9.07.2012

Nachteilig für Sparer, aber ohne Wirkung

Experten kritisieren EZB-Spottzins

Nachteilig für Sparer, aber ohne Wirkung

Unter Wirtschaftsexperten stößt die jüngste Leitzinssenkung durch die EZB auf ein Rekordteif auf heftige Kritik. Kai Carstensen sagt die Senkung auf 0,75 Prozent sei am ehesten ein „zusätzlicher Schritt bei der Subventionierung von schwächelnden Banken.“ Auch der frühere Bundesbanker und heutige Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands öffentlicher Banken (VÖD)Wolfgang Reckers, kritisiert die neue EZB-Zinspolitik: „Die Leitzinsentscheidung verschafft den EU-Krisenstaaten zwar Luft … Die Atempause hat aber nur kurzfristige Wirkung uns zudem teuer erkauft.“

Sparen wird indes immer unattraktiver. Berücksichtigt man die derzeitige Preissteigerung von etwa zwei Prozent, sind die Sparrenditen bereits heute oft negativ. „Der Trend zur Flucht in Sachwerte wird durch die Zinssenkung noch beschleunigt“, so Reckers.  Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg stimmt mit ein: „Der Anleger muss zusehen, wie sein Geld immer mehr an Kaufkraft verliert.“

An die von der EZB beschworenen Vorteile der Spottzinsen zweifeln die Experten: „Einen nennenswerten konjunkturellen Effekt wird diese Zinssenkung von „nahe Null“ auf „noch näher Null“ nicht haben“, so Sparkassenpräsident Georg Fahrenschon.

 

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Bildquelle: (Pixelio.de/ Daniel Gast)

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