21.05.2011

Ute Vogt wird "voraussichtlich" für das PID-Verbot stimmen

SPD-Politikerin reagiert auf E-Mail-Petitionswelle

Ute Vogt wird "voraussichtlich" für das PID-Verbot stimmen

 

Die SPD-Politikerin Ute Vogt wird bei der PID-Entscheidung im Juni im Bundestag "voraussichtlich (...) für das Verbot votieren". Dies teilte sie in einem aktuellen Schreiben mit. Damit reagierte sie auf hunderte Nachfragen von Bürgern im Rahmen der Initiative "PID stoppen" auf AbgeordnetenCheck.de.

Die Initiative "PID stoppen - Selektion verhindern" hatte dazu aufgerufen, den bislang unentschiedenen Bundestagsabgeordneten über AbgeordnetenCheck.de E-Mail-Petitionen, die für ein vollständiges PID-Verbot werben, zu schicken. 

Ute Vogt schrieb daraufhin, daß es nicht leicht sei, "bei diesem Thema eine Entscheidung zu treffen". Sie sei aber auch "sehr sehr skeptisch in Bezug auf PID". Sie habe die große Sorge, "dass die Zulassung zu einer Auslese von Menschen führen kann. Nicht Wunschkind, sondern Kind nach Wunsch bzw. Maß könnte die Folge sein.

Lesen Sie hier die ganze Antwort von Ute Vogt.

 

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Kommentare

  • 26.06. 16:54

    Elisabeth Häring

    Sehr geehrte Frau Vogt,
    mit großer Freude las ich, dass Sie "voraussichtlich" für ein PID-Verbot stimmen. Ich möchte Sie sehr dazu ermutigen! Was passiert ansonsten mit den "überschüssigen" Embryonen? Was wenn es zum "screening" kommt? Wie wird die Aktzeptanz Behinderter nach der Einführung von PID sein, noch schlechter wie jetzt schon? Wer hat das Recht über "lebenswert" und "nicht lebenswert" zu entscheiden? Ich setzte mich wo immer möglich ein, Menschen zu helfen, die mit Behinderten/Behinderungen leben müssen, keine Kinder bekommen können oder unter den enormen Folgen einer Abtreibung leiden. Ich danke Ihnen für Ihr Nachdenken und wünsche eine gute Entscheidung.Ihre Elisabeth Häring, Lauben bei Memmingen

  • 6.06. 11:50

    Michael Hermanns

    Frau Vogt, bitte bleiben Sie bei Ihrem "Nein zu PID".
    Bei allem was der Mensch in die Wege leitet, ist zunächst der "Gedanke es zu wollen" da. Auch wenn man beim Hausbau erst zwei Steine gesetzt hat, so weiß man, was daraus letztlich wird. Der Plan liegt vor und so wird es werden. Und das, mit allen Fehlern, die im Plan versteckt sind und die man beim Hausbau macht. Wenn beim Menschen also immer erst der Gedanke vor dem "es werde" da ist, warum sollte nicht auch beim "werdenden Menschen" (in diesem Fall) der Gedanke Gottes vorangestellt sein, die "Fehler nach unserem Ermessen", inbegriffen.

    Wir sollten nicht das EGO, sondern das Leben fördern, auch wenn es gesundheitlich belastet sein könnte. Auch Behinderte und Kranke formen diese Gesellschaft in menschlicher und sozialer Hinsicht und sind unverzichtbar!
    Soll das Leben nur nach unserem eingeschränkten Ermessen "optimiert" werden?
    Wollen wir zukünftig darüber debattieren müssen, ob den Eltern behinderter Kinder nicht auch die finanziellen Unterstützungen gestrichen werden? Schließlich hätte man "das" ja verhindern können und nun wird die "Gesellschaft" unnötig "belastet". Wehe uns, wenn es soweit kommt und durch die PID werden hier m.E. die Türen geöffnet.

    Schauen Sie sich den Lebensbericht von Nick Vujicic an, ein Mann, geboren ohnen Arme und Beine und nach heutigem Ermessen "nicht lebenswert". Er wäre nach der PID sicher ausselektiert worden und ist doch ein Beispiel an Energie und Lebensfreude pur.
    Wie gut, das es ihn gibt!
    Wenn Sie sich das angesehen haben, dann werden Sie sicher standhaft bleiben und weiterhin für ein Verbot der PID eintreten.
    Der Eingriff in das Leben und die Selektion von "lebenswert" und "unlebenswert" liegt nicht in unserem Ermessen.
    Das pflücken des Apfels vom Baum des Lebens war Adam auch untersagt und trotzdem konnte und tat er ihn pflücken. Gut war es deshalb trotzdem nicht.
    Ihnen wünsche ich Gottes Segen für Ihre Entscheidung.
    P.S. wir hatten zwei Totgeburten!

  • 25.05. 10:56

    yvonne lilienthal

    "Das Glück eines Menschen hängt von der Beschaffenheit seiner Gedanken ab." (SENECA)

  • 25.05. 10:24

    yvonne lilienthal

    Sehr geehrte Frau Vogt!

    Vielen Dank für Ihre positive Einstellung zum Leben.

    Leider sind die Befürworter der PID sehr kurzsichtig.

    Es gibt Betroffene, die sich ein (gesundes) Kind wünschen und denen die Natur Grenzen gesetzt hat. So traurig das ist, gibt es doch kein Recht auf ein (gesundes) Kind. So wie es kein Recht auf Glück und kein Recht auf Gesundheit gibt - so tragisch das ist.

    Wenn wir uns ein nicht zustehendes Recht anmaßen, entsteht dadurch eine gefährliche Verschiebung der Wirklichkeit. Statt durch die innere Überwindung von Schwierigkeiten und Enttäuschungen charakterlich zu reifen und neue fruchtbare Wege zu gehen, entwickeln wir uns zu egozentrischen Individuen, denen jedes Mittel recht ist, eigene Ziele und Wünsche durchzusetzen.

    "Wem Gott eine Tür zuschließt, dem öffnet er ein Fenster." Manche geschlossene Tür wird für uns und für andere zum Segen und zum ersehnten Glück. Es gibt unzählige Beispiele dafür. Hier eines:

    http://www.youtube.com/watch?v=LNDsqwm4EMI

    Ich hoffe, Sie werden gegen die PID stimmen.

    Liebe Grüße,

    Yvonne Lilienthal

  • 23.05. 14:25

    Rolf Schneider

    ein Auszug aus der Stellungnahme der Giordano Bruno Stiftung, die wie ich meine einige gute Argumente hat:

    "Wer für PND ist, sollte daher konsequenterweise auch für PID sein.

    Angesichts der Möglichkeit, die PID in unseren Nachbarländern durchführen zu lassen (was wohlhabende Paare seit geraumer Zeit tun), bedeutet dies in der Praxis, dass die geplanten Restriktionen nur jene Bürgerinnen und Bürger betreffen werden, die sich eine PID im Ausland nicht leisten können. Eine solche Regelung ist nicht nur sozial ungerecht, sondern auch rechtspolitisch bedenklich.

    In einem liberalen Gemeinwesen sollten mündige Bürgerinnen und Bürger tun und lassen dürfen, was sie wollen, solange es ihnen nicht mit guten Gründen verboten werden kann.

    Dass Embryonen „heilig“ und somit für medizinische Zwecke unantastbar seien, beruht auf metaphysischen (meist religiösen) Überzeugungen, die keine Allgemeingültigkeit beanspruchen können.

    Ein „aktuales Lebensinteresse“ setzt ein empfindungsfähiges Lebewesen voraus, das verwundet, misshandelt oder gedemütigt werden kann. Diese Bedingungen sind jedoch bei Embryonen, die überhaupt nichts spüren und bei –196 Grad kryokonserviert werden können, nicht erfüllt.

    Zur “Dammbruchargumentation”: Allerdings sollte man Paare, die heute im Rahmen einer künstlichen Befruchtung PID ins Auge fassen, weil sie keinen kranken Embryo eingepflanzt bekommen wollen, mit solchen Zukunftsszenarien verschonen.

    Die Annahme, dass die Vernichtung befruchteter Eizellen mit genetischen Defekten zur Diskriminierung von Behinderten führt, ist ähnlich absurd wie die Forderung nach Abschaffung der Impfung gegen Kinderlähmung, weil diese eine Diskriminierung von Menschen mit Kinderlähmung zur Folge haben könnte.
    "

    vollständige Stellungnahme unter "http://www.giordano-bruno-stiftung.de/pid.pdf"

    Gruß
    Rolf Schneider

  • 23.05. 13:15

    S. Schwarz

    Ich bitte sie sich das ganze zumindest teilweise zu ueberlegen. Uns betroffenen geht es nicht darum Embryos zu selektieren sondern schon im Vorfeld zu klaeren, ob das Kind sich im Mutterleib entwickelt.
    Wir geben ueber 1500 Euro aus fuer eine IVF und noch mehr fuer eine ICSI. Da werden uns Frauen 2 Embryos eingesetzt. Waehlt man im Vorfeld schon aus, dass nicht ueberlebensfaehige Embryos nicht eingesetzt werden, dann haben wir Frauen eine hoehere Chance auf ein Kind.
    Wir haben 3 Versuche von der Krankenkasse genehmigt bekommen. Ohne kuenstliche Befruchtung geht bei uns nichts. Haben wir Pech, bekommen wir die drei Mal Embyos, welche spaeter im Mutterleib sterben. Das ist nicht schoen.
    Fehlgeburten kommen sicherlich vor, nur haben wir NICHT die Chance mehr als 3 Mal zu 'Ueben' fuer unser Kind.

    Bitte stimmen sie fuer die PID (zumindest fuer die teilweise Zulassung) damit wir Ihnen steuerzahlende Bundesbuerger gebaeren koennen.

    Gruss S. Schwarz

  • 23.05. 11:42

    Philippa

    Ja, Frau Secker,

    die Verantwortung von Frau Vogt und allen anderen Abgeordneten liegt darin, über das Schicksal von ca. 200 leidgeplagten Betroffenen pro Jahr in Deutschland zu entscheiden. Viele von diesen Betroffenen erleben eine Fehl- bzw. Todgeburt nach der anderen aufgrund eines Gendefekts, der im Vorfeld diagnostiziert werden könnte, wenn man den Betroffenen helfen wollte und nicht die Augen davor verschlösse.

    Ob sich Frau Vogt und andere allerdings ihrer Verantwortung bewusst sind, wird sich noch zeigen. Unter dem Einfluss eines christlichen Menschenbildes sollte demnach doch jedenfalls FÜR die PID gestimmt werden.

  • 23.05. 11:09

    Angelika Secker

    Sehr geehrte Frau Vogt,
    danke für Ihre Einstellung; sie macht deutlich, dass Sie es sich nicht leichtmachen und Sie sich Ihrer Verantwortung bewusst sind!
    Mit freundlichen Grüßen,
    Angelika Secker (Stuttgart West)

  • 22.05. 0:30

    Hypatia

    Ihnen, Ute Vogt, möchte ich gern mit auf den Weg geben, dass Sie bitte genau unterscheiden soll, wo jemand Lobbyarbeit betreibt und wo jemand wirklich im Interesse der Menschen und ihrer Selbstbestimmungsrechte handelt.

    Ich möchte helfen, einige Missverständnisse aus dem Weg zu räumen:

    "Eine Studie der Europäischen Gesellschaft für Humanreproduktion und Embryologie (ESHRE) belegt: Für jedes Kind, das nach PID geboren wird, werden durchschnittlich 33 Embryonen „produziert“ …“
    - Auch im Mutterleib wird nur etwa jeder 10. Embryo zum Menschen. Ähnliches trifft für die Reagenzglasbefruchtung ohne PID zu. Bei der PID werden damit, so die ESHRE Studie wirklich so lautet, also nur etwa 3mal so viele Embryonen erzeugt wie auch auf dem natürlichen Weg. Man darf nicht vergessen, dass es hier um Paare mit deutlichen Fruchtbarkeitsproblemen oder mit schweren Erbkrankheiten geht. Diese Paare haben sowieso überdurchschnittlich viele nicht entwicklungsfähige Embryonen.

    Bei der PID geht es nicht um eine Entscheidung "lebenswertes" oder "lebensunwertes" Leben. Es geht ausschließlich darum, die Entscheidung der potentiellen Mutter zu respektieren, kein Kind mehr austragen zu wollen, das kurz nach der Geburt sterben wird oder nur wird ein Leben mit einer schweren Erbkrankheit führen können.

    Die PID läuft auch nicht so ab, dass nur gesunde Embryonen transferiert werden. Es ist nämlich nicht möglich, auf alle möglichen Erbkrankheiten zu testen. Man testet nur auf die eine Erbkrankheit, die in der Familie der Betreffenden mit großem Leid aufgetreten ist. So gibt es immer noch die Chance auf diverse andere Krankheiten, auch auf nicht genetisch bedingte. Keine Sorge.

    Mit Ihrem Totalverbot der PID bestrafen Sie auch die, die z.B. wegen einer Translokation beim Mann ohne die PID kaum eine Chance auf eine Elternschaft haben. Hier geht es noch nicht mal um eine mögliche Behinderung beim Kind.

    Ich bitte Sie, wenigstens für eine eingeschränkte Zulassung der PID zu stimmen.

  • 21.05. 23:57

    Hypatia

    Ich möchte hier mal meinen Unmut darüber ausdrücken, dass die Seite abgeordnetencheck.de hier selektiv veröffentlicht.

    Es gibt nämlich - der Vernunft sei Dank - auch eine ganze Reihe von positiven Meinungen von Politikern zur PID. Wo sind die denn hier veröffentlicht? Ich kann sie leider nicht finden. So kann ich das hier leider nur als Meinungsmache bezeichnen.

    [Anmerkung der Redaktion AbgeordnetenCheck.de: Der AbgeordnetenCheck.de dient unterschiedlichen Initiativen als Plattform, ihre Interessen an die Abgeordneten heran zu tragen. Da sich die Initiative "PID stoppen" für ein Verbot der PID einsetzt, steht es den Initiatoren auch frei, in erster Linie über die Abgeordneten zu berichten, die sich für das geforderte Verbot ausgesprochen haben.]
    Da habe ich mir gleich mal angeschaut, wer verantwortlich für diese Seite ist. Das ist ein "Institut für strategische Studien Berlin e.V. (ISSB)", vertreten durch Sven von Storch, das sich als "unabhängig von Parteien und Großverbänden" bezeichnet und eine "Grundlage für die geistige und praktische Erneuerung der Politik, der Sozialen Marktwirtschaft und der Zivilgesellschaft" legen will. "Die Leitlinien des ISSB sind die Prinzipien des demokratischen Rechtsstaats und der Gewaltenteilung, der Sozialen Marktwirtschaft im Geiste Ludwig Erhards und das Menschenbild der christlichen Tradition, sowie der Schutz der Bürgerrechte."

    Aha - das "Menschenbild der christlichen Tradition". Mit so einem Menschenbild ist es natürlich nicht möglich, eine Politik zu machen, die ALLE Menschen dieses Staates fair behandelt. Offiziell bezeichnen sich nur noch weniger als 2 Drittel der Deutschen als christlich. Aus meiner eigenen Erfahrung in Internetforen weiß ich, dass auch viele Menschen, die sich als christlich bezeichnen, Kinderwunschbehandlungen durchführen lassen. wenn sie zu der Gruppe der Menschen mit schweren Erbkrankheiten gehören, lassen sie teils auch die PID durchführen. Ihre Seite hier hetzt also im Interesse einer Minderheit gegen die PID.

    [Anmerkung Redaktion AbgeordnetenCheck.de: Dieser Teil des Eintrags würde gelöscht - bitte achten Sie auf sachliche Argumentation]

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