8.07.2011

PID in Deutschland künftig zugelassen

Kirchen kritisieren Entscheidung des Bundestages

PID in Deutschland künftig zugelassen
Beide großen Kirchen Deutschlands und die Behindertenverbände kritisierten die Entscheidung des Bundestages zur Präimplantationsdiagnostik. Die katholische Bischofskonferenz äußerte ihr Bedauern über die Entscheidung. Die Selektion von Embryonen verstoße gegen das Achtungsgebot der Menschenwürde, erklärte der Vorsitzende, Erzbischof Robert Zollitsch in Bonn.
 
Die Ausnahmefälle, in denen die PID nicht rechtswidrig sei, müssten eng begrenzt werden. Der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, Präses Nikolas Schneider, sagte, das Gesetz sei zu weitgehend.
 
Auch Robert Antretter, der Vorsitzende der Bundesvereinigung Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung, sagte, viele Behinderte müssten die Entscheidung als diskriminierend empfinden. Die Bundesärztekammer erklärte, sie werde auf strikte Einhaltung der Bedingungen achten. Die PID dürfe nicht zum Routineverfahren werden.
 
FreieWelt.net
 
Foto: geralt/photoopia

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Kommentare

  • 9.08. 10:30

    ossi 1

    Wieviele Kirchenvertreter haben ein behindertes Kind? und wieviele haben ein behindertes Kind, welches sich selbst ein Kind wünscht und diesem Kind nicht die gleichen Probleme wünscht, wie es selber hat. nein, ich glaube nicht, dass sich (alle) behinderte Menschen diskriminiert fühlen. es ist eher eine Chance. (ist familiär bestätigt - nicht einfach daher gesagt)
    Unsere Gesellschaft sollte erst einmal lernen mit Behinderungen umzugehen, sie anzuerkennen. Behinderte haben es in Deutschland teilweise extrem schwer. sie werden gemieden, obwohl sie ganz oft tolle, sehr liebenswerte Menschen sind. Vielleicht sollten die Kirchenvertreter mehr Öffentlicharbeit zue Anerkennung von Behinderten leisten. Denn es sind auch nur besondere ganz normale Menschen.

  • 9.07. 1:23

    Hypatia

    Immerhin hat evangelisch.de einen Artikel von Dr. Bloechle veröffentlicht: http://www.evangelisch.de/themen/gesellschaft/matthias-bloechle-zur-pid-ein-sieg-der-gewissensfreiheit44277

    Und zur Behindertenproblematik kann man auch anders schreiben: http://www.taz.de/1/politik/deutschland/artikel/1/einstein-im-rollstuhl-joblos/

    Ich habe den Eindruck, Kirchenlobbyisten missbrauchen behinderte Menschen, indem sie sie vorschieben und ihre wahren Gründe für ein PID Verbot nicht beim Namen benennen.

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