2.07.2012
In der aktuellen Ausgabe des Handelsblatts nimmt IFO-Chef Hans-Werner Sinn kein Blatt vor den Mund: Mit den Beschlüssen des Euro-Gipfels von letzter Woche sind die Probleme von Investmentbanken in New York oder London zwar kleiner geworden, aber den Preis dafür zahlt Deutschland durch den Verlust an finanzieller Stabilität.
Insbesondere die Abkehr von der vorrangingen Bedienung der Retter prangert er als ökonomisch fatale Entscheidung an.
Damit habe man sich von den Regeln des IWF entfernt, an denen man sich immer orientiert habe. Die Stabilitätsregeln würden nicht zu Stabilität führen, weil die Deutschen die einzigen seien, die sie einzuhalten gedächten. Jetzt räche sich, dass Deutschland immer zu Kompromissen und Geldzahlungen bereit gewesen sei. Man habe bisher nicht gekannten Druck auf Angela Merkel ausgeübt und unterstellt, sie hege »imperiale Gelüste«. Sinn: »Deutschlands Empfänglichkeit für äußeren Druck war die Einladung, mit immer mehr Druck immer mehr Geld zu erpressen.«
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(oe)
Bildquelle: (Wikipedia/ Jan Roeder, Krailling)