4.05.2011
Dr. Wadephul geht in seiner Antwort auf Lesernachfragen auch auf die Frage der Sozialtransfers als Subvention ein:
"Zunächst möchte ich Sie darauf hinweisen, dasseine genaue Abgrenzung, was im Einzelfall eine Subvention darstellt und was nicht, in der Fachwelt nicht eindeutig gemacht wird. So unterstellt auch das von Ihnen angesprochene Kieler Institut für Weltwirtschaft einen sehr weiten Begriff, da in dieser Abgrenzung zum Beispiel auch Sozialtransfers zum Bereich der Subventionen gezählt werden.
Unabhängig davon, wie genau man letztlich den Begriff abgrenzt, ist der Abbau von Subventionen, wie Sie ihn berechtigterweise ansprechen, angezeigt. Dafür sprechen allein schon Gründe der Effizienz und sich wandelnder Notwendigkeiten einzelner Subventionen. Daher kommen Subventionen regelmäßig auf einen Prüfstand. Denn es mag zunächst durchaus gute Gründe gegeben haben, warum man eine Subvention eingeführt hat, zum Beispiel nur vorübergehend zur erfolgreichen Überwindung der letzen Wirtschafts- und Finanzkrise. Es besteht aber leider immer die
Gefahr, dass eine einmal eingeführte Subvention schell alseine Art "Gift" sich verfestigt.
Politische Einigkeit besteht schnell in der pauschalen Einschätzung, dass Subventionen insgesamt begrenzt werden müssen. Kommt man aber in der Prüfung dazu, einzelne Subventionselemente zu begrenzen, werden regelmäßig die Begünstigten öffentlichkeitswirksam Gründe vortragen, warum ausgerechnet diese Subvention weitergeführt werden müsse. Daher ist Subventionsabbau in der Praxis eine mühsame Aufgabe, der sich die Union trotzdem immer wieder stellt. Ich möchte auf das Beispiel der Steinkohleförderung hinweisen, die nach Jahren der kontroversen Diskussion endlich mit einer kurzen Übergangsfrist eingestellt wird. Dieser Erfolg des Subventionsabbaus ist bekannter als andere Abbauerfolge der letzten Jahre. Daran werden wir anknüpfen.
Die Koalition aus CDU/CSU und FDP hält am vereinbarten Ausstieg aus dem subventionierten Steinkohlebergbau fest und setzt sich für den Abbau der Agrarsubventionen ein. Der Abbau von Subventionen wird dazu beitragen, dass die öffentlichen
Haushalte nachhaltig konsolidiert werden und die im Grundgesetz verankerte Schuldenbremse eingehalten werden kann. Wie wichtig nachhaltig stabile öffentliche Haushalte sind, zeigen die Beispiele wie Griechenland um die Euroschwäche, die letztlich eine Schwäche der dortigen nationalen Haushalte ist. Dort, wo öffentliche Haushalte nicht mehr konsolidiert werden, kommt es zu massiven finanzpolitischen und wirtschaftspoltischen Verwerfungen."
Foto: Dr. Johann Wadephul, MdB (www.abgeordnete.sh/wadephul/data/service/Presse.php)
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