1.05.2012

Gezielte Stimmungsmache gegen das Betreuungsgeld!

Beitrag von Dr. Albert Wunsch

Gezielte Stimmungsmache gegen das Betreuungsgeld!

 Wenn Argumente nicht mehr zählen, müssen Halb-Wahrheiten herhalten.

Ja, zurzeit gibt es eine Unisono-Koalition zwischen den politischen Wortführern gegen das Betreuungsgeld und den meisten Medien-Vertretern. Es erinnert fast an das traute Zusammenspiel zwischen dem Polit-Büro der Einheitspartei und den gleichgeschalteten Presseorganen ehemaliger Ost-Staaten.

So klingt es aus allen Ecken der Republik unisono: ‚Das Geld soll der staatlichen Betreuung zufließen’, ‚der Unsinn muss gestoppt werden’, das Betreuungsgeld schafft nicht hinnehmbare falsche Anreize’, ‚Herdprämie fördert Stubenhocker’ usw. Die Ergebnisse wissenschaftlich wirken sollender Untersuchungen werden so verkauft, wie es der eigenen Ideologie entspricht. Auf die skandinavischen Länder wird nur geschaut, wenn es ins eigene Kalkül passt. Und die Öffentlichkeit wird täglich neu mit Halbwahrheiten oder in eine falsche Richtung weisen sollenden Informationen versorgt.

Unklar verwendete Begriffe führen zu unbrauchbaren bzw. falschen Antworten!

Was bei der Diskussion insgesamt auffällt: Die Gegner sagen permanent: Eltern, die ihre Kinder nicht in die staatlich geförderte KiTa schicken wollen, würden dann das Betreuungsgeld erhalten. Auch wenn diese Info auf den ersten Blick nicht falsch zu sein scheint, sie ist auf keinen Fall richtig. Schon Theodor W. Adorno hat mitten in den 68iger Umbrüchen unmissverständlich das Halb-Richtige als den Todfeind des Wahren herausgestellt. Fakt ist, dass die meisten Menschen mit KiTa den Kindergarten für die ab Dreijährigen verbinden. Da der Kindergarten - mit Recht - ein gutes Image hat, wird also die Verweigerung von Eltern gegenüber einer KiTa-Betreuung als negativ angesehen, was in den meisten Fällen in Bezug zur Förderung sozialer Kompetenz auch so sein wird. Die Wortkombination ‚staatlich gefördert’ lässt Assoziationen einer pädagogischen Förderung entstehen, obwohl damit nur das Fließen von viel Zuschuss-Geld in Richtung Krippe verbunden ist. Außerdem wird so verschwiegen, dass das Betreuungsgeld für das zweite und dritte Lebensjahr gezahlt werden soll. 

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