9.05.2010
von Hedwig von Beverfoerde
Die Last-Minute-Aktion der Initiative Familienschutz „Stoppt Sexualkunde-Zwang für Grundschüler in NRW“ hat bereits nach wenigen Tagen zu einer deutlichen Sensibilisierung und Umdenken bei vielen Verantwortlichen geführt. Dies ist vor allem dem beeindruckenden Engagement vieler Bürger vor Ort in NRW zu verdanken, die sich in dieser sensiblen Frage oft persönlich in Briefen und Telefonaten an ihre Landtagsabgeordneten gewandt haben, um dem Elternrecht auf Erziehung in NRW wieder Geltung zu verschaffen.
Wenige Tage vor der NRW-Wahl hatte die Initiative Familienschutz auf AbgeordnetenCheck.de die Aktion „Stoppt Sexualkunde-Zwang für Grundschüler in NRW“ gestartet. Anlass waren konkrete Fälle in Salzkotten, wo Mütter und Väter in Gefängnisse gesperrt wurden und werden, weil sie ihre kleinen Kinder von der zwangsweisen staatlichen Sexualerziehung der Grundschule ferngehalten haben. Die Elterninhaftierungen von Salzkotten belegen einen unhaltbaren Zustand in NRW, wo das geltende Schulgesetz die Elternbeteiligung an der schulischen Sexualerziehung auf ein Informations- und Mitspracherecht reduziert ohne ein Recht auf individuelle Teilnahmebefreiung im Fall, daß keine Einigung zwischen Eltern und Schule erreicht wird. Diese Praxis steht im Widerspruch zum Grundgesetz Art. 6, in dem den Eltern und nicht dem Staat die Pflege und Erziehung der Kinder als natürliches Recht und zuvörderst obliegende Pflicht garantiert wird.
Dies hielten zunächst auch viele Landtagsabgeordnete vor allem aus der CDU für ganz selbstverständlich und gaben auf einem Fragebogen der Initiative Familienschutz ihre Zustimmung zu der Aussage: „Ich spreche mich dafür aus, daß bei der Sexualerziehung in der Grundschule Einwendungen von Eltern berücksichtigt werden und im Fall, daß keine Einigung zwischen Eltern und Schule erreicht wird, individuell Befreiung des Kindes gewährt wird
“Doch schon sehr schnell wurde dem offenbar seitens der CDU-Fraktionsführung ein Riegel vorgeschoben. Intern wurde eine vorgefertigte Antwortempfehlung für alle Fraktionsmitglieder ausgegeben, mit einem Nein zur Initiativen-Forderung, rein formalistisch begründet mit einem Zitat aus dem aktuellen Schulgesetz in NRW.
Daraufhin startete die Initiative Familienschutz im Internet auf AbgeordnetenCheck.de die Bürger-Mitmach-Aktion, bei der die Abgeordneten direkt aus ihren Wahlkreisen aufgefordert wurden, der Initiativen-Forderung zuzustimmen. Diese Aktion wurde in NRW von den Bürgern mit großem Engagement aufgenommen. In kurzer Zeit erhielten die Landtagsabgeordneten mehrere Hundert Email-Petitionen über AbgeordnetenCheck.de. In dieser sensiblen Frage wandten sich überdurchschnittlich viele Bürger auch persönlich per Telefon oder Brief an ihre Abgeordneten um sie zu einem Umdenken zu bewegen. Die Antworten der Abgeordneten wurden auf AbgeordnetenCheck.de öffentlich gemacht. Die Veröffentlichung führte zu einer weit über Nordrhein-Westfalen hinausgehenden Aufmerksamkeit für diese Aktion. Überregionale Medien griffen das Thema auf. In den Abgeordnetenbüros sah man sich plötzlich mit Anfragen von Journalisten überregionaler Tageszeitungen und Parteifreunden aus anderen Landesverbänden konfrontiert. Das hat seine Wirkung nicht verfehlt. Die CDU-Fraktion ist sehr schnell von ihrer starren Ablehnung abgerückt. Bei persönlichen Nachfragen durch die Initiative Familienschutz sprachen sich am Telefon mehrere Landtagsabgeordnete im Sinne der Initiativen-Forderung aus. Noch kurz vor der Wahl hat sich auch die Sprecherin der CDU im Ausschuss für Generationen, Familie und Integration im NRW-Landtag, Marie-Theres Kastner, auf die Seite der Initiative gestellt.
Auch aus der Opposition im Landtag gab es Zustimmung. Aus der SPD-Fraktion hat sich besonders Elisabeth (Liesel) Koschorreck, Präsidiums- und Landesvorstandsmitglied der NRW-SPD, ausdrücklich für die Forderung der Initiative Familienschutz zum Erziehungsrecht der Eltern stark gemacht. Frau Koschorrek hat auch angeboten, in Partei und Fraktion für dieses Anliegen vermittelnd tätig zu werden.
Die Aktion „Stoppt Sexualkunde-Zwang für Grundschüler in NRW“ hat ihre Wirkung trotz der Kurzfristigkeit nicht verfehlt. In beiden großen Parteien in NRW ist ein Umdenkprozess im Sinne des im Grundgesetz verankerten Elternrechts zu erkennen. Dieser Prozess wird auch nach der Landtags-Wahl in NRW weitergehen, und zwar unabhängig vom Ausgang der Wahl. Dies ist ein großer Erfolg der Aktion "Stoppt Sexualkunde-Zwang für Grundschüler in NRW" und besonders den zahlreichen Unterstützern aus der Bürgerschaft und in den Medien zu verdanken. Die Initiative Familienschutz wird zusammen mit Kooperationspartnern vor Ort die ermutigende Entwicklung in NRW weiter vorantreiben und unterstützen.
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Kommentare
18.07. 10:32
Erhard Ebert
Diese Angelegneheit betrifft alle Menschen und hat nichts mit der Religion sondern mit dem Verfall der Moral zu tun. Die Frucht der Sex-Macht ist erschreckend und durf nun nicht schon bei den unschuldigen Kindern eingeipft werden. In unserem Bekanten- und Kollegenkreis gibt es keinen Menschen, der die Sexualkunde als Pflicht für normal hält. Alle regen sich auf und würden gerne etwas dagegen unternehmen. Sagen Sie uns wie und wo wir nict nur etwas sondern alles tun können zum Schutz der Kleinen.
25.11. 13:30
Rudi Gems
Zwang und Gefängnis, sind immer abzulehnen, bei so einem Thema. Natürlich, muss es für Eltern möglich sein, ihre Kinder von Sexualkunde abzumelden. Zeigt es doch, das es die Eltern selbst sind, die dringend Nachhilfe in Sachen Sexualkunde nötig haben.
Daneben kann ich die Aufregung gar nicht verstehen. Gerade die Kinder sind es, welche von solchen Kursen abgemeldet werden, die am nächsten Tag, gierig ihre Mitschüler fragen, was sie wieder neues in Sex gelernt hätten.
Kinder brauchen sexuelle Aufklärung. Es ist schon lange bekannt, das dieses Bedürfnis, bei Kindern zwischen 6 und 8 Jahren, am höchsten ist. Also genau zum Beginn der Grundschule.
Die hohen Scheidungsraten, zeigen es eindeutig. Den Menschen fehlt frühkindliche Aufklärung über sexuelle Fragen, Mängel, die dann später ein Ehe/Sexualleben erschweren, bis hin zur Unmöglichkeit machen. Hier jetzt, Gegenoffensiven zu starten, halte ich für bedenklich.
Auch Frau Eva Herman, muss sich die Frage stellen, warum sie dreimal geschieden ist? Nach allem was ich in ihren Schriften, über frühkindliche Sexualaufklärung, gelesen habe, werde ich einen bestimmten Verdacht nicht los.
Grüße, Rudi Gems
23.05. 0:09
siby
Danke , Corinna! Gut, dass auch andere, realitätsgerechte Meinungen hier vertreten werden, die Kindern/jungen Menschen und ihren Lebensbedingungen in unserer Gegenwart gerecht werden. In unserer pluralistischen Gesellschaft müssen zwar vielfältige und auch absurde Meinungen möglich sein, Gesetze gehochen glücklicherweise zur Zeit einer Rationalität, die sich nicht durch rückwärts gewandte Ideologien in ihrer Sichtweise einengen lässt. Seien wir froh über dsas vorhandene Maß an gesetzlichem Schutz, das auch für solche bedauernswerten Kinder gilt, deren Eltern sich anmaßen, über sie als Besitz zu verfügen und im Sinne ihrer sektiererischen Ideologie "aufzuziehen" - besser als Erzwingungshaft wäre allerdings, diesen Eltern einen Bildungsprozess anzubieten (auf zu erlegen), der ihnen die Rechte eines Kindes ebenso klar macht, wie die Bedeutung der Tatsache, in einer aufgeklärten, säkularisierten Gesellschaft zu leben.
Ich kann nur für jedes Kind hoffen, dass unter derart beschränkten Eltern zu leiden hat, dass es nicht , daran verzweifelnd, krank wird, sondern kraft Persönlichkeitsbildung es schafft, sich rechtzeitig au diesem miefigen Milieu zu lösen. Glücklicherweise bieten heutige Schulen durch z.B. ihre Beratungslehrer viele Hilfestellungen an, so dass niemand seinen Eltern völlig ausgeliefert sein muss. Ein erschütternder Besitzanspruch auf Kinder, der sich von Seiten dieser Aktion offenbart. Auch Frau Herman hat, wie auch in anderen Zusammenhängen früher, hier einiges leider überhaupt nicht verstanden. Bedauerlich, dass in den Medien immer wieder Leute beschäftigt werden, deren Horizont und Verantwortlichkeit begrenzt sind. Bevor die Dame das Grundgesetz in ihren Veröffentlichungen erwähnt, sollte sie es auch gelesen und verstanden haben... ihr Salzkotten-Artikel stimmt mich zutiefst traurig angesichts der deutlich werdenden Bigotterie. Frau H. hat doch selbst ein Kind...
19.05. 19:10
Chrisi
In welcher Zeit leben wir eigentlich - ist das Stasi durch die Hintertür oder ist das vielleicht noch der Überbleibsel von dem Nationalsozialismus - Schule wurde ja seit Hitler nie verändert!!!!!
16.05. 21:49
winfried
ich kenne keine bislang Statistik, die positive Auswirkungen des Sexualkundeunterrichtes benennt, etwa weniger sexuelle Übergriffe, weniger ungewollte dafür aber mehr gewollte Kinder. Dem Elternrecht sollte in dieser Frage der deutliche Vorrang gegenüber einer staatlichen Belehrung ihrer Kinder gebühren. Der Staat ist schließlich nicht Übervater. Wer Kaderparteien zuneigt, wird mir widersprechen.
16.05. 12:09
Désirée
Die Schule ist da zu da um denn Kindern Rechnen und Schreiben beizubringen, wie kommt man auf die Absurde Idee das die Schule dazu da ist, sich in Private Erziehungsfragen einzumischen.
Das war doch nie die Aufgabe der Schule.
Was nimmt die Schulleitung sich heraus, und wozu?
Gut meinende Eltern einzusperren wie Verbrecher.
Eltern die ihre Pflicht noch wahrnehmen dafür strafen weil sie Ihre Kinder so sehr lieben das sie dafür ins Gefängnis gehen.
Die Kinder auf diese Art zu schädigen, das ist dann OK,
wie Pervers.
Wenn die Regierung ein Schlechtes Gewissen hat wenn sie Moralisch verkommt, dann meint sie die Moral auf diese Weise umzubringen.
So das sie Ihrer Unmoral weiter unbehelligt ohne schlechtes Gewissen folgen kann.
Aus der Schweiz
14.05. 20:28
JET
Wer soll denn nun entscheiden, wann Kinder an welchem Unterricht teilnehmen müssen und wann nicht? Soll das den Eltern überlassen bleiben? Gilt das dann für alle Fächer? Und für alle Eltern?
9.05. 20:57
Elternrecht
Es geht doch mit der Initiative gar nicht um die Abschaffung des Sexualkundeunterrichts, sondern um das Recht der Eltern, ihre Kinder u.U. davon zu befreien. Den entsprechenden Eltern in NRW, die dafür ins Gefängnis mußten, geht es zudem auch nicht darum, ihre Kinder nicht aufzuklären, sie wollen dies vielmehr mit ihren Worten und zu dem Zeitpunkt tun, wann sie es für ihre Kinder für angemessen erachten. Wohlgemerkt, hier geht es um Grundschüler! Dafür darf man Eltern nicht mit Bußgeldern und/oder Gefängnis bestrafen.
9.05. 17:19
Corinna O.
Meiner Meinung nach ist die Abschaffung des Sexualaufklärungsunterrichts ein absoluter Rückschritt und mal wieder durch irgendwelche religiösen Wünsche bedingt. Das Ergebnis der mangelnden Aufklärung durch die Elternhäuser, wenn der Sexualkundeunterricht in der Grundschule nicht besucht wird, durfte ich im letzten Jahr in einer 8. Klasse an einer Berliner Hauptschule erleben als mich eine fast 15 Jahre alte Schülerin fragte, ob Männer schwanger werden können. Da war null Grundwissen vorhanden. Im Allgemeinen geht das Wissen um die körperlichen Zusammenhänge und Verhütung von Schwangerschaften und Krankheiten wieder zurück und dann wird über die vielen Teenager-Schwangerschaften gemeckert. Ganz großes Kino, was Ihre Aktion da vertritt. Anhänger Ihrer Initiative klären dann wohl ihre Kinder bis zur Hochzeit gar nicht auf, oder wie?
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