1.06.2011

Ulrike Höfken tendiert zum Röspel-Entwurf

PID birgt Gefahr einer staatlichen Vorgabe zur Selektion von Leben

Ulrike Höfken tendiert zum Röspel-Entwurf

Die Grünen-Politikerin und Umweltministerin in Rheinland-Pfalz Ulrike Höfken hat sich in der Frage zur gesetzlichen Regelung der Präimplantationsdiagnostik (PID) zwar noch nicht eindeutig festgelegt. Bei einer PID-Zulassung sehe sie aber „die Gefahr, dass von staatlicher Seite eine Vorgabe zur Selektion von Leben entwickelt wird“. Dies lehne sie ab, teilte sie in ihrer Antwort auf zahlreiche Bürgeranfragen mit.

Eine so weite Zulassung der PID, wie sie der Gesetzentwurf der Abgeordneten Hintze u.a. vorsehe, würde „sogar von den Sachverständigen des Deutschen Ethikrates abgelehnt, die sich grundsätzlich für eine PID-Zulassung aussprechen“, erläuterte Höfken.

Am stärksten tendiere sie „zum Antrag mit der Drucksache Nummer 17/5452, federführend initiiert u.a. durch Priska Hinz, René Röspel, Patrick Meinhardt und Dr. Norbert Lammert.“  Dieser Entwurf treffe am deutlichsten ihre „Haltung zu diesem ethischen Problem“.

Lesen Sie hier die vollständige Antwort von Ulrike Höfken.

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Kommentare

  • 1.07. 0:58

    Oezimix

    Sehr geehrter Herr Hermanns,
    ich bin nicht religiös aber ich glaube an Gott und an die Macht der Erschaffung, aber was Sie aus Sicht Ihres Glauben schreiben, rechtfertig nicht den verbot der PID.

    Wissen Sie wie es ist mehrere Fehlgeburten zu haben, aufgrund eines Gendefekts????? Ich denke nicht.
    Und eine Ausschabung machen zu müssen, weil Ihr Baby in Ihrem Bauch gestorben ist. Auch diese Ausschabungen zählen in der Statistik, für Abtreibungen.
    Es geht nicht um Selektion von befruchteten Eizellen, bei den Fällen mit Gendefekt muss man froh sein, wenn man überhaupt eine Eizelle hat, die Lebensfähig ist.
    Das heißt für Sie, die nicht gleich absterben, wenn ein Staat darüber bestimmen soll was eine Frau machen darf oder nicht mit ihren befruchteten Eizellen finde ich echt Armseelig und traurig.

    Ich finde es pervers und unglaublich, dass die Menschen die Befruchtete Eizelle in der Petrischale mehr Wertschenken und die PID wegen Selektion verbieten wollen, ob wohl die Abtreibung legal durchgeführt werden darf?????

    Unglaublich.
    Es denkt keiner an die Menschen die betroffen sind und die PID ihnen ein Kind schenken könnte, das LEBT.

  • 23.06. 12:10

    Michael Hermanns

    Weder wurde in der Vergangenheit der Menschheit viel erspart, noch wird ihr zukünftig viel erspart bleiben, da sich der Mensch immer wieder gegen die 10 Gebote wendet. Wenn ich lese, wie Philippa es schreibt: "Das ist alles wohlüberlegt und man kann es "mit dem eigenen Namen unterschreiben",..." dann halte ich dagegen, dass angeblich auch bei der Abtreibung vorher "Beraten" wurde und somit alles wohl überlegt ist. Tatsache ist, dass die meisten die abgetrieben haben posttraumatisiert sind und Psysische Probleme haben und das ein Leben lang. Tatsache ist, dass durch die 1000 Föten die täglich aus den Körpern der Frauen ungefragt zerstückelt werden, mittlerweile ein gesellschaftliches Problem herangewachsen ist, dass unsere Zukunft düster erscheinen läßt.

    Wenn Philippa schreibt: "Aus reiner Nächstenliebe sollten wir die PID in Ausnahmefällen gestatten", so erinnere ich sie an das fünfte Gebot. "Du sollst nicht töten". Was gibt es hier zu deuteln?

  • 17.06. 17:39

    Philippa

    Auszug aus Grönemeyer "Stück vom Himmel"

    Warum in seinem Namen

    Wir heißen selber auch

    Wann stehen wir für unsere Dramen
    
Er wird viel zu oft gebraucht

    Alles unendlich, unendlich



    Welche Armee ist heilig

    Du glaubst nicht besser als ich

    Die Bibel ist nicht zum Einigeln

    Die Erde ist unsere Pflicht

    Sie ist freundlich, freundlich, wir eher nicht


    Da hier so häufig die Bibel zitiert wird:
    Hat Gott uns nicht zu vernunftbegabten Menschen gemacht bzw. machen wollen? Sollten wir nicht unsere Taten mit unserem eigenen Namen unterschreiben können?

    Hätte Gott gewollt, das wir alles einfach so hinnehmen, dann müssten wir wohl jetzt noch in Höhlen leben. Evolution wäre dann wohl eher nicht möglich gewesen.

    Aus reiner Nächstenliebe sollten wir die PID in Ausnahmefällen gestatten bzw. mündigen Menschen erlauben, eine eigene moralisch/ethische Entscheidung für sich zu treffen. Niemand wird das leichtfertig tun. Das weiß man spätestens dann, wenn man selber zumindest mal einen IVF-Zyklus durchlaufen hat. Da macht man keine PID einfach aus einer fixen Idee heraus. Das ist alles wohlüberlegt und man kann es "mit dem eigenen Namen unterschreiben", was man da tut. In sehr sehr vielen Fällen geht es noch nicht mal um Selektion, sondern nur um das Aufspüren einer lebensfähigen befruchteten Eizelle, die das Potential hat, zum Menschen zu werden. Das ist aktive Hilfe zum Leben. Ohne PID würde es diese Kinder nicht geben!

    Bevor man sich hier anmaßt, die Bibel oder Gott als Sprachrohr zu benutzen, sollte man doch lieber seinen gesunden Menschenverstand einschalten. Der Menschheit hätte so auch in der Vergangenheit sehr viel Leid erspart werden können.

  • 17.06. 15:13

    Michael Hermanns

    Frau Philippa, lassen Sie doch Hohn und Spott beiseite. Den göttlichen Plan kann man nicht in drei Sätzen auslegen und das ist letztlich bei noch soviel Unwillen, nicht in meinen Beitrag hinein zu interpretieren. Ich würde mir nicht anmaßen, den göttlichen Plan auszulegen, da ich ihn nicht kenne. Ich kann nur versuchen, Gottes Liebe aufzunehmen und zu verstehen, dass sein Plan nicht immer unser Plan ist. Und wenn Sie von den Emotionen der Mutter reden bei Fehl- und Totgeburten, so halte ich Ihnen entgegen, das auch meine Frau zwei Fehl- bzw. Totgeburten hatte. Unsere Blutgruppen vertrugen sich nicht. Nach heutiger Sicht ein Fall für "PID" oder "Abtreibung". Trotzdem haben wir stressfrei und im Vertrauen auf Gott weiter probiert und letztlich ohne PID, Fruchtwasseruntersuchung, oder sonstige "Kunstgriffe" zwei kerngesunde Kinder erhalten.
    Das Schicksal schlug dafür später zu und zwei Schädelbrüche des Älteren innerhalb von 3 Monaten im Alter von fünf Jahren, mit Koma und der Diagnose auf schwerste Sprachstörungen sowie späterer Epilepsie haben uns erneut geprüft.
    Es gibt kein Recht auf Unversehrtheit. Warum soll der Mensch lernen und nach Gott fragen, wenn doch alles "im Lot" ist. Nur durch Leid werden wir dazu bewegt uns über das Woher und das Wohin Gedanken zu machen.
    Von den Medien totgeschwiegen, werden auch die posttraumatischen Zustände und Erkrankungen von Frauen, die abgetrieben haben. Es wird vor der Abtreibung zuwenig über die pshyschischen Folgen der Abtreibung aufgeklärt.
    Über 38 Tote durch EHEC Erreger wird wochenlang berichtet. Über die 1000 Föten, die pro Tag ungefragt abgeschlachtet werden schweigt diese Gesellschaft. Darauf kann meines Erachtens kein Segen ruhn.
    Denken Sie mal darüber nach.

  • 7.06. 12:10

    Philippa

    Herr Hermanns, vielen Dank für Ihre Auslegung des göttlichen Plans.

    Erschreckend finde ich nur, dass Ihr religiöses Verantwortungsgefühl vor den (im Gegensatz zur befruchteten Eizelle) nachgewiesenermaßen vorhandenen starken Emotionen der Mutter, die Fehl- bzw. Todgeburten in Serie erleiden muss, offensichtlich halt macht. Wie passt das zusammen?

    Die PID darf und kann man nicht auf den Aspekt der Selektion reduzieren - hier geht es in sehr vielen Fällen um die Möglichkeit, überhaupt erst eine lebensfähige befruchtete Eizelle zu finden und so Leben zu ERMÖGLICHEN!

  • 6.06. 9:43

    Michael Hermanns

    Gott läßt nichts ohne Grund passieren. In Röm 8,28 heißt es: Alle Dinge dienen denen zum Besten, die ihn lieben". So ist es auch wichtig, behindertes oder gentechnisch gesehen "schadhaftes" Leben anzunehmen und nicht auszuselektieren. Selbst das, was wir nach unseren heutigen sehr egoistisch motivierten Sichten als schlimm ansehen, sollte eigentlich dazu dienen, uns in der Liebe zum Nächsten weiter zu entwickeln. Auch die Ego Ansicht "mein Bauch gehört mir", ist m.E. falsch. Schauen Sie in Google nach Nick Vujicic, ein Mann, geboren ohne Arme und Beine und doch ein Beispiel an Energie und Lebensfreude pur. Dann werden Sie sicher auch verstehen, das der Eingriff in das Leben und die Selektion von "Gut" und "Böse" oder "lebenswert" und "unlebenswert" nicht in unserem Ermessen liegt!
    Ich wünsche Ihnen Gottes Segen zu Ihrer Entscheidung.

  • 4.06. 0:28

    Hypatia

    Sehr geehrte Frau Höfken,

    ich sehe nicht die Gefahr einer staatlichen Vorgabe der Selektion von Leben. Weil, es ist auch in dem Gesetzentwurf von Hintze u.a. nicht vorgesehen, da staatliche Vorgaben zu machen. Vielmehr treffen die potentiellen Eltern - unter Beratung - die Entscheidung. Eine Ethikkommission wird in jedem Einzelfall - und nicht anhand einer Liste - entscheiden, ob dem Begehren des Paares zugestimmt werden kann.


    Sehr geehrte Frau Lewerentz,

    sie haben viele Fragen. U.a. fragen Sie sich: "Kann es sein, dass Ihm ungeteiltes Lebensrecht und Würde von einem liebenden Schöpfer zugesprochen ist?" - Genauso gut könnte man sich doch aber auch fragen: "Kann es sein, dass ein über uns stehendes Wesen - allgütig, allmächtig oder allwissend - uns die Möglichkeit der PID in die Hand gegeben hat, um sie auch zu nutzen? - Ist es nicht eine Selbstherrlichkeit von Menschen, andere Menschen zu verdammen, diese Möglichkeit nicht nutzen zu dürfen?

  • 3.06. 15:38

    Isabel Lewerentz

    Sehr geehrte Frau Höfken,

    Gerne möchte ich zu Ihren Argumentationen zu der Thematik einige Gedanken aus meinem Herzen mit Ihnen teilen.

    Stellt sich angesichts dieser Auseinandersetzung über die Zulassung oder das Verbot der PID nicht die Frage nach der Rückbindung des Menschen in seinen Werten und Entscheidungen an ein größeres Ganzes, an eine über ihn hinausgehende höhere Instanz? Ist es wahr, dass sich der Mensch in allem selbst definieren und sein ‚Koordinatensystem’ selbst schaffen muss? Kann es sein, dass Ihm ungeteiltes Lebensrecht und Würde von einem liebenden Schöpfer zugesprochen ist?

    Wird evtl. in einer solchen Zulassung eine Anmaßung, eine Verabsolutierung der Selbstherrlichkeit des Menschen deutlich?



    Könnte es sein, dass wir als Menschen mit der Annahme, welche Rechte uns zustehen oder welche wir einander zu- oder aberkennen (wie: Recht auf ein Kind, Recht auf ein gesundes Kind, Recht auf Leidvermeidung, ...) an einem Grundprinzip des Lebens vorbeigehen?

    Dem Grundprinzip, dass alles Leben aus Lieben, Opfern und Leiden besteht.

    Liegt im Annehmen einer solchen Grenze, wie die Ablehnung der PID, gepaart mit einem gemeinsamen Tragen und Unterstützen der von diesen Fragen existentiell Betroffenen in ihren jeweiligen Lebenssituationen unter Umständen ein wesentlicher Aspekt unseres Mensch-seins, von Lebensqualität und Würde?

    Kann es sein, dass wir, auch in ehrlichem Bestreben Leid für Menschen lindern oder verhindern zu wollen, mit einer solchen Entscheidung tiefer und weiter reichenden Schaden erst eröffnen?


    Die Erfahrungen in Ländern, die die PD zugelassen haben, zeigen leider ausnahmslos, dass die anfangs enge Begrenzung auf wenige schwere Krankheiten und Behinderungen nirgendwo eingehalten worden ist. Es ist absehbar, dass die wachstumsstarke Reproduktionsindustrie und der Druck, möglichst nur gesunde Kinder zu haben, auch bei uns die Ausweitung der PID-Kriterien weiter vorantreiben wird.

    mit herzlichen Grüßen
    Isabel Lewerentz

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