9.07.2012
Bislang war es ein Tabu unter den europäischen Spitzenpolitikern, von Staatspleite und einem Ende des Euro zu sprechen. Dies hat sich geändert. Der Tabubruch kommt aus dem Hohen Norden. Anders Borg, Finanzminister Schwedens, redet nun Klartext: „Natürlich könnten die Griechen auch Glück haben. Sie könnten das Tor treffen und alles wird gut. Aber so, wie sie die Lage bisher gehandhabt haben und mit dem Schulden kann ich nicht ausschließen, dass das Land am Ende Bankrott geht.“
Dann müsse Griechenland den Euro auch verlassen, sagt Borg und er meint es auch. Der charismatische Minister mit Pferdeschwanzfrisur bereitet sein Land bereits auf ein Ende der EU-Einheitswährung vor. Europa verliere an Bedeutung für die Skandinavier. Diese müssten sich neu orientieren und ihre Abhängigkeit von der Euro-Zone verringern. Trotz der eigenen Währung ist das Land auf Exporte angewiesen und beobachtet die Entwicklungen der EU-Staatschuldenkrise daher mit großer Sorge.
Auch aus Finnland hört man zunehmend kritische Töne. Die Mehrheit der Finnen lehnt die Einheitswährung inzwischen ab. Die finnische Finanzministerin, Jutta Urpilainen, schaltet indes gegenüber der EU auf stur: „Finnland leiht anderen Ländern kein Geld mehr, um deren Banken zu unterstützen.“ Ihren Gegenvorschlag sollten sich Politiker in ganz Europa hinter die Ohren schreiben, nämlich dass man Banken im Notfall eben Pleite gehen lässt.
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Bildquelle: (Pixelio.de/ Markodepecher)