25.05.2011

Lebensschützer demonstrieren vor PID-Expertenanhörung im Gesundheitsausschuß

"Selektion durch PID? Nein danke!" - PID-Aufklärungsaktion in Berlin

Lebensschützer demonstrieren vor PID-Expertenanhörung im Gesundheitsausschuß

Anläßlich der öffentlichen Anhörung zur Präimplantationsdiagnostik (PID) am Mittwoch im Gesundheitsausschuß demonstrierten verschiedene Lebensschutzgruppierungen vor dem Tagungsgebäude und dem Reichstag in Berlin. Aufgerufen hatte hierzu der Bundesverband für das Leben (BvL). Mit Transparenten („Selektion durch PID? Nein danke!“), Stoppschildern mit der Aufschrift „Stoppt PID und Selektion“ und Informationsbroschüren warb der BvL gemeinsam mit KALEB, der Aktion Lebensrecht für Alle e.V. (ALfA) und der Jugend für das Leben bei Politikern und Passanten für ein striktes Verbot der PID. 

Im Inneren des  Marie-Elisabeth-Lüders-Haus, in dem der Gesundheitsausschuß tagte, verteidigte u.a. Staatsrechtler Ernst-Wolfgang Böckenförde den PID-Verbotsantrag der Abgeordneten Andrea Nahles (SPD) und Pascal Kober (FDP).  Die PID-Zulassung sei „aus rechtlicher wie ethischer Sicht mit der Garantie der Menschenwürde des Grundgesetzes unvereinbar“, erklärte Böckenförde. 

Matthias Herdegen, Direktor des Instituts für Öffentliches Recht und des Instituts für Völkerrecht an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn, verteidigte dagegen die Zulassung der PID. Ein Verbot führe zu „einem Zwang zum Nichtwissen“. Er halte das Verbot mit unseren Grundrechten für nicht vereinbar und sprach sich daher für eine eingeschränkte Zulassung der PID aus, wie es der Gesetzesentwurf von Ulrike Flach (FDP) und Peter Hintze (CDU) vorsieht.

Für den Gesetzesentwurf der Abgeordneten René Röspel (SPD) und Priska Hinz (Bündnis 90/Die Grünen) plädierte die Sozialwissenschaftlerin und Humangenetikerin Sigrid Graumann.

Der frühere Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Bischof Wolfgang Huber, kritisierte den „selektiven Blick“, den eine PID befördere. Zudem würde auch eine Zulassung in noch so eng definierten Grenzen „Ausweitungstendenzen“ unterliegen, mahnte Huber.

Quelle: www.bundestag.de

Foto: FreieWelt.net

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Kommentare

  • 17.06. 16:42

    Michael Hermanns

    Gerd sagt
    "Kann doch nicht wahrsein, dass Leute anderer Leute Freiheit einschränken wollen"

    Und was ist mit der Freiheit derer, die da geboren würden, wenn ihnen nicht genau dieses Freiheits Recht genommen würde?

    PID ist m.E. abzulehnen. Soilent Green läßt grüßen und dem versteckten Rassenwahn wie zu vergangener Zeit sollte Einhalt geboten werden. Immer wenn die Freiheit eines Einzelnen den Freiheitsraum eines dritten tangiert und das tut es m.E. bei PID, dann kann und darf man nicht mehr tun, was man für sich als "Freiheit" beansprucht.

  • 17.06. 16:28

    Michael Hermanns

    Gerd sagt
    "Kann doch nicht wahrsein, dass Leute anderer Leute Freiheit einschränken wollen"

    Und was ist mit der Freiheit derer, die da geboren würden, wenn ihnen nicht genau dieses Recht genommen würde?

  • 16.06. 22:14

    Iris

    Auch Atheisten müssen ihr Leben und die Einstellung die sie zum Leben haben einmal verantworten, ob es ihnen passt, oder nicht.
    Natürlich ist es am Einfachsten, sich als Atheist zu gebärden, da kann man sich immer das Angenehmste aussuchen, ohne je ein schlechtes Gewissen zu haben.
    Über das Leben aber, und die Entscheidung, wann oder ab wann es lebenswert ist, darf auch ein Atheist nicht entscheiden, denn dazu kann er sich auch als dieser nicht rechtfertigen.

  • 26.05. 19:09

    Hypatia

    silenda - Sie bringen da was durcheinander.

    Natürlich achte ich als Atheist jedes Leben. Atheisten setzen sich um Beispiel vemehrt auch für das Lebensrecht von Menschenaffen ein. Das sind Lebenwesen, die durchaus ein Bewußtsein haben. Was man ja von einem kleinen Zellverbund nicht behaupten kann. Darüer zum Beispiel, dass Menschenaffen getötet werden, habe ich aus der christlichen Ecke noch keine Aufregung gehört.

    Jedes Leben zu achten, das kann aber in unserer Natur nicht heißen, dass es jemandem möglich wäre, ohne Schuld an der Beendigung irgendeines Lebens zu bleiben. Sonst würden wir nämlich schon mal alle verhungern. Ich persönlich lebe so, dass ich mir von der Natur nur so viel nehme, wie ich für mein Leben brauche. Zum Beispiel werfe ich so gut wie keine Lebensmittel weg. Eine PID hätte ich auch nur dann durchgeführt, wenn ich sie wirklich nötig hätte. Da ich sie nicht brauche, nutze ich sie auch nicht. Ich kann aber anerkennen, dass andere sie brauchen.

    Einen Embryo im Frühstadium achte ich in der Weise, dass mal ein Mensch daraus werden kann. Er zeigt das Wunder des Lebens. Wenn wir ihn zum Menschen werden lassen wollen, müssen wir ihm die besten Entwicklungsbedingungen geben. Also z.B. keinen Alkohol in der Schwangerschaft trinken und nicht rauchen, uns gesund ernähren, Streß vermeiden, ... usw. Weil, dann hat der spätere Mensch die besten Startmöglichkeiten ins Leben. Sobald wir aber wissen, dass wir diesem Embryo keine Entwicklungsmöglichkeiten geben werden, nützt die beste Nährlösung nichts. Wir tun dem frühen Embryo damit keinen Gefallen und können es deshalb auch lassen.

  • 26.05. 13:54

    silenda

    Das Leben zu schützen hat doch nicht nur was mit "durch christlich-ethische Werte geprägte Moralvorstellungen" zu tun - auch als Atheist, schlichtweg als Mensch hab ich jedes Leben zu achten, ganz gleich ob das Leben in der Petrischale, im Kinderwagen oder im Rollstuhl!

  • 26.05. 11:29

    Philippa

    Ist es nicht absurd, dass die Entscheidung über die PID nur dem Gewissen der Abgeordneten unterworfen sein soll und Betroffene (durchaus mündige Menschen (!)) hier so gar nicht mit einbezogen werden? Warum sollte die PID-Frage keine Gewissensentscheidung eines jeden Einzelnen sein? Im Bundestag wurde doch schon erkannt, dass es gar keine allgemein gültige Antwort geben kann. Warum sucht man dann noch danach? Gewissensentscheidungen kann man nicht für andere treffen. Insbesondere nicht dann, wenn man selbst gar nicht betroffen ist!

    Ein ganz klares JA zur PID!

  • 26.05. 10:51

    Gerd

    PID? Ja Bitte!
    Kann doch nicht wahrsein, dass Leute anderer Leute Freiheit einschränken wollen, nur weil es ihren durch christlich-ethische Werte geprägten Moralvorstellungen widerspricht!
    Wenn ich das machen will, dann mache ich das.
    Leute die etwas dagegen haben sollen es halt lassen!

  • 26.05. 0:32

    Hypatia

    Der Bundesverband für das Leben ist eine Organisation, deren Mitglieder vor Allem kirchliche Gruppen sind: http://www.bv-lebensrecht.de/verband.html . Ebenso sind die weiteren oben genannten Gruppierungen eindeutig christlich motiviert.

    Für das Leben und für ein Lebensrecht von Menschen einzutreten, ist erstmal eine lobenswerte Sache. Aber nicht in der Art, wie es diese Kirchenlobbyisten tun. Da verwandelt sich Lebensrecht schnell in Lebenspflicht (siehe Sterbehilfeproblematik) und ein paar menschliche Zellen werden schnell um Menschen deklariert. Ganz ohne Rücksicht auf die bereits lebenden Menschen.

    so lange es christliche Missionare gibt, versuchen sie es, anderen Menschen ihren Glauben und ein Leben nach ihrem Glauben aufzuzwingen. In unserer Gesetzgebung gibt es schon genug christliche Bevormundung. Ich wehre mich dagegen, dass Menschen auch hier ein weiteres Mal bevormundet werden sollen.

    Unsere Gesetzgebung ist eine Gesetzgebung für alle Menschen in diesem Land. Auch für Atheisten, Juden, Moslems, Buddhisten, ... usw. Wenn die Gesetzgebung nur einer Gruppe ein Leben nach ihren Vorstellungen erlaubt und allen anderen Gruppen die Vorstellungen dieser einen überstülpt, dann verstößt das gegen die Menschenrechte und gegen das Gebot der Religionsfreiheit. Leider haben das sehr viele Politiker immer noch nicht erkannt. Ich hoffe, dass bei der Abstimmung Politiker in ausreichender Anaahl sein werden, die dieser christlichen Anmaßung eine Absage erteilen.

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