14.09.2011

Die Bürgerrechtlerin Vera Lengsfeld spricht auf Abgeordneten-Check.de Klartext:

Panik und Tricks auf der Euro-Titanic

Die Bürgerrechtlerin Vera Lengsfeld spricht auf Abgeordneten-Check.de  Klartext:

Die politischen Kapriolen um die Euro- Rettung werden mit jedem Tag absurder. Nachdem der Widerstand des Parteivolks gegen weitere „Rettungsschirme“ und den ESM immer spürbarer wird und es eine Initiative gibt, die Mitglieder der FDP zu befragen, gerät Parteichef Rösler von zwei Seiten in Bedrängnis. Während die Kanzlerin verlangt, ihr ohne Wenn und Aber auf dem Weg zur Zementierung der Schuldenunion zu folgen, verweigert die Parteibasis zunehmend die Gefolgschaft. Röslers Kalkül, als er die geordnete Insolvenz von Griechenland ins Gespräch brachte, war wohl, der Mitgliedschaft eine Beruhigungspille zu verabreichen, um das große Ziel, den ESM, zu retten. Was gut für das Land ist, dem Merkel nach eigenem Bekunden dienen wollte, spielt in ihrer Regierung immer offensichtlicher keine Rolle mehr. Auch nicht bei den Medien, die sich auf die Frage konzentrieren, ob Merkels Mehrheit steht oder fällt, statt sich damit auseinanderzusetzen, welche Folgen ihre Politik für die Bürger hat.

Wie wenig Interesse besteht, das Parlament an den bevorstehenden Schicksalsentscheidungen zu beteiligen, enthüllte der Bundestagsabgeordnete Frank Schäffler vergangenen Donnerstag auf dem Kongress der Familienunternehmer in Berlin.

Der Entwurf eines „Gesetzes zur Änderung des Gesetzes zur Übernahme von Gewährleistungen im Rahmen eines europäischen Stabilitätsmechanismus“ wurde am Freitag Nachmittag, wenn sich, wie jeder weiß, weder Abgeordnete noch Personal im Büro befinden, zugestellt. Am Montag wurde die Vorlage dann von den Koalitionsfraktionen beschlossen und eingebracht. Selbst wenn alle Abgeordneten am Montag den Entwurf gelesen haben sollten, konnten sie sich offensichtlich kein Bild über die enthaltenen Widersprüche in den Formulierungen machen. Sonst wäre der Entwurf nicht rausgegangen.

Unter B steht, dass „der von der Bundesrepublik zur Verfügung zu stellende Gewährleistungsrahmen“ von 123 Milliarden Euro um 88,0459 Milliarden Euro auf 211,0459 Milliarden Euro erhöht wird.

Unter C , Alternativen: keine. Unter D heißt es : „Es entstehen keine unmittelbaren Ausgaben. Die mittelbaren Auswirkungen sind nicht bezifferbar.“

Klartext. Der Betrag wird erst später fällig, in welcher Höhe, kann niemand sagen.
Unter F, Sonstige Kosten steht: „Das Gesetz führt nicht zu zusätzlichen Kosten für die Wirtschaft einschließlich der mittelständischen Unternehmen. Durch die vorgesehenen Maßnahmen sind Auswirkungen auf die Einzelpreise und das Preisniveau, insbesondere auf das Verbraucherniveau, nicht zu erwarten.

Wie kommt der Gesetzgeber, der einräumt, die Kosten seines Handelns seien nicht bezifferbar zu der Behauptung, diese unkalkulierbaren Kosten hätten keinerlei Auswirkungen auf das Preisniveau für Bürger und Unternehmen?

Entweder handelt es sich um einen groben Fehler, oder eine bewusste Irreführung. Egal was es ist, so ein Entwurf hätte niemals abgesegnet werden dürfen. Die Koalition konnte sich das nur erlauben, weil sie sicher sein kann, dass die Opposition in diesem Fall nicht genau hinsehen wird.

 

Der Beitrag erschien zuerst auf achgut.com .

 

 

Neues Aufklärungsvideo zur EU-Schuldenunion

Enthüllungsvideo zur EU-Schuldenunion

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Kommentare

  • 15.09. 4:27

    Gerhard Rohlfs

    Merkel weg in 30 Tagen?
    Der Schäffler-Report klärt alle Fragen

    „Der Beschluss der G20, keine systemrelevante Bank insolvent gehen zu lassen, muss“
    IGNORIERT werden.
    .
    „Die Regierungen antworten auf die Erpressung der Banken, einen Insolvenzantrag bei Gericht einzureichen: Ja bitte!“
    Lieber gestern als heute.
    Der Schaden ist gross genug.
    .
    „Zudem würden die ungedeckten Zahlungsverpflichtungen zwischen den Banken und große Teile der aus dem Nichts geschöpften Geld- und Kreditmenge aus früheren Interbankengeschäften zurück ins Nichts befördert.“
    Und der Wert der Realwirtschaft, der Arbeit dadurch wieder wachsen -
    in dem Maße in welchem das Casino schrumpft.

    http://www.faz.net/artikel/C30638/standpunkt-eu-superstaatsgruendung-aus-angst-vor-crash-30686321.html

  • 14.09. 20:18

    Gerhard Rohlfs

    Wir müssen noch nachlegen, wenn wir die Mehrheit der MdB's, die den Blankoschecks EFSF und ESM zuzustimmen beabsichtigen, "knacken" wollen.
    .
    Der bisherige Musterbrief auf Abgeordnetencheck.de kann das nicht.
    Natürlich spielen hier Willfährigkeit, Korruption, Drohung mit Karriereknick oder Schlimmerem, oder Handeln gegen den Willen des Volkes eine Rolle.
    Diese Vorwürfe interessieren die MdB-Mehrheit jedoch nicht.
    .
    Wir müssen diesen Begriffstutzigen klar machen, dass auch ihre Auftraggeber auf verlorenem Posten stehen.
    .
    1. Gemäss Prof. Starbatty, einem der Kämpfer gegen die Euro-Banken-Rettungen, bricht das gegenwärtige "Rettungs"-Regime in spätestens zwei Jahren zusammen. Weil Deutschland dann bankrott ist.
    2. Es ist klar, dass weder Euro noch EZB noch EU diesen Europäischen Selbstversenkungs-Mechanismus (ESM) überstehen werden.
    Die Pläne unserer elitären Superstrategen, denen die EU noch nicht groß genug ist und die schon von Mittelmeerunion reden, weil sie meinen, mit diesem Mischmasch durch schiere Größe China etwas entgegensetzen zu können, sind ungefähr so realistisch wie die "Democracy"-und-Öl-Kriege von George W. Busch in derselben Region.
    Nur so sind solche absurden Ideen wie der ESM - scheint tatsächlich für Europäischen Selbstversenkungs-Mechanismus überhaupt erklärbar.
    3. Wenn das deutsche Rettungsfüllhorn dann alle, hat das internationale Finanzsystem ein Problem - von welchem die USA (30% der Gewinne) zu einem guten Teil leben. Dass die USA nicht Weltmacht bleiben, ist also auch klar.
    4. Dass dann, 2013, auch die derzeitige Parteienlandschaft Geschichte ist,
    können sich vielleicht sogar die meisten MdB's ausrechnen.
    .
    Wir sollten sie allerdings zur Sicherheit noch einmal darauf hinweisen.

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