15.09.2011
Es vergeht kein Tag, an dem man nicht hört und liest, Deutschland profitiere am meisten von der Eurozone, weil es in die Eurozone exportiert. Der Kult, der in Deutschland um den Exportüberschuss betrieben wird, das ist schon fast eine fixe Idee. Exporte sind gut, sie sind aber nur deshalb gut, weil man mit den Einnahmen aus den Exporten Importe bezahlen kann. Dadurch steht jedem Einzelnen von uns ein größeres Warenangebot zur Verfügung als ohne den Handel und dank der Exporte haben wir die Einnahmen, um die Ausgaben zu bezahlen.
Ein Beispiel: In Deutschland stehen Arbeitnehmer morgens auf, gehen in die Autofabrik, produzieren Mercedes, BMW und Audi. Diese werden dann im Ausland verkauft, das Geld fließt dann nach Deutschland. Die Arbeitnehmer können nun mit diesem Geld zum Beispiel in Griechenland Urlaub machen und das Geld fließt wieder zurück.
Ein Beispiel: In Deutschland stehen Arbeitnehmer morgens auf, gehen in die Autofabrik, produzieren Mercedes, BMW und Audi. Diese werden dann im Ausland verkauft, das Geld fließt dann nach Deutschland. Die Arbeitnehmer können nun mit diesem Geld zum Beispiel in Griechenland Urlaub machen und das Geld fließt wieder zurück.
Es gibt aber auch einen Export, der arm macht. Nehmen wir an das Land A exportiert Güter und Dienstleistungen an Land B. Land B bezahlt die Güter und Dienstleistungen mit Krediten aus Land A. Eines Tages stellt Land B fest, dass es die Kredite aus Land A nicht bedienen kann. Die Steuerzahler von Land A kommen nun für die Kredite aus Land B auf und zahlen Transferzahlungen an Land B, damit dieses weiterhin Exportgüter aus Land A kaufen kann. Die Frage ist, worin besteht darin der Vorteil?
Wenn Deutschland in die Eurozone exportiert und die Exporte nur nachgefragt werden, weil die deutschen Steuerzahler für Kredite und Transferzahlungen aufkommen, mit denen die Importländer die Exporte aufkaufen können, dann hat das keinen Vorteil. Dies ist geradeso als wenn der Bäcker seinem Kunden das Geld gibt, damit dieser ihm seine Semmeln abkauft. Ein solcher Vorgang ist dann lediglich eine Subventionierung der Exportindustrie auf Kosten der übrigen Wirtschaftssektoren. Man könnte dann die Produkte genauso gut aufkaufen und verschenken. Das Ziel einen Exportüberschuss um jeden Preis zu erwirtschaften, dient einzelnen Sektoren der Wirtschaft, der Allgemeinheit dient es nicht.
Dr. Gérard Bökenkamp
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Kommentare
18.09. 14:27
Marco
Hier wird das ganze mit dem Exportüberschuss gut erklärt:
http://www.wissensmanufaktur.net/die-export-narren
17.09. 22:30
Gerhard Rohlfs
Es gibt da noch eine Kleinigkeit,
auf die bisher kaum eingegangen wird:
Die Bürgschaften sind klar verfassungswidrig und daher nichtig.
Wenn die Bürgschaften (EFSF/ESM/Eurobonds o.ä.) für eine spätere deutsche Regierung nach dem Sturz des derzeitigen schwarzgrünroten Parteienkartells bindend sein sollen,
ist dafür ein Volksentscheid nach Artikel 146 Grundgesetz notwendig.
Diesen scheuen die derzeitigen Politiker wie der Teufel das Weihwasser,
und daher sind diese Bürgschaften nichtig.
Logische Schlussfolgerung:
Kanzlerin, Minister und Bundestagsabgeordnete können natürlich selbst bürgen soviel sie wollen.
Allerdings in diesem Umfang nicht im Namen des Volkes.
Um eventuelle Missverständnisse oder spätere Enttäuschungen zu vermeiden, sollte man allerdings fairerweise die Gläubiger der insolventen Schuldner schon einmal davon in Kenntnis setzen.
15.09. 21:58
Gerhard Rohlfs
Teil (2), Fortsetzung:
...
3. Wenn das deutsche Rettungsfüllhorn dann aufgebraucht ist, hat das internationale Finanzsystem ein Problem - von welchem die USA (30% der Gewinne) zu einem guten Teil leben. Dass die USA nicht Weltmacht bleiben, ist also auch klar.
4. Dass dann, 2013, auch die derzeitige Parteienlandschaft Geschichte ist,
können Sie sich selbst ausrechnen.
Ich fordere Sie daher auf, sich politisch für ein klares Bekenntnis gegen den ESM-Vertrag und die EU-Schuldenunion auszusprechen. Sie haben es in der Hand, daß der Steuerzahler nicht weiter belastet wird. Denken Sie bitte an die kommenden Generationen, die unter einer verfehlten EU-Wirtschafts- und Finanzpolitik leiden werden.
Diese ist nicht in unserem Sinne – legen Sie bitte Ihre Position zu dieser Frage offen. Werden Sie den ESM-Vertrag zustimmen oder ihn ablehnen?
Meine politische Unterstützung an der Wahlurne mache ich stark von Ihrer Haltung in dieser essentiellen Zukunftsfrage abhängig.
Mit freundlichen Grüßen
15.09. 21:56
Gerhard Rohlfs
Hier eine um 4 handfeste Argumente erweiterte Version des Briefes an Ihre/n Abgeordnete/n. (1)
Darf abgeordnetencheck.de gerne verwenden:
Sehr geehrter Herr/ sehr geehrte Frau
die EU droht sich in eine schuldenbasierte Transferunion, eine Haftungsgemeinschaft, zu verwandeln. Außerdem soll das Haushalts- und Budgetrecht der nationalen Parlamente an einen EU-Gouverneursrat abgegeben werden. Grundlage hierfür ist der erst vor kurzem bekannt gewordene Vertragsentwurf zum sog. "Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM)", über den Sie als Mitglied des Deutschen Bundestages vermutlich nach der Sommerpause noch 2011 entscheiden werden. Deutsche Steuergelder sollen für die Schuldenpolitik anderer EU-Länder geradestehen. Wir sollen arbeiten, damit die Banken keine Verluste machen. Dem Steuerzahler wird Zwangssolidarität verordnet. Die Banken sind auf freiwilliger Basis dabei. Uns Bürgern gesteht man diese Freiwilligkeit nicht zu. Wir müssen zahlen. Der ESM-Vertrag darf deshalb den Deutschen Bundestag nicht passieren!
Es ist Ihnen sicherlich bekannt, dass diese Euro-Banken-„Rettungen“ gegen den Willen der Mehrheit des Volkes durchgeführt werden sollen.
Auch darüberhinaus gibt es Argumente, die Sie interessieren werden:
1. Gemäß Prof. Starbatty, einem der Kämpfer gegen die Euro-Banken-Rettungen, bricht das gegenwärtige "Rettungs"-Regime in spätestens zwei Jahren zusammen. Weil Deutschland dann bankrott ist.
2. Es ist klar, dass weder Euro noch EZB noch EU diese Blankoscheck-Rettungsfonds EFSF und ESM überstehen werden.
Die Pläne von elitären Superstrategen, denen die EU noch nicht groß genug ist und die schon von Mittelmeerunion reden, weil sie meinen, damit durch schiere Größe China etwas entgegensetzen zu können, sind ungefähr so realistisch wie die "Democracy"-und-Öl-Kriege von George W. Bush in derselben Region.
Nur so sind solche absurden Ideen wie der ESM – das Kürzel scheint tatsächlich für Europäischen Selbstversenkungs-Mechanismus zu stehen - überhaupt erklärbar.
15.09. 12:24
Hans Wolfgang Schumacher
Ich stimme dem Kommentar von H. Dr. Bökenkamp zu.
Ich habe allerdings die Befürchtung,das
inzwischen die Dauersubvention von Ländern wie Griechenland oder Portugal durch Länder wie Finnland oder Deutschland zur Hauptaufgabe
der Europäischen Union geworden ist.
Und das ist auch völlig logisch, weil die
Anzahl der Nehmer - Länder in der EU größer ist, als die Anzahl der Nettozahler. Es wird
also weiterhin dabei bleiben, daß Deutschland bis zum eigenen wirtschaftlichem Zusammenbruch den marode gewordenen Laden EU finanziert.
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