25.05.2011
Heinz Paula, bayerischer SPD-Abgeordneter und in der PID-Frage bislang Unentschiedener, hat sich im Zuge der Initiative „PID stoppen – Selektion verhindern“ auf AbgeordnetenCheck.de für ein Verbot der Präimplantationsdiagnostik ausgesprochen. Damit haben mittleweile 200 Abgeordente erklärt, für den PID-Verbotsantrag stimmen zu wollen.
Mit der PID würde darüber entschieden, welches Leben lebenswert und welches lebensunwert sei. Auch eine eng begrenzte Zulassung der PID entgehe „nicht dem Grundproblem, dass am Anfang die Entscheidung steht, welches Leben gelebt werden darf und welches nicht“. Eine Gesellschaft verliere ihre Menschlichkeit, so Paula, wenn „der Staat oder beauftragte Dritte über lebenswertes und lebensunwertes Leben entscheiden“. Zudem zeigten die Erfahrungen in anderen Ländern, „dass eine Begrenzung auf medizinische Ausnahmefälle auf Dauer nicht möglich ist“. Deshalb werde er im Juni für ein vollständiges Verbot stimmen.
Lesen Sie hier die Antwort von Heinz Paula.
Foto: www.heinz-paula.de
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Kommentare
16.06. 21:46
Iris
Ein Kind ist ein Geschenk und uns nur für einen bestimmten Zeitraum geliehen.
Wir sollten es so annehmen, wie es ist und Gott mutet uns nicht mehr zu, als wir können.
In uns stecken vielleicht ungeahnte Möglichkeiten und Kräfte, um jedes Kind so anzunehmen, wie es ist.
Jedes verlorene Kind, ob gestorben oder aussortiert, ist ein Engel und wird seinen Eltern die Liebe, die sie ihm entgegengebracht haben, oder ob sie es verstoßen haben, vergelten.
Was allein zählt ist die Liebe und nicht der Wunsch das Bestmögliche aus Allem herauszusuchen.
6.06. 11:23
Michael Hermanns
Jeder, der andere "in die Schranken" weisen will, ist selbst beschränkt in seinem Denken.
Bleiben Sie bei Ihrem "Nein zu PID".
Bei allem was der Mensch in die Wege leitet, ist zunächst der "Gedanke es zu wollen" da. Auch wenn man beim Hausbau erst zwei Steine gesetzt hat, so weiß man, was daraus letztlich wird. Der Plan liegt vor und so wird es werden. Und das, mit allen Fehlern, die im Plan versteckt sind und die man beim Hausbau macht. Wenn beim Menschen also immer erst der Gedanke vor dem "es werde" da ist, warum sollte nicht auch beim "werdenden Menschen" (in diesem Fall) der Gedanke Gottes vorangestellt sein, die "Fehler nach unserem Ermessen", inbegriffen.
Wir sollten nicht das EGO, sondern das Leben fördern, auch wenn es gesundheitlich belastet sein könnte. Auch Behinderte und Kranke formen diese Gesellschaft in menschlicher und sozialer Hinsicht und sind unverzichtbar!
Wollen wir zukünftig darüber debattieren müssen, ob den Eltern behinderter Kinder nicht auch die finanziellen Unterstützungen gestrichen werden? Schließlich hätte man "das" ja verhindern können und nun wird die "Gesellschaft" unnötig "belastet". Wehe uns, wenn es soweit kommt und durch die PID werden hier m.E. die Türen geöffnet.
Schauen Sie sich den Lebensbericht von Nick Vujicic an, ein Mann, geboren ohnen Arme und Beine und nach heutigem Ermessen "nicht lebenswert". Er wäre nach der PID sicher ausselektiert worden und ist doch ein Beispiel an Energie und Lebensfreude pur.
Wie gut, das es ihn gibt!
Wenn Sie sich das angesehen haben, dann werden Sie sicher standhaft bleiben und weiterhin für ein Verbot der PID eintreten.
Der Eingriff in das Leben und die Selektion von "lebenswert" und "unlebenswert" liegt nicht in unserem Ermessen.
Das pflücken des Apfels vom Baum des Lebens war Adam auch untersagt und trotzdem konnte und tat er ihn pflücken. Gut war es deshalb trotzdem nicht.
Ihnen wünsche ich Gottes Segen für Ihre Entscheidung.
P.S. wir hatten zwei Totgeburten!
28.05. 17:52
Vanessa
@Regina und Alfons Hansen:
SO kann nur jemand schreiben und urteilen, der nie ein totes Kind in den Armen gehalten hat... Jemand der nie Kontakt zu verwaisten Eltern hatte. Ich würde Ihnen sehr empfehlen sich mal mit betroffenen Paaren auszutauschen und zu sehen, was diese Paare für einen großen Leidensweg hinter (und auch noch vor sich) haben.
Ich möchte auch noch darauf hinweisen, das bei der PID keine KINDER in den Abfalleimer geworfen werden! Es werden lediglich nicht lebensfähige Zellen nicht weiterkultiviert bzw. nicht lebenswerte Zellen in die Gebärmutter übertragen.
28.05. 0:13
Hypatia
Sehr geehrte Frau Hansen,
da Sie ja schreiben, der Mensch hätte auch kein Recht auf seine Gesundheit, nehme ich mal an, Sie wollen in dem Zug gleich sämtliche medizinischen Behandlungen verbieten und selbstverständlich nutzen Sie auch nie welche.
Kein Recht auf etwas zu haben, heißt noch lange nicht, dass man sich nicht um dieses etwas bemühen darf!
Ich zitiere Sie "Produzieren Sie mal mehrere Kinder, damit ich mir eins aussuchen kann ..." - Wer hat denn das gesagt??? Sie haben wirklich keine Ahnung von der PID. Sorry! Beschäftigen Sie sich erstmal damit, bevor Sie hier Menschen verunglimpfen.
27.05. 11:12
Regina und Alfons Hansen
Es ist sehr anzuerkennen, wenn heute ein Politiker/in sich für den Schutz ungeborenen Lebens einsetzt und damit auch gegen eine Zulassung der PID. Anscheinend ist in unserer Bevölkerung das Bewußtsein verlorengegangen, dass es kein Recht auf ein Kind geben kann und ebenso kein Recht auf ein gesundes Kind, wie ich kein Recht auf Meine eigene Gesundheit habe. Vielmehr sollten sich die Menschen darum bemühen, den ungeborenen und geborenen Menschen ein würdiges Leben zu bereiten, also auch Behinderte Kranke und alte Menschen in Liebe anzunehmen. Das "Geschenk eines Kindes" ist und bleibt eben ein Geschenk und ist mir(als Eltern) lediglich anvertraut für eine kurze Zeit, in der ich voll Verantwortung diesem Kind versuchen sollte, den optimalen Start ins Leben zu ermöglichen. Ich begreife gar nicht, wie man als Eltern sagen kann: Produzieren wir mal mehrere Kinder, damit ich wählen kann: dieses ja, dieses nein, dieses in die Gebärmutter, jenes in den Abfalleimer. Schrecklich, wie weit es in unserer Gesellschaft gekommen ist. Eltern mit unerfülltem Kinderwunsch sollten gewiß Trost und Verständnis erfahren, aber auch den Zuspruch, dass vielleicht eine andere wichtige Aufgabe vor ihnen liegt, die ihr Leben mit Sinn und Freude erfüllen kann. Voller Achtung vor jedem Menschen, der lebt, Regina Hansen
26.05. 1:00
Hypatia
Herr Paula, auch Sie haben sich entweder mit dem Thema PID nicht wirklich beschäftigt oder sich von religiösen Lobbyisten einwickeln lassen.
Mir wird kalt, wenn ich so viele Herzen aus Stein bei unseren Politikern wahrnehmen muss. Mit Menschlichkeit, wie Sie oben schreiben, hat Ihre Entscheidung jedenfalls wenig zu tun. Sie verurteilen Frauen, die schon mehrere Totgeburten erleiden mussten, entweder dazu, dieses traumatische Erlebnis noch häufiger erleben zu müssen oder kinderlos zu bleiben. Was das für diese Frauen bedeutet, können Sie vermutlich nicht nachfühlen.
Ich habe zwei Kinder und musste zum Glück nie eine Tot- oder Fehlgeburt erleiden. Ich habe auch keine gravierende Erbkrankheit in meiner Familie. Dafür bin ich dankbar. Ich kann mir vorstellen, dass ich an einer Totgeburt zerbrochen wäre. Gerade deshalb gilt mein Mitgefühl diesen Frauen, die das erleiden mussten.
Wenn ich mir vorstelle, ich wäre mit einer unheilbar kranken Schwester oder einem unheilbar kranken Bruder aufgewachsen, der unter häufig wiederkehrenden starken Erstickungsanfällen litt, der jede Nacht und jeden Tag vor Schmerzen schrie, meine Mutter immer weinend und in Sorge, unser ganzes Leben davon überschattet und ich wünschte mir jetzt ein Kind, wüsste aber, aufgrund einer Erbkrankheit bekäme ich mit großer Wahrscheinlichkeit auch so ein Kind, ich würde mich auch für die PID entscheiden. Und vermutlich würde ich dann sogar auswandern, da ich mich mit meinem Kind in Deutschland nicht Willkommen fühlen würde.
Ein Land, in dem man so gemaßregelt wird, kann man wohl nur noch verlassen.
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