27.05.2011

Staatssekretärin im Gesundheitsministerium unterstützt PID-Verbot

Annette Widmann-Mauz: Schutz des werdenden Embryos

Staatssekretärin im Gesundheitsministerium unterstützt PID-Verbot

Die parlamentarische Staatssekretärin im Gesundheitsministerium, Annette Widmann-Mauz (CDU), hat sich für ein Verbot der Präimplantationsdiagnostik (PID) ausgesprochen. Damit wächst die Zahl der Unterstützer eines PID-Verbots auf 201 Abgeordnete. Bislang hatte die CDU-Politikerin keinen der drei Gesetzentwürfe mit ihrer Unterschrift unterstützt.

Die PID sei eine Methode, „die bestehende ethische Grenzlinien zu überschreiten droht“. Den „Schutz des werdenden Embryos“ halte sie für „vordringlich“, so Widmann-Mauz in ihrer Antwort auf Bürgernachfragen über AbgeordnetenCheck.de.

Lesen Sie hier die Antwort von Annette Widmann-Mauz

Foto: Laurence Chaperon

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Kommentare

  • 6.06. 10:01

    Michael Hermanns

    Ich unterstütze Sie in Ihrer abklehnenden Haltung zu PID und bestärke Sie darin standhaft zu bleiben.
    Wenn wir in unserem Leben zukünftig immer mehr nur das EGO fördern und das Leben, auch wenn es gesundheitlich belastet sein könnte, immer mehr verneinen, dann wird das Aussterben dieses Volkes noch beschleunigt werden. Auch Behinderte und Kranke formen diese Gesellschaft in menschlicher und sozialer Hinsicht und sind unverzichtbar.
    Schauen Sie sich den Lebensbericht von Nick Vujicic an, ein Mann, geboren ohnen Arme und Beine und nach heutigem Ermessen "nicht lebenswert" und nach der PID ausselektiert und doch ein Beispiel an Energie und Lebensfreude pur.
    Wie gut, das es ihn gibt!
    Wenn Sie sich das angesehen haben, dann werden Sie sich bestärkt fühlen,
    dass der Eingriff in das Leben und die Selektion von "lebenswert" und "unlebenswert" nicht in unserem Ermessen liegt!
    Es ist, wie der Apfel vom Baum des Lebens. Adam konnte ihn pflücken und tat es auch, obwohl es ihm nicht gestattet war. War es deshalb gut und richtig?
    Ich wünsche Ihnen Gottes Segen zu Ihrer Entscheidung.

  • 2.06. 23:09

    Hypatia

    @Berti Niehoff: Die PID ist kein Versuch mit Embryonen. Da haben Sie etwas falsch verstanden. Sie ist auch kein Eingriff in die Natur. Weil, der Embryo, der sich tatsächlich zum Menschen entwickelt, ist genau so, wie die Natur ihn geschaffen hat.

    Im Übrigen ist der Schutz aller Embryonen, die sich tatsächlich zum Menschen entwickeln, da man sie ja auf die Mutter überträgt, etwas, was ich für eine außerordentlich wichtige Aufgabe halte. Denn: Dieser Schutz dient der Gesundheit und dem Interesse des späteren Menschen.

  • 2.06. 11:28

    Niehoff, Berti

    auch ich halte den Schutz des werdenen Embryos als vordringlich. Alle Versuche mit Embryonen sollten uns Menschen verboten bleiben. Wie weit darf der Mensch in die Schöpfung eingreifen? Wo ist die Grenze?

  • 31.05. 19:08

    Hypatia

    @ la jardinière:

    Dass nur jeder 10. Embryo zur Geburt eines Kindes führt, ist eine Erfahrung der reproduktionsmedizinischen Zentren. Dort wissen sie genau, wie viele sie in der Petrischale hatten und wie viele Kinder daraus hervor gegangen sind.

    Dass das in etwa auch bei herkömmlichen Versuchen, schwanger zu werden, so ist, habe ich irgendwo gelesen, ohne dass ich jetzt die Quelle nennen kann. Es gibt dazu wohl medizinische Untersuchungen, die sich damit beschäftigt haben, dass es häufiger im Mutterleib zu Befruchtungen kommt, nach denen sich die Eizelle aber nicht einnistet. Manchmal nistet sie sich auch ein, geht aber so früh ab, dass die Frau das gar nicht mitbekommt.

    Ich halte das nicht für die Art gefährdend. Im Gegenteil sorgt die Natur dafür, dass nicht allzu viele Menschen mit zu starken Behinderungen auf die Welt kommen. Es würde vielleicht unsere Kräfte sprengen, für die alle zu sorgen. Dieses Phänomän sorgt wohl auch dafür, dass wir uns nicht zu stark vermehren. Es gäbe sicher viel darüber zu philosophieren.

    Im Übrigen geht es hier auch um keine menschliche Manipulation. Niemand nimmt Veränderungen an den Embryonen vor. Alle bleiben, wie sie sind. Es tötet auch niemand die Embryonen. Es geht hier nur darum, dass einige Embryonen auf Wunsch der Mutter nicht in ihren Leib transferiert werden. Der Mutterleib ist jedoch eine Bedingung, die der Embryo unbedingt braucht, um die Chance zu haben, ein Mensch werden zu können. Diese Bedingung wird ihm nicht gegeben. Deshalb entwickelt er sich nicht weiter. Das ist, als wenn Sie eine Tüte Radieschensamen haben und nicht in die Erde einbringen. Daraus werden dann auch nie Radieschen. Ist Radieschensamen ins Wasser schütten = Radieschen töten?

    Dass behinderte Menschen unseren besonderen Schutz brauchen und dass wir ihnen die Mittel zur Verfügung stellen sollten, um ein entsprechend den Möglichkeiten lebenswertes Leben leben zu können, das ist ein anderer Punkt, den ich niemals in Frage gestellt habe.

  • 31.05. 18:44

    Hypatia

    @Susanne: Niemand befindet Embryonen für lebensunwert. Es geht hier darum, dass Frauen, die bereits in ihrer Familie schlimme Erfahrungen mit schweren Erbkrankheiten gemacht haben oder die bereits mehrere Totgeburten aufgrund einer Erbkrankheit hatten, für sich ganz persönlich entscheiden wollen und entscheiden können sollten, so einen Embryo nicht (noch mal) austragen zu wollen. Das ist ganz einfach das Selbstbestimmungsrecht der Frau. Eine Frau ist eine bereits empfindende Person mit Interessen. Der frühe Embryo hat noch kein Interesse und auch keine Empfindungen, erst recht kein Bewusstsein. Da noch kein Interesse des Embryos da ist, kann man auch nicht das Interesse dieses Embryos über das der Frau stellen. Das noch nicht vorhandene Interesse ist hier der entscheidende Punkt.

    Auf die Zahl der Embryonen, die nicht zum Menschen werden, bin ich deshalb zu sprechen gekommen, weil hier zahlreiche Abgeordnete – immer wieder mit demselben Wortlaut – behaupten, einer PID würde man im Schnitt 33 Embryonen opfern. Und das wäre zu viel. Dem halte ich entgegen, dass es niemals soooo viele sind, sondern dass man, wenn man schon gegen eine Sache auftritt, mit den richtigen Zahlen argumentieren sollte, also vielleicht hätte man 2 oder 3 schreiben können. Alles andere ist unseriös.

    Der Unterschied zwischen uns beiden ist, dass Sie den 8 Zeller auf die gleiche Stufe mit einem Menschen stellen, ich aber nicht. Mit Ihrer Logik müssten Sie, wenn Sie in ein brennendes Haus kommen und da eine Stickstoffflasche mit 2 tiefgefrorenen Embryonen drin steht, daneben ein Kind liegt, wenn Sie nur eins von beiden retten können, die Stickstoffflasche mitnehmen und das Kind verbrennen lassen. Weil, so haben Sie – nach Ihrer Sicht – 2 Menschen gerettet und nicht nur 1. Ich hingegen habe war sehr wohl einen gewissen Respekt vor der sich entwickelnden menschlichen Eizelle als Wunder des Lebens, jedoch habe ich einen größeren Respekt vor bereits geborenen Menschen.

  • 31.05. 9:48

    la jardinière

    Ob etwas natürlicherseits geschieht, wie beim frühen Absterben von Embryonen im Mutterleib oder durch menschliche Manipulation außerhalb des Mutterleibes, ist ein großer Unterschied. Eine Selektion nach menschlichem Gutdünken hat mit natürlicher Auslese nichts zu tun. Es gibt unzählige Beispiele von Menschen, die trotz Behinderung oder ungünstiger genetischer Disposition Großartiges geleistet haben.
    Wir sind nun einmal keine Tiere, weshalb wir - einzigartig in der Natur - sogar auf die Idee kommen können, unsere eigenen Nachkommen massenhaft zu töten.

    Ob wirklich nur jeder zehnte Embryo ausgetragen wird, weil die restlichen absterben, wage ich zu bezweifeln. Woher stammen diese Zahlen? Wer stellt diese auf? Ich halte es medizinisch für unmöglich, die natürliche Rate der frühabgestorbenen Embryonen festzustellen. Zahlenangaben sind in diesem Fall propagandaverdächtig.
    Bei dem ohnehin erstaunlich kurzen Zeitraum der Fruchtbarkeit der Frau innerhalb ihres Zyklus wäre ein massives Absterben befruchteter Zellen artgefährdent, also naturwidrig.

  • 31.05. 9:31

    Susanne

    Aha! Hypatia meint, nicht so schlimm, es werden ja nur einige beseitigt, beschwichtig sie. Ferner: Seit wann ist es das Gleiche, wenn ein Embryo, der nicht lebensfähig ist, im Mutterleib nicht heranwächst, wie wenn Embryos, die lebensfähig wären, gezielt, weil für "lebensunwert" befunden, beseitigt werden? Alles nur Zellhaufen? Das gilt auch für den ausgewachsenen Menschen. Biologistisch betrachtet eine Ansammlung von Zellen, 90 % aus Wasser. Versetzt man diesen Zellhaufen ins künstliche Koma, hat er nicht eimal mehr Bewußtsein. Das ist die angewandte Logik von Hypatia.

  • 29.05. 13:10

    Hypatia

    Ich zitiere Frau Widmann-Mauz: "Eine Studie der Europäischen Gesellschaft für Humanreproduktion und Embryologie (ESHRE) belegt: Für jedes Kind, das nach PID geboren wird, werden durchschnittlich 33 Embryonen „produziert“ und dann beseitigt, weil sie „Qualitätsanforderungen“ nicht entsprechen."

    Diese Passage habe ich hier auch noch in den Kommentaren anderer PID-Ablehner gelesen. Da ich davon ausgehe, dass man als Politiker in der Bundesregierung erstmal seine Intelligenz unter Beweis stellen muss, kann ich es schwer glauben, dass diese PID-Ablehner das, was ch oben zitiert habe, wirklich selbst so glauben.

    Es werden nicht 33 Embryonen "beseitigt". Von 33 Embryonen sterben nämlich im Dirchschnitt 20 von selbst. Nur jeder 10. entwickelt sich zum Kind. Das ist auch bei natürlichen Zeugungen so. Nur, da merkt es die Frau nicht, wenn ihre Embryonen sterben. Die Frau bekommt es nur mit, wenn einer mal nicht stirbt. Es bleben also im Schnitt 3 Embryonen übrig, die sich zum Menschen entwickelt hätten. Vielleicht auch weniger, da es ja bei Paaren, die die PID benötigen, häufiger Fruchtbarjeitsprobleme gibt. Von den 3en wird also im Schnitt ein entwicklingsfähiger Embryo ohne die untersuchte Erbkrankheit festgestellt, der dann auch zum Menschen wird. Die anderen beiden haben die Erbkrankheit und werden daher auf ausdrücklichen Wunsch der Mutter nicht auf die Mutter übertragen. Da ein Embryo zwingend den Mutterleib benötigt, um zum Menschen zu werden, jetzt aber nicht die nötigen Entwicklungsbedingungen vorfindet, entwickelt er sich nicht weiter.

    Der Embryo zu diesem Zeitpunkt ist jedoch noch keine Person, sondern eine Ansammlung von menschlichen Zellen, die sich auch noch teilen können. Das heißt, es könnten auch 2 Embryonen sein. - Ich sehe es schon kommen, Frau Widmann-Mauz beklagt beim nächsten Mal 264 Embryonen, die "beseitigt" werden, denn 33*8 (für 8-Zeller), das macht 264.

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