25.05.2012
Die Wirtschaftswoche beschäftigt sich mit der Frage wie der Griechenlandaustritt ablaufen kann, welch Risiken er birgt und welche Chancen. Das Land sei zu teuer, es muss um wenigstens 30 Prozent abwerten und dies ist innerhalb der Eurozone nicht möglich. Die Gewerkschaften würden die Lohnsenkungen niemals mitmachen und griechische Unternehmen werden nur dann entlastet, wenn sie ihre Schulden nicht mehr in Euro begleichen müssen. Ein Marshall-Plan ist für Griechenland nicht denkbar. Rechnet man Target-Forderungen, durch die EZB gekaufte Staatspapiere, die „Hilfspakete“ und den Schuldenschnitt hat Griechenland bereits über 400 Milliarden erhalten, ohne nennenswerte Erfolge. Ein Marshall-Plan würde, gemessen am BIP, nur eine Zahlung vor 4 Milliarden bedeuten.
Eine Ansteckungsgefahr würde es laut Wirtschaftswoche in beide Richtungen geben. Wenn die Griechen weiter alimentiert werden, könnten sich die Anderen EU-Staaten mit Verantwortungslosigkeit infizieren, da sie glauben, ihnen würde im Ernstfall auch geholfen. Die Finanzwirtschaft würde so viel von Ansteckung reden weil sie ihre eigenen Interessen schützen möchte – wie etwas Ackermann, der vor dem Schuldenschnitt Griechenland vor den Gefahren durch Kreditausfallversicherungen warnte, die sich dann nicht realisierten.
Der Austritt würde Deutschland nichts kosten. Vielmehr würde die Chance steigen, wenigstens einen kleinen Teil der bereits gezahlten 80 Milliarden zurückzubekommen. Das Risiko der Kapitalflucht sei nicht das große Problem. Mann kann zwar nicht garantieren, dass die Griechen ihr Bargeld umtauschen, aber die Summen, um die es geht, sind zu vernachlässigen.
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Bildquelle: (Gerd Altmann/ Pixelio.de)
(OS)