1.05.2011

Präimplantationsdiagnostik: Debatte im Bundestag

PID-Debatte: Wann ist der Mensch ein Mensch?

Präimplantationsdiagnostik: Debatte im Bundestag

Emotional, aber sehr sachlich debattierten die Bundestagsabgeordneten in ihrer Sitzung über ein gesetzliches Verbot bzw. die Zulassung der Präimplantationsdiagnostik (PID). Im Juni soll das Parlament darüber abstimmen, ob künftig in bestimmten Situationen Gentests an künstlich befruchteten Eizellen durchgeführt werden dürfen. Drei Gesetzesentwürfe stehen dabei zur Wahl. Anhänger und Gegner der PID finden sich quer durch alle Parteien

Die Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt (Bündnis 90/Die Grünen), eine der Mitinitiatorinnen des PID-Verbotes, verwies in ihrer Rede darauf, daß auch die PID keine Garantie für ein gesundes Kind sei. Die PID wende nicht das Leid von den Eltern ab, die PID wende das Kind selbst ab, so Göring-Eckardt.

Frank-Walter Steinmeier (SPD), der den Gesetzesentwurf der Abgeordneten Ulrike Flach (FDP) und Peter Hintze (CDU) für eine Zulassung der PID unterstützt, machte in seinem Plädoyer deutlich, daß es den Eltern, die eine PID anwenden wollen, nicht darum gehe, zu töten, sondern um das Leben ihres Kindes. 

Eltern sollten alle medizinisch möglichen Maßnahmen in Anspruch nehmen können, um ein gesundes Kind zu bekommen, so der SPD-Politiker.

Auch die behindertenpolitische Sprecherin der FDP, Gabrile Molitor, hält eine Zulassung der PID für richtig. Damit könnten spätere Traumata der Eltern durch Spätabtreibung etc. vermieden werden.

Nicht alles, was medizinisch möglich ist, sei auch ethisch vertretbar, argumentiete der selbst behinderte Abgeordnete der LINKEN, Ilja Seifert, in seiner Rede. Er lehnt die PID strikt ab. PID sei Selektion in lebenswertes und lebensunwertes Leben und eine Abwertung der Behinderten per Gesetz.

Pascal Kober von der FDP sieht in der Zulassung der PID einen deutlichen Widerspruch zum freiheitlichen Staatsverständnis. Jeder Mensch habe ein Recht auf Leben. Der Mensch definiere seinen Staat und nicht der Staat seine Menschen. Der Staat habe kein Recht, wertende Entscheidungen über den Menschen zu treffen. Jeder Menschen müsse, egal wie er ist, geachtet und geschützt werden, sagte Kober.

FreieWelt.net

Foto: Rainer Sturm/pixelio.de

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