9.07.2012
In einem Sondergutachten kommt der Sachverständigenrat der Bundesregierung unter dem Vorsitz von Wolfgang Franz zu dem Ergebnis, dass der Euro in der gegenwärtigen Form eine Fehlkonstruktion ist. Da die einzelnen Länder keine volle Kontrolle über die eigene Währung haben, sind sie zwar in eine gewisse Disziplin eingebunden. Es kann aber auch ein »destabilisierender Prozess« entstehen.
Der größte Wert der Gemeinschaftswährung besteht, wie die Deutschen Mittelstandsnachrichten (DMN) erläutern, demzufolge in der Förderung der Exportindustrie – weil der Euro – anders als etwa der Schweizer Franken – als eine Art Weichwährung angesehen wurde.
Staatliche Eingriffe in das Wechselkurssystem brachten allerdings auch den Einzelstaaten nichts, weil damit lediglich die Verschuldung der USA finanziert wurde. Die DMN schreiben: »Dies bedeutet doch nichts anderes, als dass die exportorientierten Staaten in Wahrheit nicht auf lange Sicht erfolgreich sein können, wenn sie die Exporte durch dirigistische Maßnahmen in andere Märkte drücken.« Kurzum: Die gesamte Konstruktion des Euro und die verzweifelten Rettungsmaßnahmen mittels EFSF und ESM werden vom Sachverständigenrat auf den Prüfstand gestellt.
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(oe)