13.07.2012
Die Sparmaßnahmen in den Peripherie-Ländern der EU treffen auch Staatbedienstete. Vielerorts ist die Empörung über den Verlust der Pfründe groß – so auch in Italien. Mit einer unfassbaren Frechheit droht die dortige Statistikbehörde Istat nun der italienischen Regierung.
Im nächsten Jahr soll diese nämlich nur noch 150 bis 160 Millionen im Jahr zur Verfügung haben, um ihrer Aufgabe zu erfüllen. Das sind rund zehn Prozent weniger als bisher. Für den Istat-Präsidenten Enrico Giovannini ist diese Beteiligung an den Sparbemühungen nicht hinnehmbar. So sagte er der Zeitung La Repubblica, seine Behörde werde „Ab Januar … keine Statistiken mehr veröffentlichen." Er verweist auf die Statistikbehörde in Frankreich, die dann das Doppelte auszugeben hätte. Unter diesen ungerechten Bedingungen will Giovannini nicht arbeiten. „Wir werden keine Daten zur Inflation, dem Defizit, Haushaltseinkommen, Arbeitsmarkt veröffentlichen“, so der Beamte. Da die Istat etwa 70 Prozent der Daten für die EU erhebt, würde diese Weigerung „sehr hohe EU-Strafen für unser Land auslösen, für jeden Tag“, sagt nicht etwa ein Kritiker Giovanninis, sondern er selbst.
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(OS)
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