5.07.2012
Der vom deutschen Sachverständigenrat vorgeschlagene Schuldentilgungsfond würde nach einem Bericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vor allem Italien zugute kommen. Demnach könnte die Regierung Monti die Hälfte ihrer Defizite in dem Fond entsorgen, dass heißt, die Sorge um die Rückzahlung den anderen EU-Mitgliedern überlassen. Monti selbst hält sich mit der Forderung nach einem solchen Fond noch zurück, aber der Großteil der italienischen Medien hat ihn bereits fest in den Forderungskatalog an Deutschland aufgenommen.
Über die Bedingungen, die er Sachverständigenrat zusammen mit seinem Vorschlag formulierte, schweigen die Medien Italiens allerdings. Zu verlockend klingt die Idee, alle Schulden über 60 Prozent des BIP in einem Fond mit vergemeinschafteter Garantie zusammenzulegen. Dann hätte Italien eine Sorge weniger, namentlich die exorbitanten Staatsschulden. Diese sind nicht nur nominell die zweithöchsten in Europa, sondern erreichen auch 120 Prozent des BIP, also das Doppelte der Mindestschwelle, die ein Land braucht, um seine Schulden in dem vorgeschlagenen Fond abzuladen.
Ist man naiv, wenn man glaubt, ein solcher Fond würde ein Rennen um die höchste Verschuldung auslösen?
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(JL)
Bildquelle: (Pixelio.de/ Gerd Altmann)