1.06.2011

FDP-Abgeordneter hat sich für PID-Zulassung ausgesprochen

MdB Schweickert: Nach reiflicher Überlegung für PID

FDP-Abgeordneter hat sich für PID-Zulassung ausgesprochen

Prof. Dr. Erik Schweickert, Verbraucherschutzpolitischer-Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, hat sich „nach reiflicher Überlegung und der Lektüre vieler Artikel und Essays“ zum Thema PID dafür entschieden, die Zulassung der Präimplantationsdiagnostik zu unterstützen.

Schweickert begründete seine Entscheidung u.a. damit, daß die PID helfen könne, den Kinderwunsch genetisch vorbelasteter Eltern zu erfüllen. Zudem könnten durch die PID Spätabtreibungen verhindert werden.

Ein Verbot der PID in Deutschland führe nur dazu, daß sich die betroffenen Eltern im Ausland Hilfe holen würden. Es könne aber nicht das Ziel sein, so Schweickert, „die Betroffenen mit ihren Problemen allein zu lassen und ins Ausland abzudrängen“.

Lesen Sie hier die ganze Antwort von Prof. Dr. Erik Schweickert.

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Kommentare

  • 2.07. 16:31

    Rusty

    Ein grundsätzliches Verbot mit Ausnahmen, hm, das erinnert mich sehr an "rechtswidrig, aber straffrei", und was ist daraus geworden? Hier ist viel von betroffenen Eltern und behinderten Kindern die Rede. Wer setzt sich für die verbrauchten 30 Embryos ein, die durchschnittlich bei jeder PID sterben müssen? Ich kann nur bedauern, dass Sie diese Entscheidung getroffen haben. Auf meine Wählerstimme müssen Sie leider verzichten!

  • 24.06. 21:21

    Hypatia

    @ Kline-Felter-Syndrom: Ihre Auffassung kann ich bestätigen. Mein Mann hat ebenfalls das Klinefelter Syndrom. Er weiß, dass Embryonen mit dieser genetischen Besonderheit abgetrieben werden. Ich habe ihn gefragt, ob ihn das verletzt. Das ist aber nicht der Fall.

    Das Klinefelter-Syndrom ist jedoch keine Erbkrankheit und schon deshalb kein Grund für eine PID. Es würde auch als leichte Krankheit zählen und bei einer begrenzten Zulassung der PID diese nicht rechtfertigen.

    Eltern von Kindern mit dem Klinefelter-Syndrom betreiben Aufklärungsarbeit und informieren damit Eltern, die gerade vor der Frage stehen, ob sie ein Kind mit dieser Besonderheit abtreiben oder behalten sollen, darüber, wie ihr Leben mit ihrem Kind ist. Das halte ich auch für eine ehrlichere Variante der Prävention von Abtreibung oder auch PID.

    Aufklärungsarbeit stigmatisiert die Eltern nicht, sondern sie informiert und gibt den Eltern damit eine bessere Entscheidungsgrundlage für eine selbst bestimmte Entscheidung. Ob sie nun so oder so ausfällt.

  • 24.06. 20:19

    Hypatia

    @Dr. Tombrinck,

    Sie wollen also wirklich sagen, wer ein krankes Kind auf die Welt bringt, ist - in vielen Fällen - selbst schuld, da er zuvor nicht doll genug gebetet hat. Ich fasse es nicht! Sie wollen nicht nur Paare dazu verurteilen, Kinder mit schweren Erbkrankheiten zur Welt zu bringen, sie wollen ihnen auch noch Schuldgefühle einreden.

    Wenn Sie meinen, dass das nicht transferieren eines Embryos Mord ist, dann sind Sie bestimmt auch ein Mörder. Falls Sie nicht Vergetarier sind, essen sie im Jahr wohl so einige 100 Tiere auf. Falls Sie Vegetarier sind, nutzen Sie vielleicht Produkte, denen Tierversuche vorausgegangen sind. Spätestens aber dann, wenn Sie mal krank werden, dann morden Sie Millionen von Baketerien. (An die Redaktion: Nicht, was Sie vielleicht wieder denken - Das ist nur meine persönliche Meinung.)

    Im Übrigen geht einem Mord immer eine Handlung voraus. Selbst dann, wenn man einem kranken Menschen nicht hilft, ist das "nur" eine unterlassene Hilfeleistung. Der Nicht-Transfer eines Embryos wäre allenfalls sowas, wie eine unterlassene Hilfeleistung. Allerdings kann man eine Frau nicht dazu verurteilen, dass sie einen Embryo gegen ihren Willen transferiert bekommt. - Stellen Sie sich vor, Sie könnten einen Menschen retten, indem Sie ihm eine Niere spenden. Sie verweigern das aber. Sind Sie deshalb ein Mörder?

  • 16.06. 16:00

    Dr. Wilhelm Tombrinck

    Liebe Marie,

    entschuldigen Sie bitte die ungenaue Ausdrucksweise. PID ist natürlich nur eine Untersuchung. Mord ist das darauf folgende Töten des Kindes.

    Da letzteres in Mord ist, ist PID eine überflüssige Untersuchung, weil Sie das Kind jedem Fall nicht töten dürfen, wenn Sie keinen Mord begehen wollen. PID verführt zu Mord. Mord ist übrigens auch dann Mord, wenn er in unserem Rechtssystem nicht als solcher bezeichnet wird.

    Erkundigen Sie sich mal, was als "schwerer Gendefekt" bezeichnet wird. Auch in 500 Jahren werden wir den genetischen Bauplan des Menschen nicht durchblicken. Die Arroganz des Menschen zu meinen, hier irgend etwas auch nur im Ansatz zu verstehen, ist einfach unglaublich.Jeder Mensch kann grundsätzlich jede Krankheit entwickeln. Das verhindern Sie sicher nicht durch eine menschliche Selektion.

    Aber selbst, wenn Sie schwere Krankheiten durch die PID verhindern könnten, rechtfertigt das immer noch keinen Mord. Mord ist nicht rechtfertigbar. Ich denke, da sind wir uns einig. Das Töten eines Embryos ist Mord.

    Auch ich bin in gewisser Weise ein Betroffener, und ich weiß, wovon ich spreche.

    Und ja, eine schwere Krankheit kann (muss aber nicht) eine Strafe Gottes sein, z.B. für Mord. Denn Gleiches wird mit Gleichem vergolten (in der Esoterik nennt sich das "kosmisches Gesetz des Gleichgewichts"), es sei denn, Sie bereuen die Tat von Herzen.

    Herzlich

    WT

  • 13.06. 19:14

    Marie

    Lieber Herr Dr. Tombrinck,

    ich wünsche mir als Betroffene eine PID als Diagnosemöglichkeit. Ich möchte wissen, ob mein Kind lebensfähig sein wird, oder ob ich mich auf eine weitere Fehlgeburt einstellen muss. Die PID an sich ist KEIN Mord. Die PID selbst ist eine Möglichkeit zur Diagnose schwerer Gendefekte. Ich möchte diese Diagnose erfahren und nicht im Unklaren darüber gelassen werden, was mit mir oder meinem werdenden Kind passiert.

    Das, was Sie hier als Mord bezeichnen, ist die NACH der PID folgende Entscheidung der Mutter, ob sie einen genetisch (schwer) geschädigten Embryo transferiert bekommen möchte oder nicht.

    Ich für meinen Teil möchte zumindest die Gewissheit und keinen Zwang zum Nichtwissen.

    Beste Grüße
    von einer Betroffenen (die von Ihnen als potentielle Mörderin stigmatisiert wird)

  • 11.06. 5:51

    Dr. Wilhelm Tombrinck

    Liebe Abgeordnete, liebe Mitmenschen,

    ein Mensch ist ein Mensch vom Zeitpunkt der Empfängnis an. Dabei ist es irrelevant, wie die Empfängnis zustande kam. Jede Selektion der befruchteten Eizelle ist (ebenso wie jeder Schwangerschaftsabbruch) Mord.

    Bei PID geht es nicht darum, Betroffenen zu helfen, wie dies von einigen dargestellt wird. Schon gar nicht ist ein Verbot der PID als unterlassene Hilfeleistung einzustufen. Im Gegenteil. Wer PID verhindert, verhindert MORD.

    Die Freiheit der betroffenen Eltern rechtfertigt nicht, ihr gerade (künstlich) gezeugtes Kind zu töten. Mord ist niemals rechtfertigbar.

    Die genetische Selektion wurde in Deutschland übrigens schon einmal propagiert.

    Auch Aldous Huxley lässt grüßen.

    Dr. Wilhelm Tombrinck

  • 6.06. 9:23

    Michael Hermanns

    Behinderte und kranke Menschen sind genauso notwendig in unserer Gesellschaft wie gesunde. Wer mit Behinderten arbeitet, weiß, was sie einem geben können. Es ist die Überheblichkeit des Menschen zu glauben, er hätte das Recht zu entscheiden, was lebenswert ist und was nicht. Schaut man sich den Zeugnisbericht von Nick Vujicic an - einem Mann ohne Beine und Arme - und sieht seine Lebensfreude, dann spätestens sollte jeder erkennen, dass unser Maßstab zur Festlegung dessen, was gut und was schlecht ist, meistens irregeleitet ist.
    PID ist Selektion von Menschen und ist m.E. zu vergleichen mit der "Reinrassigkeitslehre" der NS Ideologie.
    Sie ist uneingeschränkt abzulehnen. Das Leben ist ein Geschenk und sollte in jeder Form - auch als Prüfung - angenommen werden.

  • 4.06. 8:53

    Kline-Felter-Syndrom

    Vor über 48 Jahren habe ich das Licht der Welt erblickt, für meine Eltern war es ein toller Augenblick, endlich ein Junge. Was damals keiner wusste, weil die Medizintechnik noch nicht so weit war - ich habe einen Gendefekt, der mir selber es versagt hat Kinder zu zeugen, er nennt sich Kline-Felter-Syndrom und hat eine Verwandschaft mit dem Down-Syndrom. Ich muss damit leben, nicht meine Eltern, ich habe einige Begleiterscheinungen von Osteoporose angefangen etc. und werde damit leben müssen, es sind meine Schmerzen. Daher finde ich es gut, wenn man im Vorfeld bereits bestimmen kann gesund oder nicht gesund ...

  • 3.06. 9:19

    Philippa

    Gibt es denn ein Recht auf Gesundheit? Nein? Und trotzdem werden z.B. krebskranke Menschen behandelt. Und trotzdem lässt man sich impfen. Und das ist auch gut so.

    Genauso gibt es natürlich kein Recht auf ein Kind. Und trotzdem sollte Betroffenen geholfen werden. Warum will man ausgerechnet ihnen die Hilfe verweigern und ihnen immer wieder Fehl- und Todgeburten zumuten? Das ist mir unverständlich!

    PID hilft betroffenen Paaren und ermöglicht Leben!

  • 2.06. 14:51

    Inge Hüsener

    Auch genetisch vorbelastete Eltern haben kein "Recht" auf auf ein gesundes Kind, genausowenig wie andere "gesunde" Eltern. Eine Vorauswahl darf es nirgends geben, denn eine Abgrenzung ist unmöglich.

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