19.06.2012
Die Anzeichen verdichten sich, dass Italien der nächste Pleitekandidat im Euroraum sein wird. Ein Dominostein nach dem anderen kippt: Zuerst entwickelte sich Griechenland zu einem Fass ohne Boden, dann schlüpfte Spanien unter den »Rettungsschirm« – erfolglos, wie sich am steigenden Zinssatz für Staatsanleihen zeigte, der jetzt bei einem Rekordwert von sieben Prozent liegt.
Schließlich stiegen auch die Zinsen für italienische Papiere: Zehnjährige Anleihen kosten inzwischen 6,14 Prozent Zinsen.
Und nun sucht Italiens Premierminister Monti verzweifelt nach einem Ausweg. Dabei ist er auf die brillante Idee gekommen, einen Mechanismus zu installieren, nach dem die EZB »halbautomatisch« interveniert, wenn die Refinanzierungskosten eines Staates zu weit nach oben ausschlagen. Dass Zinsen das Vertrauen in die Rückzahlungsfähigkeit des Schuldners widerspiegeln, dass also die Gläubiger die Reformwilligkeit Italiens skeptisch beurteilen, übersieht Monti geflissentlich.
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(oe)
Bildquelle: (Pixelio.de/N. Vollmert)