere Worte. In einem Interview mit dem ORF antwortete er auf die Frage, ob man von einem Schuldenschnitt von 50 – 60 Prozent rede: „wir reden über mehr“. Einen Tag später dementierte er dies gegenüber der Nachrichtenagentur „Bloomberg“. Er habe im Interview gedacht, es werde über den 21 prozentigen „Haircut“ gesprochen, der im Juli vereinbart wurde. Die Abschläge würden auf keinen Fall 60 Prozent überschreiten.
Der Rechtsanwalt und bekennende Berufspolitiker war schon in der Vergangenheit durch pointierte Aussagen aufgefallen. So sagte er vor Pressevertretern: Im Notfall müsse man auch lügen.
Bei der Rekapitalisierung europäischer Banken, teile er Merkels und Sarkozys Ansichten. Sollte die Situation in den Banken die Euroländer zwingen, diese zu rekapitalisieren, müssten die Banken die Geber am Gewinn beteiligen. „Wenn der Steuerzahler zahlt, ist der Steuerzahler bitte auch Aktionär“, so Junker.
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(Bildquelle: Wikipedia)
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Kommentare
13.10. 11:50
Helmut Müller-Greven
Sehr geehrter Herr Juncker,
ganz dringend möchte ich Sie bitten, die Rettungsschirme nicht mehr zur Abstimmug zu stellen: DIE WIDERSTÄNDE SIND ZU GROSS, UM KLEINGEREDET ODER SONSTWIE NIEDERGEREDET ZU
WERDEN !
ICH FINDE AUCH, DASS IN KEINEM FALL DER DEMOKRATISCHE BODEN VERLASSEN WERDEN SOLLTE.
Viele Grüße
H. Müller-Greven
13.10. 11:07
Tom Ethcart
Ganz, ganz langsam hat auch Juncker begriffen, was wirkliche Fachleute seit Monaten predigen - ein Schuldenschnitt ist nötig.
Aber, wie schrieb die FAZ vor einigen Wochen sinngemäß: Juncker ist total überfordert und sollte erst denken, bevor er etwas sagt.
Dem ist wirklich nichts hinzu zu fügen.
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