15.06.2011
Der Ausgang der PID-Debatte hängt nicht zuletzt auch davon ab, in welcher Reihenfolge über die drei Gesetzentwürfe zur Präimplantationsdiagnostik (PID) im Bundestag abgestimmt wird. Diese Reihenfolge wird demnächst vom Ältestenrat des Bundestages festgelegt. Insbesondere der Gesetzentwurf, der als Erstes zur Abstimmung steht, hat die geringsten Erfolgsaussichten. Aufgrund des Abstimmungsverfahrens ist es daher möglich, daß sich die Unterstützer des Gesetzentwurfes von René Röspel, Priska Hinz, Norbert Lammert und Patrick Meinhardt noch einmal vor die Grundsatzentscheidung gestellt sehen: Verbot oder Zulassung der PID.
In ihren Äußerungen und Stellungnahmen haben die Röspel-Unterstützer immer wieder sehr deutlich zum Ausdruck gebracht, daß sie eine generelle Zulassung und damit eine Öffnung der PID nicht wollen. Vielmehr halten sie eine Zulassung der PID für sehr gefährlich. Wie die Unterstützer des PID-Verbotsantrages befürchten auch sie die Ausweitung der PID. Im Gegensatz zum Entwurf von Peter Hintze u.a., der eine begrenzte Zulassung der PID vorsieht, plädieren sie für eine Regelung, wonach eine PID nur als Ausnahme von einem grundsätzlichen Verbot zulässig sein soll. Eine PID wäre demnach nur dann möglich, wenn mind. ein Elternteil eine genetische Disposition aufweist, „die mit einer hohen Wahrscheinlichkeit zu Fehl- oder Totgeburten oder zum Tod des Kindes im ersten Lebensjahr führen kann.“
Damit stehen die Unterstützer des Röspel-Entwurfes dem PID-Verbotsantrag möglicherweise näher als einer PID-Zulassung. Deshalb haben sich die Sprecher der Initiative „PID stoppen – Selektion verhindern“ dazu entschlossen, diese 36 Abgeordneten statt wie bisher als Blockierer, jetzt als Unentschiedene auf AbgeordnetenCheck.de einzutragen. Denn je nach Abstimmungsreihenfolge und –verfahren könnten die Röspel-Unterstützer darüber hinaus bei der Abstimmung im Bundestag als Zünglein an der Waage eine entscheidende Rolle spielen.
Liste aller Röspel-Unterzeichner:
Kerstin Andreae, Bündnis90/Die Grünen
Ekin Deligöz, Bündnis90/Die Grünen
Katja Dörner, Bündnis90/Die Grünen
Kai Gehring, Bündnis90/Die Grünen
Priska Hinz, Bündnis90/Die Grünen
Ingrid Hönlinger, Bündnis90/Die Grünen
Ute Koczy, Bündnis90/Die Grünen
Agnes Krumwiede, Bündnis90/Die Grünen
Renate Künast, Bündnis90/Die Grünen
Monika Lazar, Bündnis90/Die Grünen
Viola von Cramon-Taubadel, Bündnis90/Die Grünen
Ralf Brauksiepe, CDU
Thomas Feist, CDU
Dirk Fischer, CDU
Jürgen Klimke, CDU
Norbert Lammert, CDU
Sibylle Pfeiffer, CDU
Willi Brase, SPD
Marco Bülow, SPD
Petra Ernstberger, SPD
Ulrike Gottschalck, SPD
Michael Peter Groß, SPD
Wolfgang Gunkel, SPD
Gustav Herzog, SPD
Daniela Kolbe, SPD
Burkhardt Lischka, SPD
Hilde Mattheis, SPD
Rolf Mützenich, SPD
Manfred Nink, SPD
René Röspel, SPD
Anton Schaaf, SPD
Ottmar Schreiner, SPD
Franz Thönnes, SPD
Waltraud Wolff, SPD
Jörn Wunderlich, Die Linke
Patrick Meinhardt, FDP
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Kommentare
7.11. 22:36
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Eric.
30.06. 21:16
Roswitha Körner
Ich bitte sie nicht für die PID zu stimmen. Das Leben beginnt mit der Verschmelzung von Samen- und Eizelle nach den wissenschaftlichen Erkenntnissen, auch im Reagenzglas. Der Mensch hat nicht das Recht, Leben auszusortieren, wenn es ihm nicht passt bzw. wenn es genetische Veränderungen aufweist. Es gab in Deutschland schon eine Zeit der Selektion!! Auch da fing alles klein an. Und wozu führte es?! Ich denke auch an die Zukunft- in DEutschland gibt es ohnehin zu wenig Kinder. Auch kann es durch dieses Gesetz passieren, das man gesunde Kinder (es gibt auch medizinische Irrtümer oder wegen dem Geschlecht) selektiert. Wird durch diese Gestzesannahme nicht auch die Achtung des behinderten Menschen herabgewürdigt? Was passiert dann mal mit Menschen, die im Leben durch eine Krankheit behindert werden? Werden die dann später auch ausgelöscht?
Ich habe eine Freundin, die ein behindertes Kind erwartete nach ärztlicher Untersuchung. So wurde ihr im 5. Monat nahegelgt abzutreiben. Sie tat es nicht. Dieses Kind wurde der Sonnenschein der Familie!
Der Mensch ist ein Geschöpf Gottes. Nicht alles, was der Mesch kann, ist gut und darf er. Schon in den Menschenrechten steht: Das menschliche Leben ist unantastbar.
Bitte stimmen sie gegen das PID Gesetz.
Mit freundlichen Grüßen
R. Körner
26.06. 22:15
Hypatia
Stellen Sie sich vor, Sie wären mit einer Schwester oder einem Bruder aufgewachsen, die eine ganz furchtbare Erbkrankheit hatten. Diese Erbkrankheit hat die Ressourcen Ihrer Eltern so beansprucht, dass Sie evt. selbst nicht besonders viel Fürsorge von Ihren Eltern erhalten konnten. Sie haben Ihre Eltern sehr oft weinen sehen in Sorge um das kranke Kind. Sie haben ihre Angst und Panik gesehen, wenn die Schwester oder der Bruder einen von den häufigen Erstickungsanfällen hatte oder wenn er / sie vor Schmerzen schrie. Sie haben ihr Geschwister sterben sehen und leiden selbst immer noch unter diesem Erlebnis. Vielleicht haben Sie inzwischen schon ein Kind, das ebenfalls diese Krankheit hat. Sie wissen, dass Sie sich mit ihrer ganzen Energie um dieses Kind kümmern werden, aber Sie wünschen sich auch noch ein Kind, das wird ein einigermaßen normales Leben führen können. Ein Kind, mit dem Sie Ihre Gefühle, Ihre Träume teilen können, an deren Freuden und manchml auch Leiden (die im Vergleich zu den Leiden des 1. Kindes harmlos sind) Sie teilhaben dürfen, Ein Kind, das Ihnen vielleicht eines Tages ein Enkelkind nach Hause bringen wird. Ein weiteres Kind mit DIESER furchtbaren Behinderung können Sie jedoch nicht durchbringen.
Stellen Sie sich das vor, werte Politiker, wenn Sie mit aller Kälte Ihres Herzens gegen die PID stimmen. ...
23.06. 18:30
Petra Ernsberger, SPD
Stellen Sie sich vor man hätte Sie aussortiert.
Bitte entscheiden Sie sich für das Leben.
MfG
S.G.
23.06. 18:27
Marco Bülow, SPD
Stellen Sie sich vor man hätte Sie aussortiert.
Bitte entscheiden Sie sich für das Leben.
MfG
S.G.
23.06. 18:25
Willi Brase, SPD
Stellen Sie sich vor man hätte Sie aussortiert.
Bitte entscheiden Sie sich für das Leben.
MfG
S.G.
17.06. 20:03
Inge Dotschkis-Hillejan
Ich arbeite in der Schwangerenberatung und es gibt viele Möglichkeiten, Menschen die ein behindertes Kind erwarten, mit Eltern die ein behindertes Kind aufziehen in Kontakt zu bringen.
Das mildert die Angst und stärkt auf lange Sicht die Bereitschaft das behinderte Ungeborene anzunehmen, so wie es ist.
Wir setzen auf Solidarität, Menschlichkeit durch Unterstützung...das ist der Weg.
Keine Aussortierung.
Mit freundlichen Grüssen und in der Hoffnung, das Sie für das komplette Verbot votieren.
Inge Dotschkis-Hillejan/Schwangerschaftskonfliktberatung
17.06. 9:16
Scharr
Wenn Mitglieder der C-Parteien für PID stimmen, müssen sie das C aus der Partei streichen.
Sie werden dann außerdem schuldig, dass die
Stimmung in Deutschland noch mehr gegen sie kippt.
Die politischen, moralischen und gesellschaftlichen Folgen sind dann leicht auszudenken.
Bitte stimmen sie gegen PID-Gesetz, aus Respekt vor dem Leben, vor einem Schöpfergott (weil der Mensch nicht alles darf was er könnte!) und aus Respekt vor Ihren Wählern.
Gruß Gertrud Scharr
16.06. 23:19
peter Schröder
Ich finde es infam von einem "menschem- und lebensfreundlichen Entwurf" zu sprechen. Das Gesetz dient dazu , statt den Krankheiten die Kranken zu beseitigen.Es behindert die Erforschung und Therapie vieler Krankheiten. Seine Anwendung bedingt die Unterscheidung von lebenswerten und lebensunwerten leben.
haben wir nichts aus der geschichte des "sogenannten Dritten Reichs" erkannt.
Ich bete für Sie um eine weise Entscheidung im Sinne der Menschenwürde wie sie unser Grundgesetz vorschreibt und vor allem der zehn Gebote Gottes!
Mit herzlichen Grüßen
Peter Schröder
Bartholomästraße 12
33034 Brakel
Seiten: 1