18.05.2011

Sechs anfangs Unentschiedene wollen für PID-Verbot stimmen

Auch Ronald Pofalla will am Verbot der PID festhalten

Sechs anfangs Unentschiedene wollen für PID-Verbot stimmen

Mit dem Chef des Bundeskanzleramtes, Ronald Pofalla (CDU), hat sich ein weiterer prominenter und bislang unentschiedener Abgeordneter gegen eine Zulassung der Präimplantationsdiagnostik (PID) ausgesprochen. Mehrere Bürger hatten Pofalla dazu aufgefordert, im Bundestag für ein PID-Verbot zu stimmen.

Pofalla teilte darauf hin mit, er stehe zum „Mitte November 2010 verabschiedeten Beschluß des CDU-Bundesparteitages in Karlsruhe, der am Verbot der PID festhält“. 

Seine Entscheidung begründete er damit, daß „die unantastbare Würde des Menschen als Geschöpf Gottes … menschlicher Verfügung nicht zugänglich“ sei. Deshalb müsse gewissenhaft abwägt werden, „wie dem Schutz des Lebens am besten entsprochen werden kann“. 

Jeder Mensch sei „gleich wertvoll“, eine Unterscheidung „zwischen lebenswertem und nicht lebenswertem Leben“ gebe es für ihn nicht. Auch behinderte Menschen müßten „an unserer Gesellschaft gleichberechtigt teilhaben“ können.

Neben Ronald Pofalla haben sich als anfangs Unentschiedene auch Norbert Röttgen (CDU), Harald Koch (Linke), Josip Juratovic (SPD), Thomas Rachel (CDU) und Stefan Kaufmann (CDU) dahingehend entschieden, bei der anstehenden PID-Abstimmung im Bundestag für ein Verbot der PID zu votieren.

Lesen Sie hier die vollständige Antwort von Ronald Pofalla.

(Foto: CDU / Josef Albert Slominski)

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Kommentare

  • 23.05. 13:15

    S. Schwarz

    Ich bitte sie sich das ganze zumindest teilweise zu ueberlegen. Uns betroffenen geht es nicht darum Embryos zu selektieren sondern schon im Vorfeld zu klaeren, ob das Kind sich im Mutterleib entwickelt.
    Wir geben ueber 1500 Euro aus fuer eine IVF und noch mehr fuer eine ICSI. Da werden uns Frauen 2 Embryos eingesetzt. Waehlt man im Vorfeld schon aus, dass nicht ueberlebensfaehige Embryos nicht eingesetzt werden, dann haben wir Frauen eine hoehere Chance auf ein Kind.
    Wir haben 3 Versuche von der Krankenkasse genehmigt bekommen. Ohne kuenstliche Befruchtung geht bei uns nichts. Haben wir Pech, bekommen wir die drei Mal Embyos, welche spaeter im Mutterleib sterben. Das ist nicht schoen.
    Fehlgeburten kommen sicherlich vor, nur haben wir NICHT die Chance mehr als 3 Mal zu 'Ueben' fuer unser Kind.

    Bitte stimmen sie fuer die PID (zumindest fuer die teilweise Zulassung) damit wir Ihnen steuerzahlende Bundesbuerger gebaeren koennen.

    Gruss S. Schwarz

  • 21.05. 1:22

    Beate Turner

    Hier mutet man mal wieder selbstverständlich allen Menschen unserer Gesellschaft zu, nach christlichen Glaubensregeln zu leben. Wann endlich wacht die Politik auf und nimmt zur Kenntnis, dass in unserer Gesellschaft auch noch Menschen mit anderen Weltbildern leben. Menschen, die an keinen Gott glauben oder auch an andere Götter. Keine Religion lehnt die PID so hartnäckig ab, wie das Christentum bzw. die heutigen Kirchenvertreter.

    Einer Frau, die vielleicht schon mehrere Fehlgeburten oder sogar Totgeburten erleiden musste, eine weitere Schwangerschaft auf Probe zuzumuten, das ist pervers, Herr Pofalla!

    Ihre Argumente sind erwartungsgemäß scheinheilig. Die Würde des Menschen – was ist mit der Würde der Frau? Und mit der Würde der kleinen Menschlein, die dann eben erst kurz vor ihrem Geburtstermin abgetrieben werden, da man erst dann ihre schwere Erbkrankheit feststellte? Zum Zeitpunkt der PID handelt es sich noch nicht um Menschen, sondern um Zellen, die sich nur darin von Haut- und Knochenzellen unterscheiden, da sie das Potential haben, zu einem Menschen erst noch zu werden.

    Und mal ehrlich - die PID schafft doch nicht die Maßnahmen unserer Gesellschaft ab, behinderte Menschen zu unterstützen. PID-Befürworter sind für die Unterstützung behinderter Menschen. Mir scheint es jedoch so, dass Menschen mit Ihrer Redeweise oft an der Stelle, wo sie die behinderten Menschen für ihre Ablehnung der PID instrumentalisiert haben, das Interesse an diesen Menschen auch schon verlieren. Ich habe mehrere Berichte von behinderten Menschen gelesen oder gesehen, da waren auch einige für die PID.

    Meine Freundin z.B., die mit ihrem Leiden von der Gesellschaft leider keine Unterstützung erfährt, ist auch eine Befürworterin der PID und wünscht sich, nicht gelebt zu haben. Sie bezeichnet das Leben als eine Zumutung. … Bei den vielen Christentumsfanatikern in unserer Regierung hört allerdings die Menschenwürde bei transsexuellen, homosexuellen und intersexuellen Menschen auf.

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