3.07.2012

Erneut Vater in Erzwingungshaft

Eltern wollten 10jährigen vom Sexualkundeunterricht befreien

Erneut Vater in Erzwingungshaft

In Nordrheinwestfalen wurde erneut ein Vater in einwöchige Erzwingungshaft genommen, weil er seinen 10jährigen Sohn vom verpflichtenden Sexualkundeunterricht befreien wollte. Der Vater begründete seine Haltung mit seiner Elternpflicht, seinen Sohn vor staatlichen Eingriffen in dessen Intimsphäre zu schützen. Auch der Sohn weigerte sich am 20stündigen Aufklärungsunterricht teilzunehmen. Über die Eltern wurde zunächst ein Bußgeld von 250 Euro verhängt. Weil sie die Zahlung ablehnten, wurde der Vater am 29.06.2012 verhaftet und sitzt nun für sieben Tage in der Haftanstalt Attendorn.

Den Eltern zufolge entspreche das Unterrichtsmaterial nicht den Zulassungsvoraussetzungen für den staatlichen Sexualkundeunterricht. Demnach müsse der Unterricht wissenschaftlich geprüft sein und dürfe die elterliche Glaubensüberzeugung und das Persönlichkeitsrecht der einzelnen Schüler nicht verletzen.  „Die staatliche Sexualerziehung ist einseitig emanzipatorisch-ideologisch ausgerichtet; sie widerspricht unserer christlichen Glaubensüberzeugung, und wir halten sie für falsch, weil sie die Kinder zu einer selbstbestimmten Frühsexualität mit allen negativen Folgen einer solchen verführt (z.B. Erziehungsunfähigkeit – so S. Freud) und die Pädophilie bejaht, wenn das Kind sie will“, begründeten die Eltern ihren Entschluß, ihren Sohn nicht am Sexualkundeunterricht teilnehmen zu lassen.

Mehr Informationen unter www.schuzh.de.

Bild: Didi01  / pixelio.de

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Kommentare

  • 5.12. 2:05

    Conrad

    @ Martin
    Du hast recht, aber die Untertanen sind teilweise selbst schuld. Die machen es leider dem Staat d.h. den Beamten und den Politikern sehr leicht, indem sie brav zur Wahl gehen, indem sie jede Arbeit und Erniedrigung erdulden und indem sie sich untereinander bekämpfen.
    Würden die Untertanen solidarisch und würdevoll sein und kein Mobbing zulassen, hätte die Obrigkeit gegen die Untertanen keine Macht.
    Schon Friedrich Schiller hat folgendes gesagt:
    "Die Großen hören auf zu herrschen, wenn die Kleinen aufhören zu kriechen".

  • 29.11. 13:51

    Martin

    Der Staat zeigt seinen Untertanen, die nicht gehorchen wollen, sondern sich anmaßen, eine eigene Meinung zu haben, seine gewalttätige Fratze, sein wahres Gesicht. Es geht um Macht. Der Staat meint, die Kinder und deren Gedanken und Gefühle gehören ihm, um ihn beliebig mit seinen Ideologien indoktrinieren zu können.

    An diesem Fall wird exemplarisch deutlich, dass weder Eltern noch Kinder Rechte haben, wenn es drauf an kommt. Die Untertanen und ihre Kinder gehören dem Staat. Wer das nicht einsehen will: ab in den Knast. So funktioniert das in Deutschland.

    Deutschland hat ein extremes Zwangsschulsystem mit Gesetzen, die aus dem Dritten Reich stammen und die es kaum irgendwo in der Welt so extrem gibt. Es wäre gut, wenn Deutschland sich mal an den internationalen Standard annähern würde.

    Naja, in Deutschland ist als eines der ganz wenigen Länder ja auch Abgeordnetenbestechung erlaubt. Ist halt eine Bananenrepublik hier.

  • 4.09. 14:21

    Bastian

    @ Hans
    Absurderweise hast du versucht den SEXunterricht als "Biologie" zu verkaufen, obwohl in der Natur keine Verhütungsmittel wie Kondome und Pille vorkommen, welche im Schulunterricht eingesetzt werden.
    Falls du es noch nicht bemerkt hast: Alles Leben was sexuell aufeinander trifft, pflanzt sich natürlich fort. Sexualität ist DAS Mittel für die natürliche Fortpflanzung.
    Es ist also widersprüchlich und pervers den Kindern das Gegenteil als "Biologie" beizubringen, daß Sex mit allen Perversitäten nur einem Spaß dient und eine Schwangerschaft ein Kollateralschaden wäre.

    Darüber hinaus weise ich hin, daß das Schulsystem und andere Systeme nur abstrakte Mechanismen sind, die keine eigenen Ziele haben können. Alle Ziele werden von Lobbyisten, Maffiosi und Größenwahnsinnigen gestaltet und gesteuert, um Menschen wie Tiere von der Kindheit an zu versklaven und als Sexspielzeug und Arbeitstier zu mißbrauchen.
    Solche System-Versklavung treibt die Menschen erst Recht in die Kirchen oder Sekten.

  • 4.09. 1:58

    Gertraud

    An Frau Metziger und Frau Julia !

    Mir kommt es so vor, als ob Sie diese Schweinerei nur beschönigen wollen und Ihr Gewissen beruhigen wollen.
    Ich bezweifle es, daß die Sexpädagogik in der Lage wäre, Schwangerschaften und Infektionen bei Kindern vorzubeugen. Auch bezweifle ich, daß die Schule oder irgend eine Organisation, unsere Kinder als starke, glückliche, selbstbestimmte Individuen fördern will.
    Unsere Kinder erleiden in der Schule nichts weiter als Gehirnwäsche und Zwangsmaßnahmen, und zwar noch schlimmer als wir es in der Schule erlebt haben. Und wir Eltern sind mitschuldig an diesem Verbrechen, weil die Mehrheit nichts dagegen tut, sondern nur wegschaut.......... Gott beschütze alle Kinder !
    Ich befürchte, daß die Situation unseres Volkes sich leider so entwickelt, wie Herr Andreas Gutzmann sie hier am 29.8. beschrieben hat.

  • 29.08. 23:45

    Frau Metzinger

    Ja, geht`s noch? Das Mittelalter lässt grüßen. Wer will denn den Kindern vorenthalten, wie sein eigener Körper funktioniert? Früher wurden viele Mädchen schwanger und wussten nicht wovon! Sie müssen über die Vorgänge früh genug (vor der Pupertät!) aufgeklärt werden. Eltern tun sich dabei sehr schwer, weil sie oft selbst noch verklemmt sind, da sie selbst nicht richtig aufgeklärt wurden. Die Kinder lernen ja auch, wie sich die Pflanzen vermehren. Wo (wenn nicht bei der Bewertung vieler Erwachsener) ist denn der Unterschied?

  • 29.08. 23:29

    Julia

    Mich hat es auch etwas erschreckt, als meine Elfjährige vom Sexualkunde-Unterricht nach Hause kam und mir genauestens über Analverkehr, Oralverkehr etc. berichtete. (Mit elf!) Und von Kondomen, die sie übend über Bananen gestülpt hatten. Da geht es ja nicht nur um Biologie sondern auch und vor allem um die Gefühle rund um sexuelle Themen mit denen, besonders bei so jungen Menschen, die selbst noch keine expliziten sexuellen Erfahrungen haben, sehr sensibel umgegangen werden sollte. Ob das geschieht hängt wohl auch sehr von der vermittelnden Person ab. Andererseits- ich finde schon, dass es wichtig ist, die Kinder aufzuklären- auch über Ansteckungsgefahren und Verhütung. Im besten Falle tun das die Eltern, oder andere vertraute Erwachsene, die ihre Kinder so gut mitkriegen, dass sie am besten spüren, wann es Zeit ist, bestimmte Themen zu besprechen, bzw. denen die Kinder so vertrauen, dass sie von ganz alleine fragen, wenn es soweit ist. Doch sicher gibt es noch immer viele Menschen, die selbst nicht gelernt haben offen über Sexualität zu sprechen. Deren Kinder also auch nicht gelernt haben, dass sie offene Fragen stellen können, ohne Scham. Für diese Kinder finde ich einen solchen Unterricht auf jeden Fall weniger gefährlich, als eine viel zu frühe Schwangerschaft oder ernsthafte Infektion.

    Eltern ins Gefängnis zu sperren, weil sie sich der Schulpflicht nicht beugen würde ich in fast jedem Fall als Staatsterror bezeichnen.

  • 29.08. 22:10

    Andreas Gutzmann

    Die Frühsexualisierung und nur darum geht es, hat beine bestimmte Aufgabe. Im Bestreben der Herrschenden, die Beherrschten unreif, mit sich selbst beschäftigt, süchtig, obrigkeitshörig zu machen, wird ein Thema in einer Weise dargebracht, die eben weit über das rein Biologische hinausgeht und zu einem Zeitpunkt beginnt, der viel zu früh ist für diesen intimen Bereich. Das ist ganz unabhängig von irgendwelchen religiösen Ansichten, die bedauerlicher Weise oft in diesem Zusammenhang bemüht werden.
    Die Schulpflicht dient nicht den Kindern, sondern der Reproduktion des bestehenden Systems, was, nebenbei bemerkt kein kapitalistisches sondern ein faschistisches ist, zumindest nach Mussolinis Definition. Ein Kartell von Großindustrie, Finanzkapital, Berufspolitikern und Zentralbanken als unproduktiver Teil der Gesellschaft beutet den produktiven Teil, also Unternehmer des produktiven Gewerbes, Bauern, Arbeiter, Handwerker etc. aus. Im Kapitalismus wären wir nicht gezwungen, mehrere Monate des Jahres als Sklaven für Nichts zu arbeiten. Im Kapitalismus dürfte ich mir die Glühbirne aussuchen, die ich kaufe. Im Faschismus wird mir das diktiert.
    Also bei der Frühsexualisierung, um auf das Thema zurückzukommen, geht es um eine subtile Fokussierung des kleinen Geistes auf den Sexualtrieb, der einen möglichst beherrschenden Anteil am Denken und Streben des Heranwachsenden haben soll. Der reife Umgang mit diesem Trieb, wie mit allen anderen Trieben, ein Zeichen des selbstbestimmten, erwachsenen Menschen, der eine gewisse Selbstbeherrschung voraussetzt, die eben nicht jedem Impuls folgt, steht hier nicht im Vordergrund. Gelehrt wird das freie, häufige, variantenreiche Ausleben dieses Triebes, die Orientierung auf Äußeres, Mechanisches, rein biologistisches, wenn auch als Feigenblatt Beziehungsaspekte mit thematisiert werden.
    Aus der DDR durfte man nicht ausreisen. In Deutschlands Schulen dürfen Eltern ihre Kinder nicht vom Unterricht befreien.

  • 29.08. 12:48

    Christian

    Gelesen habe ich hier sehr vieles das in die Richtung geht: Verantwortung abschieben, die Politiker müssen so und so handeln, müssen dieses und jenes verstehen.
    Ganz ehrlich: AUs einem alten Deutsch-Punk-Lied geht hervor: Solange Lichter nur in Händen brennen, können Millionen auf die Strasse gehn´. So lange Lichter nicht in Köpfen brennen, ist für mich überhaupt noch nichts geschehen.
    Sprich: WIR, die Bürger, wir müssen handeln. Und wenn es heist sich auf die innere Sittlichkeit zu konzentrieren, diese wieder zu entwickeln, dann müssen wir das tun. Selbst denken, selbst handeln, selbst das tun von dem wir wissen was richtig ist. Jedes Lebewesen im Universum weis was richtig ist. Der Rest eher lächerliches Selbstmitleid, bestürzend, dennoch Selbstmitleid.

  • 23.08. 21:02

    Hans

    @Bastian

    Das Schulsystem hat die Pflicht, die Menschen zu bilden und die Kinder zu erziehen. Um eine allgemeine Bildung zu gewährleisten und zu verhindern, dass jeder mit eigenen blinden Überzeugungen seine Kinder zu Hause erzieht und unterrichtet gibt es die Schulpflicht. Das Unterlassen dieser Pflicht wird bestraft. Sie können sich auch nicht dem Gesetz verweigern, nur weil es nicht ihren Überzeugungen entspricht. Wo kommen wird denn hin, wenn jeder nach seinen Überzeugungen, ob gut oder fehlgeleitet, handeln darf. Es muss gesellschaftliche Regeln und Normen geben, die für alle gelten. Und dazu gehört die allgemeine Schulpflicht. Den Sexualkundeunterricht zu versäumen ist meiner Meinung nach keine Begründung, da es lediglich Biologie ist. Also Fakten.
    Das unser Schulsystem dazu benutzt wird kapitalistische Dogmen den Kindern einzuimpfen, da gebe ich ihnen Recht. Das liegt aber nicht an der Institution Schule, sondern an der Gesellschaft selbst. Der Vergleich mit der Kirchenstruktur halte ich für überzogen. Und für Versäumnisse von Messen und Gebeten und der Gleichen wird man im Christentum bestraft. Man fährt zur Hölle.
    Ich persönliche würde und werde meine Kinder auch von einem speziellen Unterricht fernhalten. Und dieser ist Religionsunterricht. Wie es meine Überzeugung ist, ist Religion nichts was Kinder verstehen oder kritisch beurteilen können. Wenn sie alt genug sind können sie von mir aus eine Religion wählen, die ihre eigenen Einstellungen wiederspiegelt. Aber nicht in der Schule, da es keinen Religionsunterricht gibt, der alle Religionen gleichermaßen umreißt, sondern stets das Christentum hervorhebt. Dies ist eine vernünftige Überzeugung. In meinen Augen. Aber nicht den Sexualkundeunterricht fern zu bleiben.

  • 20.08. 14:39

    Bastian

    @Hans
    du hast wohl nicht erkannt, daß unser Schulsystem nichts anderes als eine Zwangs-Religion ist, da jeder seit der Kindheit gezwungen ist vor den sog. "Lehrern" still zu sitzen, alles zu glauben, sich klein zu machen und sich so zu verhalten wie es die Obrigkeit will.
    Auch die Struktur des Schulsystems ist wie in der Kirche:
    Schulminister=Papst, Rektor=Bischof, Lehrer=Priester, Schüler=Schafe.
    Und eigentlich ist die Schule noch viel schlimmer als die Kirche, weil man wegen der Kirche nicht in den Knast muß falls man die Sonntagsmesse geschwänzt hat.
    Wenn man aber den Schul-unter-richt verpasst hat, dann wird die ganze Familie verfolgt, verurteilt und bestraft wie in dem obigen Bericht.

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