22.05.2012
Geht es nach dem Willen der EU-Bürokraten soll das irische Volk den Fiskalpakt am 31. Mai absegnen. Dann findet ein Referendum zu dem umstrittenen Gesetzt statt. Doch auf der grünen Insel formiert sich der Widerstand. Die Gewerkschaften drohen eine Landesweite Kampagne an, die Opposition spricht von Panikmache und Täuschung, der sozialistische Abgeordnete David Higgins stellt fest: Die Wähler würden „mit dem Rohrstock eingeschüchtert“, damit sie mit Ja stimmen.
Das Land hängt derzeit am Tropf der EU. 70 Milliarden Euro sind bisher durch die „Rettungsschirme“ an das Land bezahlt worden, doch die damit verbundenen Forderungen nach Reformen stoßen bei den widerborstigen Iren auf wenig Verständnis. „Die neuen selbsternannten Führer oktroyieren der Gemeinschaft ihre Sichtweise auf“, schreibt die als seriös geltende Irish Times.
Dies ist symptomatisch für die Stimmung im Land. Seit der Immobilienblase in der das Vermögen vieler Familien zusammenschmolz, ist die Wirtschaft nicht mehr in Schwung gekommen. Viele Gastarbeiter sind zurück in ihre Heimat gegangen und ganze erst vor weinigen Jahren aus dem Boden gestanzte Stadtviertel stehen leer und verwittern. Die Arbeitslosigkeit ist hoch und die Binnennachfrage seit dem Anfang der Krise um 20 Prozent gesunken. Ob die Iren unter diesen Umständen zu noch mehr Verzicht bereit sind, ist fraglich.
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Bildquelle: (Petra Hegewald/ Pixelio.de)