19.06.2012
Ein Vorschlag des Wirtschaftsausschusses des Europäischen Parlamentes zeigt, wie unterentwickelt der Freiheitsgedanke in diesem Gremium ist. Angaben von welt.de zufolge will vorschlagen, die Ratingagenturen – gemeint sind die drei großen amerikanischen Häuser Moody’s, Fitch und Standard & Poor‘s – stärker an die Kandare zu legen.
In vollkommener Verkennung der Kausalitäten will der Berichterstatter, der italienische Sozialist Leonardo Domenici, ein Urteil einer Agentur nicht mehr als Meinung gelten lassen, sondern als Tatsachenbehauptung, für die man den, der sie macht, gegebenenfalls in Regress nehmen kann
Mehrheitlich sind die Abgeordneten darüber hinaus der Meinung, dass man die Errichtung einer europäischen Agentur vorantreiben solle, um den Einfluss der amerikanischen zu beschränken. Außerdem sollen sich Unternehmen nicht frei für eine Agentur entscheiden dürfen, sondern es soll eine Rotationspflicht eingeführt werden. Anstatt also den Urheber der schlechten Nachrichten zu belangen, begnügt man sich damit, den Überbringer derselben zu bestrafen. Das ist europäische Wirtschaftspolitik im Jahr 2012.
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(oe)
Bildquelle: (Pixelio.de/ Rudollf Ortner)